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"Hug" Hugler ist Mölkky-Landesmeister

Mit dem Team "Wild Mölkky" ist der Rechterfelder schon bei der Deutschen Meisterschaft angetreten. Nun hat es sich das Team zum Ziel gesetzt, das finnische Wurfspiel in Deutschland zu etablieren.

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Ist Landesmeister in Hamburg: Björn Hugler spielt seit einigen Jahren Mölkky in dem selbst gegründeten Team "Wild Mölkky". Foto: E. Wenzel

Ist Landesmeister in Hamburg: Björn Hugler spielt seit einigen Jahren Mölkky in dem selbst gegründeten Team "Wild Mölkky". Foto: E. Wenzel

Diesen Sommer geht es für den Rechterfelder Björn "Hugo" Hugler zum 8. Mal nach Finnland. Seitdem er ein Jugendlicher ist, reist er regelmäßig mit seinen Freunden in das Land im Norden. Von seinen Reisen nimmt er einiges mit zurück – vor allem das Spiel Mölkky. Dieses spielt er als einer von wenigen Deutschen professionell – und das mit Erfolg.

Bei dem Geschicklichkeitsspiel werfen die Spieler mit einem Wurfholz, dem Mölkky, auf 12 stehende runde Holzfiguren. Diese sind zu Beginn ähnlich wie Bowling-Pins angeordnet, dafür aber nummeriert. Ziel des Spiels ist es, exakt 50 Punkte zu erreichen. Dazu wirft man einzelne Spielhölzer um und erhält die dementsprechende Punktzahl. Wirft man mehrere Klötze um, erhält man nur so viele Punkte, wie die Anzahl der umgeworfenen Klötze. Erreichen die Spieler nicht genau 50 Punkte, fallen sie auf 25 zurück und müssen sich wieder hochkämpfen.

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland Turniere – zum Beispiel die Landesmeisterschaft in Hamburg. Dort hat sich Huglers Team – "Wild Mölkky" – den Titel gesichert. Anders als bei anderen Sportarten sind die Wettkämpfe aber meist offen. So hat das Wildeshauser Team auch schon bei der Deutschen Meisterschaft teilgenommen. Der Grund: Mölkky ist in Deutschland so wenig verbreitet, dass es noch keinen nationalen Verband gibt, der den Spiel- und Wettbewerbsbetrieb regelt. Turniere – wie das in Hamburg – sind oft privat organisiert.

Präzise Würfe: Bei dem finnischen Wurfspiel sind nicht nur Geschick, sondern auch Können und Ausdauer gefragt. Foto: E. WenzelPräzise Würfe: Bei dem finnischen Wurfspiel sind nicht nur Geschick, sondern auch Können und Ausdauer gefragt. Foto: E. Wenzel

Die "Wild Mölkkys" bestehen hauptsächlich aus Hugler und seinen beiden Freunden Tobias Wachtendorf aus Beckeln und Tim Jannis Fischer aus Wildeshausen. Das Besondere: Sie haben sich professionell organisiert. Seit kurzem gehören sie dem „Wilde Boule Pétanque Club“ in Wildeshausen an.

"Beim Fußball geht es um den Kampf und Ausdauer. Hier um Geschicklichkeit und das nette Beisammensein."Björn Hugler

Neben Mölkky spielt Hugler auch Fußball in einer Altherren-Mannschaft. "Beim Fußball geht es um den Kampf und Ausdauer. Hier um Geschicklichkeit und das nette Beisammensein. Da umarmt man sich auch mal oder trinkt zusammen Einen", erklärt er.

Natürlich gehöre auch beim Mölkky-Spielen Ausdauer dazu – bei der Deutschen Meisterschaft hat sein Team von 10 bis 18 Uhr durchgespielt. Dazu kommen taktisches Denken und Können. In Wildeshausen trainiert Huglers Team auf einem Boule-Platz, das Turnier in Hamburg fand auf Sand statt, andere wiederum auf Gras. "Da fallen die Hölzer anders", erklärt der 41-Jährige. Auch müsse durchgehend gerechnet und auf die Würfe der Gegner geachtet werden – schließlich müssen genau 50 Punkte erreicht werden.

Nächstes Ziel: Mölkky in Deutschland bekannter machen

Der Rechterfelder erzählt, wie er das Spiel kennengelernt hat. Ursprünglich kommt er aus Cottbus, erst im Jugendalter zog er um, dann lernte er Tim Jannis Fischer kennen, später auch Tobias Wachtendorf. Bei Jugendfreizeiten fuhren sie nach Finnland. Noch heute reisen sie alle 2 Jahre für mehrere Wochen dorthin. Das seien keine typischen Strandurlaube, sondern Reisen, "wo du mental entspannen kannst", sagt Hugler. Handys seien ohnehin außen vor. In diesen Urlauben lernte er auch Mölkky kennen und lieben. Er erinnert sich an Abende, an denen er und seine Freunde mit finnischen Bekannten gespielt haben. "Da waren alle Generationen dabei. Das war schön."

Generell sei er, besonders durch seine Frau, ein bisschen Globetrotter, gibt er zu. Die Reisen mit seiner Frau seien aber anders. Zum einen sei das Reiseziel offen – der letzte Flug ging nach Südafrika, die Hochzeitsreise nach Bali. Das Reisen liege dem Paar ohnehin nahe – beide arbeiten im Hotelbereich. Hugler ist gelernter Koch sowie Hotelfachmann und arbeitet nun bei einer Hotelkette in Hamburg, wo er die Einkäufe betreut.

Sein nächstes Ziel ist es, Mölkky in Deutschland bekannter zu machen. Das sei auch ein Grund, weshalb die Mannschaft dem Wildeshauser Boule-Verein beigetreten sei. "So kann man sich besser nach außen präsentieren", erklärt der 41-Jährige. Außerdem sei Großes geplant: eine norddeutsche Meisterschaft, ausgerichtet von den "Wild Mölkkys". Diese findet am 3. September im Landheim in Immer (Ganderkesee) statt. Beginn ist um 10 Uhr. Teilnehmen kann jedes interessierte Dreier-Team für 30 Euro. Hugler verrät schon vorab: Es wird auf Gras gespielt.

Die Mannschaft: Björn Hugler (von links), Tobias Wachtendorf und Tim Jannis Fischer. Foto: E. WenzelDie Mannschaft: Björn Hugler (von links), Tobias Wachtendorf und Tim Jannis Fischer. Foto: E. Wenzel

  • Info: Die Mölkky-Mannschaft ist unter Telefon 0173/5628560, E-Mail kontakt@wild-moelkky.de oder auf der Seite www.facebook.com/wildmoelkky erreichbar.

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