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Hohe Nachfrage: Sozialer Briefkasten Friesoythe bittet um Spenden

Aufgrund der vermehrten Unterbringung von geflüchteten Menschen ist der Bedarf an Garderobe und Einrichtungsgegenständen groß. Die Jugendwerkstatt kooperiert mit Kreis und Kommunen.

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Im "Bettenlager" (von links): Annika Schulte (Leiterin Jugendwerkstatt), Tischlermeister Stefan Timpker und Renate Geuter (Vorsitzende des SkM) berichten über die aktuellen Herausforderungen, die mit der Unterbringung von geflüchteten Menschen verbunden sind. Foto: Wimberg

Im "Bettenlager" (von links): Annika Schulte (Leiterin Jugendwerkstatt), Tischlermeister Stefan Timpker und Renate Geuter (Vorsitzende des SkM) berichten über die aktuellen Herausforderungen, die mit der Unterbringung von geflüchteten Menschen verbunden sind. Foto: Wimberg

In Folie verpackt sind die neuen Matratzen übereinandergestapelt, daneben lagert ein Turm aus Metallbetten, die von jungen Beschäftigten des Sozialen Briefkastens Friesoythe gerade für einen Transport vorbereitet werden. Während das eine Fahrzeug abfährt, erreicht das andere wieder die Einrichtung am Grünen Hof. Auf dem Anhänger eine Ledergarnitur, die in der Ausstellung einen Platz findet, aber dort vermutlich nicht lange verbleiben wird.

"Die Nachfrage ist mit vielen Kunden sehr hoch und die Herausforderungen sind insgesamt größer, als zu anderen Zeiten", beschreibt Renate Geuter, Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Männer (SkM), die Situation angesichts von Krieg und Krisen. Die Lage erinnere an 2015, als der Bürgerkrieg in Syrien einen erheblichen Zustrom an Schutzsuchenden verursachte, die auf humanitäre Hilfe hofften.

Jetzt ist der Konflikt in der Ukraine und für den Landkreis Cloppenburg werden für die kommenden 6 Monate rund 1700 Menschen angekündigt, für die eine Bleibe gefunden werden muss. Vorwiegend kommen sie aus Osteuropa, aber auch aus Syrien oder Nordafrika. "Und das sind letztlich nur Hochrechnungen, wie zahlenmäßig die Realität aussieht, lässt sich konkret sicher nicht sagen", unterstreicht Geuter im Beisein von Annika Schulte (Leiterin der Jugendwerkstatt) und verweist auf die Kooperation mit Kreis und Kommunen bei der Bewältigung der Aufgaben.

Mobiler Dienstleister: Das Team ist zweimal pro Woche unterwegs, um Möbel abzuholen und zu liefern. 20 Wohnungen wurden aktuell bereits eingerichtet. Foto: WimbergMobiler Dienstleister: Das Team ist zweimal pro Woche unterwegs, um Möbel abzuholen und zu liefern. 20 Wohnungen wurden aktuell bereits eingerichtet. Foto: Wimberg

Neu im Team ist Tischlermeister Stefan Timpker, der unter anderem auch die Möbeltouren organisiert. "20 Wohnungen haben wir aktuell bereits eingerichtet", informiert der Linderner, der die Fahrten von einem auf 2 Tage in der Woche ausgedehnt hat und im gesamten Nordkreis unterwegs ist.

Besonders gefragt sind Schränke (mit 2 Türen) und Betten, die vom SkM dann mit neuen Matratzen ausgestattet werden, sowie Stühle und Esstische. Dabei gelte es grundsätzlich zu bedenken, "dass es sich um kleine Räume handelt, somit können ganze Schrankwände natürlich nicht gestellt werden", ergänzt die Vorsitzende, während die Leiterin auch auf den Bedarf im Kleidershop aufmerksam macht. Dort herrscht eine erhöhte Nachfrage an Winterbekleidung, Handtüchern, Bettwäsche und Bettlaken, Geschirr und Besteck sowie Kochtöpfen und Pfannen.

Wer gut erhaltenes Mobiliar abgeben möchte, sollte sich zuvor mit den Verantwortlichen der Werkstatt abstimmen. Die Einrichtungsgegenstände werden dann abgeholt, können aber auch gebracht werden. Sachspenden nehmen die Mitarbeiter täglich zu den Öffnungszeiten des sozialen Kaufhauses entgegen.

Neben öffentlichen Geldern ist die Jugendwerkstatt auch auf private Spenden angewiesen

Aktuell begleitet die Jugendwerkstatt in ihren Räumen 16 junge Menschen auf ihrem Weg in einen weiterführenden Schulbesuch und ins Berufsleben. Sie versteht sich als "starker Partner, wenn das Geld in der Familie nicht reicht, Eltern die Jugendlichen nicht unterstützen können und auch die Schule keine Antworten hat".

Einen Namen hat sich der Friesoyther Standort auch als mobiler Dienstleister gemacht. Auf Wunsch werden Möbel nach den individuellen Wünschen der Kunden gefertigt, darüber hinaus übernehmen die Teilnehmer vielfältige Hausmeisterleistungen für caritative, soziale und kommunale Einrichtungen und Institutionen.

Um die Einrichtung mit Leben zu füllen und verlässliche Leistungen zu garantieren, sind öffentliche Fördergelder und nicht zuletzt private Sach- und Geldspenden erforderlich.

Info: Der Soziale Briefkasten öffnet seine Türen von Montag bis Freitag zwischen 8 und 12.45 Uhr sowie von 13.15 bis 16.30 Uhr.

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