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Hilfe für Ukrainer vor Ort wird gebündelt: Infoportal "om-hilft.org" geht an den Start

Sach-, Zeit- und Geldspenden im Oldenburger Münsterland sollen effektiv verteilt werden. Dafür arbeiten viele Organisationen und Initiativen jetzt eng zusammen.

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Hilfsangebote für diejenigen bündeln und organisieren, die sie gerade am nötigsten haben – das ist der Ansatz von om-hilft.org    Foto: Stock-Foto

Hilfsangebote für diejenigen bündeln und organisieren, die sie gerade am nötigsten haben – das ist der Ansatz von om-hilft.org    Foto: Stock-Foto

Schneller, zielgerichteter, effektiver: Die Hilfe für ukrainische Kriegsflüchtlinge im Oldenburger Münsterland soll gestrafft und geordnet werden. Dafür geht an diesem Freitag das Internetportal om-hilft.org online, bei dem sich zahlreiche Hilfsorganisationen, die Landkreise Cloppenburg und Vechta sowie zahlreiche Akteure der Zivilgesellschaft beteiligen.

Das zentrale Prinzip: Die Internetseite ist ein Marktplatz, auf dem tagesaktuell Hilfe für Flüchtlinge organisiert werden soll, die in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg untergekommen sind.

Wenige Klicks verraten, was benötigt wird

Geld-, Zeit- und Sachspenden – darum geht es, wie der Geschäftsführer des Caritas-Sozialwerkes (CSW), Heribert Mählmann, erklärt. Heißt: Wenn eine Flüchtlingsfamilie beispielsweise in Cloppenburg eine Waschmaschine benötigt, steht das auf der Homepage. Wenn nun in Damme jemand ein solches Gerät abzugeben hat, kann er mit Hilfe von om-hilft.org herausfinden, wo es gebraucht wird – und direkt mit einer Ansprechperson Kontakt aufnehmen, per Mail oder in vielen Fällen per Telefon.

Gleiches gilt für sogenannte Zeitspenden: Wenn etwa Kinderbetreuung, Dolmetscherkenntnisse oder andere Formen von Begleitung gesucht werden, können die Partnerorganisationen von om-hilft.org das auf dem Portal anmelden. Wer sich engagieren möchte, kann mit wenigen Klicks erkennen, was im eigenen Umfeld gesucht wird.

Wer hingegen Geld spenden will, um die Ankunft von Flüchtlingen im Oldenburger Münsterland zu erleichtern, der wird auf Spendenkonten für die Landkreise Cloppenburg und Vechta verwiesen.

Viele Organisationen stehen hinter dem Projekt

Grundsätzlich gilt: Mithilfe einer einfachen Suchmaske lässt sich in wenigen Augenblicken sortieren, was in der jeweils eigenen Gemeinde zwischen Neuenkirchen-Vörden und Friesoythe, zwischen Löningen und Goldenstedt benötigt wird.

Die eigens entwickelte Seite geht zurück auf Bemühungen unter anderem von Caritas-Sozialwerk, den Maltesern im Oldenburger Land,  dem Landes-Caritasverband, dem Deutschen Roten Kreuz, den Kirchen, dem Lohner Jugendtreff und vielen anderen, die die vielen Hilfsangebote in den einzelnen Orten bündeln wollten. Auch die Landkreise Cloppenburg und Vechta stehen hinter dem Bündnis.

Firma Pöppelmann ist für die IT verantwortlich

Für die technische Infrastruktur hat die Lohner Kunststofffirma Pöppelmann gesorgt. Die dortige Geschäftsführung um Matthias Lesch gehört zu den Initiatoren des Bündnisses; in der firmeneigenen IT-Abteilung wurde das Portal om-hilft.org über die letzten Wochen konzeptionell entwickelt und technisch umgesetzt.

CSW-Geschäftsführer Mählmann betont: Das Portal wolle die "vielen tollen Hilfen aus und in der Region" bündeln, schließlich seien die Hilfsbereitschaft und das "Anpacken" Kennzeichen der Menschen im Oldenburger Münsterland. Das Portal solle keinesfalls lokale Hilfsinitiativen ersetzen, sondern ein Angebot sein, diese "passgenauer und wirksamer werden zu lassen". Das CSW übernimmt nach Mählmanns Worten die koordinierende Rolle in der Initiative und stellt dafür auch Personal ab – Personal, das aus Kirchensteuermitteln finanziert werde, wie Mählmann betont. 

Unterkünfte für Flüchtlinge in Lastrup.   Foto: G. MeyerUnterkünfte für Flüchtlinge in Lastrup.   Foto: G. Meyer

Für die Firma Pöppelmann erklärte Ruth Honkomp-Willenbring, die die Unternehmenskommunikation verantwortet, die Firma verstehe sich als "Teil der lokalen Gemeinschaft"; auch in der Firma habe sich angesichts des Krieges in der Ukraine die Frage gestellt, wie man helfen könne. Bei Pöppelmann sei man froh, das Vorhaben mit dem eigenen Know-How für digitale Organisation und Kooperation als "Aufbauhilfe" unterstützen zu können.

Marktplatz für Hilfe im Oldenburger Münsterland

Auch die OM-Mediengruppe ist Unterstützerin des Projekts. Über das Nachrichtenportal OM-Online ist es ab sofort nur ein Klick zum Portal der Hilfsorganisationen. Das Logo von „om-hilft“ ist gut sichtbar auf der Homepage des digitalen Nachrichtenportals von MT und OV platziert. „Wir unterstützen gerne die Arbeit der Ehrenamtlichen“, sagt Chefredakteur Ulrich Suffner, „indem wir unsere große Reichweite zur Verfügung stellen und auch auf unseren Social-Media-Kanälen für das sinnvolle Projekt werben.“ Die Idee: Wer täglich OM-Online liest, schaut hoffentlich auch immer wieder mal bei om-hilft.org vorbei.

Wenn Flüchtlinge etwas benötigen – sei es Betreuung, ein Autokindersitz oder passende Kleidung – kann jede der beteiligten Organisationen diesen Bedarf bei dem Portal eintragen. Sobald ein Bedarf befriedigt werden kann, wird er wieder gelöscht. Das Portal funktioniert wie Ebay-Kleinanzeigen, nur für Hilfe. Das betont auch Stephan Grabber, stellvertretender Geschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes im Offizialatsbezirk Oldenburg. Er lobt die "Vielzahl" der verschiedenen Hilfsorganisationen und -initiativen, die derzeit aktiv seien – und hebt hervor, es sei wichtig, die Angebote "gut aufeinander abzustimmen". 

Der Vechtaer Landrat Tobias Gerdesmeyer lobte den Einsatz der Initiatoren und Partner der Plattform. Sie machten "mit vereinten Kräften das Oldenburger Münsterland zu einem Ort, an dem sich die Flüchtlinge sicher und willkommen wissen", erklärte Gerdesmeyer. Ähnlich äußerte sich der Cloppenburger Landrat Johann Wimberg. Er freue sich sehr, dass die Hilfe von Organisationen und Unternehmen "im Netz gebündelt" werde. Das Oldenburger Münsterland helfe "nicht nur als Plattform im Internet, sondern im realen Leben". 

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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