„Herzkammer der Erwachsenenbildung"
Um dem Bedürfnis zu entsprechen, schlossen sich 1960 zwölf Personen zur Gründung des Bildungswerkes in Friesoythe zusammen. 20.000 Maßnahmen wurden angeboten.
Claudia Wimberg | 13.10.2020
Um dem Bedürfnis zu entsprechen, schlossen sich 1960 zwölf Personen zur Gründung des Bildungswerkes in Friesoythe zusammen. 20.000 Maßnahmen wurden angeboten.
Claudia Wimberg | 13.10.2020

Mit dem Jubiläumsfoto der Mitarbeiter: Vorsitzender Dr. Georg Pancratz und Geschäftsführerin Nicola Fuhler. Foto: Claudia Wimberg
Mit 1,5 Promille ins Krankenhaus oder in den Knast? Eine Frage zwischen Himmel und Hölle, die ebenso zur Diskussion stand, wie das Dogma von der Unauflöslichkeit der katholischen. Ehe. Kann ein Krieg gerecht sein? Auch ein Thema mit vielen Theorien, bei dem Pro und Contra gewollt und gewünscht waren. Vor allem Gesprächsrunden und Vorträge standen zum Auftakt des Friesoyther Bildungswerkes im Fokus. Mitten im gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Wandel „gab es ein großes Bildungsbedürfnis“, erinnert Vorsitzender Dr. Georg Pancratz an die Gründung am 4. Oktober 1960. Die Forderung nach lebenslangem Lernen wurde zum Prinzip, Qualifikation bestimmt bis heute maßgeblich das Konzept. Rund 20.000 Maßnahmen mit rund 300.000 Teilnehmern sind „in der Herzkammer der Erwachsenenbildung in und um Friesoythe“ registriert. Und diese 60-jährige Erfolgsgeschichte wollten Vorstand und Geschäftsführung eigentlich mit einem Festakt im Forum feiern. Aufgrund der Coronakrise haben sie jetzt jedoch auch auf die „Light-Version“ verzichtet, die in ihren Räumen des alten Rathauses mit virtuellen Varianten hätte stattfinden sollen. Doch zumindest im kleinen Kreis haben sich Verantwortliche und Mitarbeiter auf eine Zeitreise begeben, in alten Programmheften gestöbert, „was hoch interessant ist“, berichtet Geschäftsführerin Nicola Fuhler und verweist augenzwinkernd auf Kochkurse für Frauen, Gymnastik für Männer und generationsübergreifendes Maschinenschreiben. Abgesehen davon, dass heute auch die Herren am Herd stehen und Maschinenschreiben jetzt Tastenschreiben heißt, sind die Angebote an sich geblieben. Darüber hinaus können die Interessenten aus einem breiten Spektrum wählen, sich weiterbilden, beraten und schulen lassen und kreativ sein. Flexibel und ohne Ansehen, von Herkunft, Konfession und Alter bietet das Bildungswerk Orientierung und stellt sich den Veränderungen der Zeit. Ein besonderer Dank gilt dem Team der Geschäftsstelle und den vielen Ehrenamtlichen, die auch in der Coronakrise „Großes leisten“, wie Nicola Fuhler unterstreicht. Multimediale Alternativen hätten gegriffen und das Kursangebot aufrechterhalten. Einiges werde in dieser Form beibehalten. „Der Beziehungsaspekt steht jedoch über dem Inhalt“, verweist Dr. Pancratz auf die Wichtigkeit des persönlichen Kontakts und der Gemeinschaft. 2015 hat der frühere Oberstudiendirektor der BBS Friesoythe den Vorsitz übernommen, ist seit 1999 im Vorstand und hat „1987 meinen ersten Computerkursus geleitet“, verrät der pensionierte Pädagoge. Für die kommenden Jahrzehnte wünscht er sich neben der Beibehaltung eines vielfältigen Angebots moderne Bedingungen und Barrierefreiheit. Möglich werden soll das im Burghotel, in dessen Räumen das Bildungswerk seine Zukunft plant. Vorstand und Geschäftsführung organisieren und verwalten übrigens nicht nur den laufenden Betrieb, sondern lernen auch selbst und geben beispielsweise beim gemeinsamen Ukulele-Spiel talentiert den Ton an.1987 seinen ersten Computerkursus geleitet
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