Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Herbert Nerkamp ist neuer ständiger Diakon in Langförden und Bühren

Der Bührener übernimmt die Stelle in der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius. Sein Glaube gibt ihm Halt.

Artikel teilen:
Wurde vor einigen Wochen geweiht: Herbert Nerkamp trat im November seine neue Stelle an. Foto: Ebert

Wurde vor einigen Wochen geweiht: Herbert Nerkamp trat im November seine neue Stelle an. Foto: Ebert

Seit November ist Herbert Nerkamp der neue ständige Diakon in seiner katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius Langförden-Bühren. Der 55-Jährige, der in der Vechtaer Bauerschaft Stoppelmarkt aufgewachsen ist, wohnt mit seiner Frau Anke in der Emsteker Bauerschaft Husum.

Geweiht wurde Nerkamp laut einer Mitteilung vor einigen Wochen im Dom zu Münster, gemeinsam mit neun weiteren Männern. Was heißt das und was ändert sich dadurch? Ständige Diakone wie Herbert Nerkamp werden geweiht, so wie Priester und Bischöfe. Im Unterschied zu diesen können sie aber verheiratet sein. Sie predigen in Messen und verkünden das Evangelium, sie assistieren den Priestern bei der Eucharistiefeier – vor allem aber sind sie die Boten der Kirche an den Rändern der Gesellschaft. Die „diakonia“ ist der Dienst am anderen Menschen, die Caritas. Das ist Herbert Nerkamps neuer „Job“.

Dabei hätte er gar keinen gebraucht. Tatsächlich bleibt der neue Seelsorger im Hauptberuf auch Lehrer an der Vechtaer Ludgerus-Schule. Das Amt als Diakon ist Ehrenamt. Doch mit Blick auf die grundlegenden Veränderungen, die die Kirche in den kommenden Jahren erleben wird, dürfte die Bedeutung ehrenamtlicher Seelsorger wie Herbert Nerkamp oder Dominik Sang Nguyen aus Stuhr-Moordeich, der ebenfalls neu geweiht wurde, zunehmen.

Ausbildung dauert 6 Jahre

Diakon wird man nicht mal eben so, berichtet Nerkamp. Sechs Jahre dauert die Ausbildung. In dieser Zeit sind die Kandidaten in der Regel ein Wochenende pro Monat in Münster. Immer wieder sind auch die Ehefrauen der angehenden Diakone dabei. Für Nerkamp war die Ausbildung zum Diakon ein folgerichtiger Schritt: Seit Kindheit und Jugend ist er in der Kirche engagiert. „Ich bin massiv von der Volkskirche geprägt“, sagt der ehemalige Messdiener und Pfadfinder. In seiner Pfarrei war er später Kommunionhelfer, Lektor, Mitglied im Liturgieausschuss und Teil des Krankenhausbesuchsdienstes, engagiert in der Pfarrcaritas. „Die Gemeinde ist unser zweites Zuhause“, sagt der heitere Mann. Schließlich sei seine Frau Küsterin in Bühren, dort auch im Gemeindeausschuss und in der KFD aktiv sowie im Liturgieausschuss.

Mit Halt im Glauben hat Nerkamp auch schon Gleiswechsel im Leben gut bewältigt. Der gelernte Kaufmann im Einzelhandel hat nach der Ausbildung in Flensburg Betriebswirtschaftslehre mit Fachrichtung Personalwesen und Organisation studiert. Sein Weg führte ihn dann zurück nach Vechta, an der Dekra-Akademie wurde er Dozent und später Leiter des Aus- und Weiterbildungszentrums.

Erneut im Hörsaal

2002 kommt Nerkamps Sohn zur Welt, ein Jahr später macht sich der frisch gebackene Vater selbstständig in der Personalberatung. Gleichzeitig legt er das Fundament für eine zweite Karriere: Neben Familie und Job setzt sich Nerkamp erneut in den Hörsaal. Die Fächer: Mathematik, Politik und Wirtschaft sowie Theologie. Das Referendariat führt Nerkamp nach Hagstedt/Erlte, es folgen Anstellungen in Delmenhorst und Lindern. 2016 wechselt er in den kirchlichen Schuldienst an die Ludgerus-Schule in Vechtas Norden. Der Stoppelmarkt, seine alte Heimat, ist von hier aus fast zum Greifen nah.

Und was kommt nun? Als Diakon wird Nerkamp Taufen und Hochzeitsfeiern vorstehen. Vor allem aber will er in der Seelsorge aktiv sein und helfen, Ehrenamtliche in den kirchlichen Umbrüchen zu begleiten und zu qualifizieren, die in den kommenden Jahren anstehen. Die Errichtung der Pastoralen Räume im Oldenburger Land wird „ein schwieriger Prozess“, glaubt Nerkamp. Aber auch eine Chance, das Engagement der Ehrenamtlichen zu stärken.

Für ihn selbst bleibt der Dienst an den Rändern der Gesellschaft zentral: die Arbeit mit Flüchtlingen, Obdachlosen oder einsamen Senioren.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Herbert Nerkamp ist neuer ständiger Diakon in Langförden und Bühren - OM online