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Hemmelte: Anwohner von Jasmin- und  Lupinenstraße fürchten mehr Verkehr

Trotz zahlreicher Eingaben hat die Gemeinde die nächste Hürde für den Bebauungsplan "Hinter den Wiesen II" genommen. In Kneheim und Hamstrup laufen die Planungen dagegen relativ geräuschlos ab.

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Sorge vor Verkehrszunahme: In der direkten Nachbarschaft zur Jasminstraße in Hemmelte entsteht bald ein Baugebiet. Foto: Meyer

Sorge vor Verkehrszunahme: In der direkten Nachbarschaft zur Jasminstraße in Hemmelte entsteht bald ein Baugebiet. Foto: Meyer

Einen  großen Schritt weiter gekommen ist die Lastruper Politik mit dem neuen Baugebiet in Hemmelte. Der Ausschuss für Wirtschaft, Planung, Verkehr und Umwelt stimmte am Montag mehrheitlich dem Bebauungsplanentwurf zu. Der Abstimmung ging allerdings eine längere Diskussion über den Entwurf voraus, an der sich auch Bürger beteiligten.

Im Rahmen der öffentlichen Auslegung waren mehr als 30 private Stellungnahmen eingegangen. Sie kamen zumeist von Anwohnern der Jasmin- und der Lupinenstraße. Durch die neuen Häuser befürchten sie eine Zunahme des Verkehrs in ihren Wohnstraßen. Unter anderem fordern sie, die Durchfahrt vom Baugebiet zur Lupinenstraße mit einem Poller zu unterbinden. Das sieht der B-Plan jedoch nicht vor. Stattdessen sollen 8 der mehr als 20 Grundstücke von der Lupinenstraße aus erreichbar sein. Die übrigen Neubürger sollen ihre Häuser von der Darreler Straße aus ansteuern. Den Anwohnern reicht das aber nicht. Sie gehen davon aus, dass zahlreiche Autofahrer demnächst trotzdem die Abkürzung durch das Wohngebiet nehmen werden.

Gemeinde lässt Verkehr im Wohngebiet zählen

Um festzustellen, wie hoch die Belastung in den betreffenden Straßen ist, hatte die Gemeinde im März eine einwöchige Verkehrszählung durchgeführt. Insgesamt hätten 971 Fahrzeuge den Bereich passiert, berichtet Bürgermeister Michael Kramer. "Im Schnitt sind das 6 pro Stunde." Aus  Kramers Sicht ist das ein normaler Wert. 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer hielten sich außerdem an die Tempo-30-Regelung. Zweifel an der Aussagefähigkeit des Ergebnisses äußerten Jürgen Ostendorf (SPD) und Michael Geers (CDU). Unter Coronabedingungen seien Verkehrszählungen wenig repräsentativ, befanden sie, was Michael Kramer anders beurteilte. Ostendorfs Antrag, eine weitere Variante mit Poller zu entwickeln, wurde mit 5:2 Stimmen abgelehnt. Mit der gleichen Stimmenverteilung empfahl der Ausschuss anschließend  den vorliegenden Entwurf. Über ihn entscheiden muss jetzt der Gemeinderat. 

Michael Kramer ging auch auf die Forderung der Eingabensteller nach einer stärkeren Entwicklung der Hemmelter Ortsmitte ein. Er wünsche sie sich ebenfalls, betonte der Bürgermeister. Allerdings seien die Möglichkeiten rund um den Kirchturm  aus immissionsschutzrechtlichen Gründen stark eingeschränkt.  

Bauherr und Nachbarn finden Kompromiss

Thema im Ausschuss war außerdem das Vorhaben eines Bauherrn an der Brinkstraße in Lastrup. In der Nachbarschaft war es nicht auf ungeteilte Begeisterung gestoßen. Anwohner störten sich vor allem daran, dass das Wohnhaus zweigeschossig gebaut werden soll. In den vergangenen Wochen hatten beide Seiten sich auf einen Kompromiss geeinigt. Der Bauwillige erklärte sich bereit, die Begrünung zum Nachbargrundstück zu verbreitern und die Firsthöhe seines Wohnhauses um einen Meter zu reduzieren. Auch auf die Ausweisung eines Mischgebietes wird verzichtet. Wegen der Änderungen muss der Bebauungsplan jetzt neu ausgelegt werden.

Indes rückt die Ausweisung weiterer Bauplätze in Kneheim und Hamstrup näher. Der Ausschuss stimmte den B-Pänen „Der Blaue Kamp III“  und "Heidland" zu. Durchgewunken wurde zudem die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 96. Darin geht es um den Bau weiterer Häuser sowie die Errichtung eines Regenrückhaltebeckens zwischen der Fritz-Reuter-Straße und der Wallstraße in Lastrup.

Schäden an Wallhecke können teuer werden 

Wie Michael Kramer berichtete, kommen Hausbesitzer ihren Begrünungs-Verpflichtungen nicht immer nach. Der Bürgermeister wies auf die Möglichkeit der Gemeinde hin, Bürgschaften einzufordern. Sie würden zurückgezahlt, sobald die vorgeschriebenen Grünstreifen angelegt wurden. In seiner Stellungnahme zum B-Plan in Hemmelte hatte der Landkreis Cloppenburg außerdem Schäden an einer Wallhecke südlich der Jasminstraße bemängelt. Anwohner hätten die Hecke teilweise entfernt. Die Behörde fordert Kompensationen. Laut Bürgermeister sind 3 Grundstücke betroffen. Die Besitzer müssten damit rechnen, an den Kosten beteiligt zu werden.

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