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Hebammen: Geburtshilfe gehört zur Grund- und Regelversorgung

Regina Peters-Trippner begleitet seit genau 25 Jahren schwangere Frauen und junge Mütter. Verstärkung erhält die Kreissprecherin aus Friesoythe jetzt von Kollegin Michelle Seifert.

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Ab sofort ein Team: Regina Peters-Trippner (links) begrüßt Michelle Seifert in ihrer Friesoyther Praxis. Foto: Wimberg

Ab sofort ein Team: Regina Peters-Trippner (links) begrüßt Michelle Seifert in ihrer Friesoyther Praxis. Foto: Wimberg

Gab es in der vergangenen Woche kein Baby, sind es aktuell gleich sieben. „Exakt planen lässt sich bei uns eben nichts“, sagt Regina Peters-Trippner und lacht. Auch das mache ihren spannenden Beruf aus, den sie seit genau 25 Jahren mit Leidenschaft ausübt und der ihr quasi in die Wiege gelegt wurde. Mutter Käthe Peters war über 4 Jahrzehnte Hebamme in Friesoythe, von ihr habe sie am meisten gelernt und sie habe sie bestärkt, eine eigene Praxis zu eröffnen.

Unter dem Motto: „Gesundes gesund erhalten und nur so viel intervenieren, wie unbedingt nötig. Die Natur gibt uns den Weg vor“, begleitet die 47-Jährige an der Thüler Straße schwangere Frauen und junge Mütter.

Bisher arbeitete die verheiratete Mutter von drei Kindern allein und hat sich nun mit Michelle Seifert kompetente Unterstützung ins Haus geholt. „Darüber freue ich mich sehr, wir ergänzen uns gut und ich werde verlässlich vertreten“, unterstreicht die Friesoytherin und heißt ihre neue Kollegin aus Harkebrügge herzlich willkommen, die an 2 Tagen pro Woche vor Ort ist. Michelle Seifert stammt gebürtig aus Dortmund. In der 9. Klasse sei sie quasi über den Beruf gestolpert, berichtet die 35-Jährige. „Ich wollte etwas mit Menschen machen, aber nicht mit Kranken“, erinnert sie sich. Ein Jahr später „war dann klar, dass ich nach dem Abitur Hebamme werde. Mein Traumberuf“.

Fahrzeiten über 30 Minuten seien vielfach die Regel

Neben ihrer Tätigkeit im Nordkreis ist sie im Auricher Krankenhaus, das über eine große Geburtsstation verfügt, angestellt. Der Kreißsaal in Friesoythe ist dagegen seit Ende letzten Jahres Geschichte, und die Hebammen sahen sich mit vielen daraus resultierenden Unsicherheiten der werdenden Mütter konfrontiert.

"Einplanen sollte man auch den Stau, den langsamen Trecker oder die Baustelle."Regina Peters-Trippner

Aufgrund der für viele Familien weiter gewordenen Wege „braucht es eine sehr gute Organisation“, betont Regina Peters-Trippner. Fahrzeiten über 30 Minuten seien vielfach die Regel. Und einzuplanen sei auch „der Stau, der langsame Trecker oder die Baustelle.“ Darüber hinaus ist es aus Sicht der Familienhebamme manches Mal ratsam, sich zwei Kliniken auszusuchen, sollte unter Umständen und aufgrund unvorhergesehener Ereignisse bei einer keine Aufnahme möglich sein.

Bei allen logistischen Herausforderungen dürfe nicht vergessen werden, dass die Geburt kein Akt, „sondern etwas Intimes ist. Sie gehört in eine sichere häusliche Umgebung und zur Grund- und Regelversorgung einer jeden Klinik“, fordern beide Hebammen nachdrücklich.

Kurze Wege sind auch für Hebammen entscheidend

Ängste wollen sie angesichts der Friesoyther Situation nicht schüren. „In der Regel kommen alle Frauen rechtzeitig in das Krankenhaus, für das sie sich entschieden haben“, sagt Regina Peters-Trippner. Und mit Blick auf eine fachlich-versierte Betreuung „stehen in unserer Region genügend Hebammen und auch Frauenärztinnen und Ärzte zur Verfügung“, ergänzt die Kreissprecherin.

Michelle Seifert bietet werdenden Müttern am Mittwochnachmittag und am Donnerstagvormittag in der Praxis ihre Unterstützung an und konzentriert sich aufgrund der Nähe zu ihrem Wohnort in erster Linie auf den Bereich Barßel und Saterland, während Regina Peters-Trippner rund um Friesoythe und Bösel unterwegs ist. Kurze Wege sind auch und gerade in ihrem Beruf von entscheidender Bedeutung. „Hebammen im Auto braucht man nicht.“  

  • Info: Ein Vorbereitungskurs der neuen Hebamme findet am 20. April coronabedingt online statt. Michelle Seifert ist unter hebamme-michelle-seifert@web.de zu erreichen.

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