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Gulfhaus startet Jugendtreff in Vechta komplett neu

3 Jahre gab es den offenen Treff in der Kreisstadt nicht. Jetzt geht es wieder los – mit neuem Konzept und neuem Team.

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Das Gulfhaus-Team: (von links) Hannes Büring, Tobias Hartmann und Sebastian "Theo" Krause. Foto: Chowanietz

Das Gulfhaus-Team: (von links) Hannes Büring, Tobias Hartmann und Sebastian "Theo" Krause. Foto: Chowanietz

Der Beginn der Pandemie bedeutete 2020 das Aus für den Jugendtreff im Vechtaer Gulfhaus. Nach 3 Jahren nutzt das Team um Gulfhausleiter Sebastian "Theo" Krause jetzt die Chance für einen kompletten Neustart. An mindestens 4 Tagen in der Woche gibt es wieder den offenen Treff. Das Team nutzt dafür den großen Saal mit der Bühne. Der Raum bietet viele Möglichkeiten.

Krause und seine Mitarbeiter hatten sich bewusst Zeit mit dem Neustart gelassen: Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen hatten die Pädagogen in der städtischen Jugendarbeit zunächst andere Schwerpunkte bei ihrer Arbeit gesetzt. Das Personal fehlte. 

Mit Hannes Büring und Anka Brinkmann haben Kraus und sein Kollege Tobias Hartmann die perfekten Kandidaten gefunden, um der offenen Jugendarbeit im Gulfhaus neues Leben einzuhauchen. Büring ist studierter Sozialarbeiter und macht im Gulfhaus sein Berufsanerkennungsjahr (BAJ). Brinkmann ist noch Studentin und arbeitet über einen freien Träger im Treff. Sie hat in den vergangenen 5 Monaten schon als Praktikantin in der Einrichtung gearbeitet. Krause zählt sie fest zum Team.

Treff regulär von Montag bis Donnerstag geöffnet

Ab sofort können Jungen und Mädchen aller Schulformen ab 13 Jahren von Montag bis Donnerstag (15 bis 19.30 Uhr) und immer am ersten Freitag im Monat (15 bis 22 Uhr) ins Gulfhaus kommen. Das Team organisiert neben dem offenen Treff regelmäßig Angebote. Krause betont: Der Jugendtreff sei kein Aufenthaltsraum und seine Mitarbeiter seien keine Aufsicht. "Wir haben einen Bildungsauftrag." Und den fülle das Team mit Inhalten. Der große Unterschied, etwa zur Schule: Die Jugendlichen kommen freiwillig. Also muss das Angebot auch passen.

Der Startschuss für das neue Kapitel des Jugendtreffs in Vechta fiel bereits am 1. September. Büring und Brinkmann füllten in der Premierenwoche jeden Tag mit Leben. Gleich zum Auftakt gab es an dem Freitag einen Filmabend. Auf dem Programm stand auch Barbecue, die Besucher machten Bubbletea, spielten an Spielkonsolen auf einer Leinwand. Hannes Büring sagt: "Wir probieren aus, was funktioniert, was nachgefragt wird. "

Besonders der Freitag stehe den Jugendlichen für die freie kreative Gestaltung offen, versprechen Krause und Büring. So sei mindestens ein Freitag im Monat "ihr" Tag. Heißt: Am ersten Freitag im Monat finden keine Veranstaltungen auf der Gulfhaus-Bühne statt – außer die Jugendtreff-Besucher stellen etwas auf die Beine. Das hat das Gulfhaus-Team mit dem Jugendkulturverein Oldenburger Münsterland abgestimmt. Nach Vereinbarung mit der Stadt verwaltet und vergibt der Verein den Saal und stellt etwa auch eigene Konzerte auf die Beine.

Angebot wird sehr gut angenommen

Das erste positive Jugendtreff-Fazit der ersten Wochen, zieht Hannes Büring: "Es kamen sehr viele Jugendliche", sagt er. In der ersten Woche kamen im Schnitt 37 Jugendliche an Tag. Das Team beobachtete: Es kamen vor allem männliche Besucher. Hier bestehe also noch Optimierungsbedarf. "Wie wollen einen guten Ausgleich finden", sagt Büring. 

Krause ist optimistisch: Der Jugendtreff spreche eine breite Zielgruppe an. Er freut sich immer auf den Moment, wenn alles perfekt hergerichtet ist – samt Billiardtisch und Diner-Sitzecke. "Das hat schon Charme."

Allerdings ist auch klar: Nach Zahlen lässt sich die Arbeit des Jugendtreff-Teams nicht bewerten – schon gar nicht nach wenigen Wochen. Das sagt auch Sandra Sollmann, als Erste Stadträtin zuständig für die Jugenarbeit der Stadt Vechta. Es gehe um die Qualität der Arbeit.

Sebastian Krause erklärt: „Jugendarbeit ist eine Sache, die lange und auch aufmerksame Arbeit braucht.“ Der perfekte Mittelweg sei dabei entscheidend: Genau abzuschätzen: „Wann muss ich ran, wann halte ich mich raus?“ 

Ziel: Selbstständigkeit

Für den Alltag heißt das:  Er und seine Mitarbeiter müssen immer wieder Präsenz zeigen, ohne dabei den Jugendlichen das Gefühl von Zwang oder Kontrolle zu vermitteln, gibt Krause zu verstehen. Die Mitarbeiter des Jugendtreffs sind Ansprechpartner, können beraten und unterstützen. Damit das geht, müssen sie zuerst eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen.

Die Jugendlichen sollen mit dem Jugendtreff auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit unterstützt werden. Aus diesem Grund gehören junge Erwachsene ab spätestens 20 Jahren nicht mehr zur Zielgruppe.

Bis 2019 war das Gulfhaus noch die städtische "Haus der Jugend GmbH". Die Gesellschaft hatte die Betreuung des Jugendtreffs damals an einen externen Träger vergeben. Mit der Auflösung der Gesellschaft strukturiert das Gulfhaus die Jugendarbeit komplett neu.

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