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Grundstein für Dreifaltigkeitskirche in Altenoythe vor 50 Jahren gelegt

Der notwendige Neubau verzeichnet eine lange Vorlaufphase und Diskussionen um den Standort. 1971 startete der Bau des modernen Gotteshauses.

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Zentral gelegen: Die vor 50 Jahren gebaute Altenoyther Dreifaltigkeitskirche mit großzügigen Außenanlagen. Foto: Claudia Wimberg

Zentral gelegen: Die vor 50 Jahren gebaute Altenoyther Dreifaltigkeitskirche mit großzügigen Außenanlagen. Foto: Claudia Wimberg

Der Grundstein aus Granit mit Kreuz und kunstvoll eingraviertem „AD 1971“ hebt sich im Altarraum vom roten Klinker ab und fällt sofort ins Auge. Traditionell eingemauert auch die aktuellen Zeitdokumente, darunter die Urkunde, datiert auf den 11. Juli und unterzeichnet vom damaligen Pfarrer Aloys Witte. Neben Kirchenvorstand, Kirchenausschuss, Bauausschuss und beratenden Mitgliedern ist auch das Pfarrkomitee aufgeführt, zu dem damals Maria Block und ihr heutiger Mann Heinz Wessels gehörten.

50 Jahre später kann sich Maria Wessels zwar nicht mehr genau an die Zeremonie erinnern, doch dass die 1000 Jahre alte Altenoyther St.-Vitus Kirche schon lange viel zu klein für den sich immer weiter entwickelnden Ort war, das erlebte sie bei jedem Gottesdienst.

Das Thema Neubau wurde jedoch nicht erst Anfang der 70er diskutiert, sondern schon viele Jahre zuvor. Zunächst war eine Erweiterung an das historische Gotteshaus vorgesehen, erinnert Heimatforscher Hermann Reiners in der Altenoyther Dorfchronik. Bewohner aus Hohefeld sprachen sich dann später per Unterschriftenaktion für einen Bau an der Riege aus. Das wiederum lehnte der Großteil der Bevölkerung ab und favorisierte einen zentralen Standort nahe Schule und Kindergarten.

Zeltcharakter“: der moderne Innenraum bietet ingsesamt rund 650 Besuchern Platz. Foto: Claudia Wimberg„Zeltcharakter“: der moderne Innenraum bietet ingsesamt rund 650 Besuchern Platz. Foto: Claudia Wimberg

Unter Pfarrer Witte, 1965 eingeführt, blieb es dann nicht nur bei Gedankengängen: Die Hofstelle der Familie Lüchtenborg wurde umgesiedelt und ein Architektenwettbewerb organisiert. Rund eine Million Mark waren veranschlagt. Die Finanzierung sicherte die damals noch selbstständige Altenoyther Kirchengemeinde über Grundstücksverkäufe, doch „die Belastung blieb erheblich“ heißt es in der Chronik.

Modern und mit „Zeltcharakter“ gestaltet sich die neue Kirche, die mit rund 650 Plätzen ausgestattet ist. Ihr Name ist offenbar dem Ansinnen geschuldet, dass man neben „Vitus“ keinen zweiten Heiligen wollte .Der für den dritten Bauabschnitt geplante und separat stehende Glockenturm ließ länger auf sich warten und wurde im Jahr 2000 durch eine großzügige private Spende verwirklicht. Mit 31,50 Metern ist er vier Meter höher als der Turm der Vituskirche.

Herz Jesu“: die Statue zählt zu den Kunstschätzen. Foto: Claudia Wimberg„Herz Jesu“: die Statue zählt zu den Kunstschätzen. Foto: Claudia Wimberg

Ältestes steinernes Zeugnis: das Taufbecken. Im 11. oder 12. Jahrhundert aus einem Findling gehauen wurde es bis 1668 in der alten Pfarrkirche für die Sakramentenspendung genutzt. Danach war es im Pfarrgarten platziert, ging dann für 30 Jahre als Leihgabe ins Museumsdorf Cloppenburg, bevor es 1974 nach Altenoythe zurückkehrte und in der Dreifaltigkeitskirche ebenso wie die Herz-Jesu und die Herz-Mariä-Statuen zu den Kunstschätzen zählt.

Keine Chance auf modernes Nutzungskonzept 

Ein modernes Nutzungskonzept wurde für das Gotteshaus schließlich vor einigen Jahren erstellt und die Dreifaltigkeitskirche sollte nicht nur als klassischer Kirchenraum, sondern durch individuelle Gestaltungselemente für einen lebendigen Glauben stehen, um das Gebäude auch langfristig erhalten zu können. Nach Jahren der Planungen machte das Offizialat den Verantwortlichen jedoch 2019 einen Strich durch die Rechnung. Geld könne es nur noch für die notwendige energetische Sanierung geben, hieß es. Heizung, Licht und Technik sind veraltet und müssen in jeden Fall erneuert werden.

Die Grundsteinlegung wäre schon ein guter Grund gewesen, ein Fest zu organisieren. Doch krisenbedingt visieren die kirchlichen Vertreter nun das Datum der Einweihung (28. Mai 1972) an. „In der Hoffnung, dass wir 2022 dieses Jubiläum gebührend feiern können, werden wir mit den Vorbereitungen beginnen“, kündigt Maria Wessels als Mitglied des Ortsrates an.

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