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Große Feierlust nach Lockerungen: Wie gehen Veranstalter damit um?

Die Hochsaison der Hochzeiten beginnt und währenddessen liegen die Inzidenzen im 500-er Bereich. Was bedeutet das für Saalbetriebe und Dienstleister im Nordkreis von Cloppenburg?

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Ja, ich will: Das haben viele Paare nicht nur bei ihrer Hochzeit, sondern auch zur Verschiebung des Termins gesagt. Symbolfoto: dpa/Vennenbernd

Ja, ich will: Das haben viele Paare nicht nur bei ihrer Hochzeit, sondern auch zur Verschiebung des Termins gesagt. Symbolfoto: dpa/Vennenbernd

Verliebt, verlobt, verschoben – das Motto galt für viele Paare unfreiwillig in den vergangenen 2 Jahren. Nun lassen die Corona-Lockerungen große Feste wieder zu. Grund zum Feiern gibt es genug, viele Anlässe wollen nachgeholt werden. Dabei ist die Pandemie mit einer 7-Tage-Inzidenz von 616,3 im Landkreis Cloppenburg (Stand 18. Mai) nicht verschwunden. Wie läuft also die aktuelle Hochsaison von Hochzeiten und anderen Anlässen? OM-Online hat bei Dienstleistern im Nordkreis Cloppenburg nachgefragt.

"Wir könnten noch drei weitere Säle stehen haben", erklärt Anne Hagen vom Saalbetrieb Hempen-Hagen, der sich als Veranstaltungsort in Bösel großer Beliebtheit erfreut. Die Nachfrage sei deutlich gestiegen, weil alle ihre Feiern von 2020 und 2021 nachholen möchten – zusätzlich zu denen, die 2022 eh anstehen. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts sind die Eheschließungen 2020 und 2021 zurückgegangen.

„Wir hoffen einfach, dass jeder negativ kommt und positiv gestimmt wieder geht.“Anne Hagen, Betreiberin Saalbetrieb Hempen-Hagen

Gerade die Sommer-Monate seien überlaufen, erläutert Anne Hagen. In dem 340 Quadratmeter großen Saal des Familienbetriebs finden schon unter normalen Umständen bis zu 50 Hochzeiten pro Jahr statt.  Michael Schulte-Althoff, Betreiber des Landgasthofs Dockemeyer im saterländischen Ramsloh, berichtet, dass geschäftlich langsam das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht werde.

Doch auch jetzt gibt es für die Feiernden noch keine 100-prozentige Sicherheit. Was passiert denn in dem Fall, dass das Hochzeitspaar oder Geburtstagskind kurz vorher an Corona erkrankt? "Die Situation hatten wir noch nicht", erzählt Anne Hagen. Einen strikten Plan, wie man dann vorgehe, gebe es nicht. "Wir hoffen einfach, dass jeder negativ kommt und positiv gestimmt wieder geht."

Auf kurzfristige Absagen muss spontan reagiert werden können

Das Hotel Landhaus Pollmeyer im Friesoyther Ortsteil Thüle stellt ebenfalls seine Räume für Feiern zur Verfügung. Carina Cloppenburg erzählt, dass nicht nur im Veranstaltungsbereich eine große Nachfrage bemerkbar ist, sondern auch, dass Restaurant und Hotel gut belegt sind. Es sei spürbar, dass die Leute wieder was unternehmen wollen.

Den Fall, dass ein Geburtstagskind kurz vor der Feier erkrankt ist, hätten sie schon gehabt, verrät die Tochter des Inhabers. Wie man dann mit den entstandenen Kosten, dem eventuell schon eingekauften Essen und anderen Vorbereitungen umgehe, sei immer eine Ermessensfrage. Michael Schulte-Althoff bespricht diese Möglichkeit schon vorab mit seinen Kunden, erklärt der Festsaal-Betreiber.

Personalmangel wird sich in Zukunft weiter ausdehnen

Ein weiteres Problem für die Gastronomen sei der Personalmangel, bestätigt Carina Cloppenburg. Die Rechnung "Mehr Gäste und weniger Service-Kräfte" gehe nicht auf. Auch für den Landgasthof Dockemeyer ist der Personalmangel ein großes Thema, das sich in Zukunft weiter ausdehnen wird, befürchtet Schulte-Althoff.

Der Nachholbedarf ist auch über die Veranstaltungsbranche hinaus spürbar. "Es wird wieder gefeiert", stellt der Friesoyther Brautmodeausstatter Frank Hanneken fest. Hochzeiten hätten die gesamte Pandemie-Zeit über stattgefunden, wenn auch weniger – aber nun würde die Anzahl an Bällen oder auch Schützenfesten extrem ansteigen, berichtet der Experte.

Gelegentlich komme es vor, dass Bräute ihre Kleider bei Braut- und Abendmoden Hanneken erst jetzt abholen. Dann waren sie wegen Terminverschiebungen lange bei dem Fachgeschäft eingelagert. "Und es kann sein, dass das Kleid dann noch mal geändert werden muss", verrät Hanneken.

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