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Goldschmaus-Chef im Visier der Kripo: Hempen soll eigene Mitarbeiter mit Asbestarbeiten beauftragt haben

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Die Kriminalpolizei wirft Josef Hempen vor, eigene Goldschmaus-Mitarbeiter ungeschützt mit Asbestarbeiten beauftragt zu haben.

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Am Pöhlendamm: Auf diesem Gelände sollen die Unterkünfte für die Goldschmaus-Mitarbeiter entstehen. Dort stand zuvor auch der Stall, der abgerissen wurde. Foto: Hoff

Am Pöhlendamm: Auf diesem Gelände sollen die Unterkünfte für die Goldschmaus-Mitarbeiter entstehen. Dort stand zuvor auch der Stall, der abgerissen wurde. Foto: Hoff

Gegen den Geschäftsführer der Goldschmaus-Gruppe, Josef Hempen, werden schwere Vorwürfe laut: Er soll gegen das Chemikalien-Gesetz und die Gefahrenstoffverordnung verstoßen haben. Die Kriminalpolizei Cloppenburg ermittelt wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen, in diesem Fall: Asbest. 

Aber von vorne: Die BG Immobilien GmbH, eine Tochter-Gesellschaft der Goldschmaus-Gruppe, dessen Chef Josef Hempen ist, hat vergangenes Jahr eine große Fläche am Pöhlendamm in Garrel erworben, um dort Unterkünfte für ihre Mitarbeiter zu bauen. Geplant sind konkret 10 Doppelhaushälten, 20 Einheiten á 100 Quadratmeter (OM-Medien berichtete).  

Goldschmaus-Mitarbeiter sollen Eternitdach ohne Schutzkleidung demontiert haben

Auf diesem Grundstück stand bis Dezember noch eine alte Stallanlage. Hempen soll laut Angaben der Kriminalpolizei firmeneigenes Personal eingesetzt haben, um das 700 Quadratmeter große Eternitdach dieses Pferdestalls abzureißen. Eine entsprechende Anmeldung beim Gewerbeaufsichtsamt (GAA), die zwingend notwendig gewesen wäre, ist nicht erfolgt. Demnach ließ Hempen Goldschmaus-Mitarbeiter, die weder über die entsprechende Fachkenntnis verfügten noch mit entsprechender Kleidung geschützt waren, mit krebserregendem Baustoff arbeiten. 

Bei Abbrucharbeiten sowie Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an Gebäuden können feine Asbestfasern freigesetzt werden. Gelangen diese über die Atemluft in den Körper, können lebensbedrohliche Erkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs und Mesotheliome die Folge sein. 

Produkte mit Asbestfasern müssen durch Fachleute entsorgt werden

Grundsätzlich müssen Produkte mit Asbestfasern durch qualifizierte Fachleute entsorgt werden, die während der Abbauarbeiten eine individuelle Schutzkleidung tragen. Um eine Staubentwicklung zu verhindern, muss das Produkt mit einem Bindemittel befeuchtet werden. Asbesthaltige Produkte dürfen nicht mit anderem Bauschutt gemischt entsorgt werden, zudem müssen sie staubdicht verpackt werden, bevor sie abtransportiert werden. Hierzu werden in der Regel Big-Bags oder reißfeste Spezialfolien verwendet. Auch für den Abtransport der Asbestprodukte gelten Sonderregelungen: Transportgenehmigung, Entsorgungsnachweis und Abfallbegleitschein sind erforderlich. Es besteht eine Kennzeichnungspflicht als gefährlicher Sondermüll.

Eine direkte Anwohnerin berichtet im Gespräch mit OM-Medien, dass es ihnen schon damals "komisch" vorgekommen sei, dass die Arbeiter bei den Abrissarbeiten des Eternit-Dachs keine Schutz-, sondern "normale Arbeitskleidung" trugen. 

Goldschmaus-Gruppe will keine Angaben machen

Das GAA erfuhr erst nachträglich von der Asbest-Baustelle. Nach einem externen Hinweis sei ein Mitarbeiter vor Ort gewesen; zum Zeitpunkt waren die Abbrucharbeiten bereits abgeschlossen, teilte eine Mitarbeiterin auf Nachfrage mit. Das GAA informierte daraufhin die für Abfall zuständige Behörde, den Landkreis Cloppenburg.

Laut Kriminalpolizei sei das Asbest allerdings ordnungsgemäß in den vorgeschriebenen Big Packs verpackt worden. Eine Entsorgungsfirma habe die Container mit den Asbest-Tüten abgeholt und vorschriftsmäßig entsorgt. Für 12,7 Tonnen gebe es die nötigen Entsorgungsnachweise. Daher bezögen sich die Ermittlungen  ausschließlich auf die nicht ordnungsgemäß durchgeführte Demontage des Eternitdachs. 

Die Goldschmaus-Gruppe teilte mit, keine Angaben zu dem laufenden Verfahren machen zu wollen. Solange die Aufklärung des Sachverhalts andauere, werde es kein Statement geben.

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