In Goldenstedt und Lutten stehen in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen in das Bestattungswesen an. Auf dem katholischen Friedhof in Lutten sollen alle Wege gepflastert und ein Entwässerungssystem eingebaut werden. Außerdem ist die Erneuerung der Lautsprecheranlage angedacht. Auf dem evangelischen Friedhof in Goldenstedt wird über die Errichtung einer Friedhofskapelle nachgedacht. Beide Projekte wurden am Montag vom Haushaltausschuss des Gemeinderates diskutiert. In beiden Fällen muss der Gemeinderat noch zustimmen.
Katholischer Friedhof Lutten: Der Haushaltsausschuss hat einstimmig empfohlen, die Sanierung und Pflasterung der Friedhofswege zu 85 Prozent zu bezuschussen, höchstens aber mit 122.910 Euro. Hintergrund ist, dass auf dem Friedhof in Lutten nach Regenfällen oftmals Wasser auf den Wegen steht, nach starkem Regen sogar auf Gräbern, wie Josef Hülsmann, Kirchenprovisor der Pfarrgemeinde St. Gorgonius in der Ausschusssitzung sagte. Deshalb sollen nun alle Wege gepflastert und ein Entwässerungssystem eingebaut werden.
Bürgermeister Alfred Kuhlmann wies darauf hin, dass das Friedhofswesen eigentlich in die Zuständigkeit der Gemeinde falle. In Goldenstedt werde die Aufgabe aber von den Kirchengemeinden wahrgenommen. Der Ausschuss folgte schließlich der Gemeindeverwaltung und sprach sich dafür aus, die Sanierung mit 85 Prozent zu bezuschussen. Diese Zahl ergibt sich aus einer Mischkalkulation. Vorlage dafür sind die Vereinbarungen zwischen katholischer Kirche und Gemeinde über die Finanzierung von Kindergärten. Hier werden Investitionen wie Neubauten mit zu 90 Prozent bezuschusst. Bei Ausbesserungen und Instandhaltung übernimmt Goldenstedt hingegen nur 83 Prozent der Kosten. Für die Sanierung der Friedhofswege, die teils Investition, teils Instandhaltung seien, kamen Ausschuss und Verwaltung zu einem Mix.
Zugleich empfahlen die Ausschussmitglieder, die Erneuerung der Lautsprecheranlage auf dem Friedhof zur Hälfte zu unterstützen. Dies sei wichtig, so Kirchenprovisor Hülsmann, damit Menschen auch aus der Kirche an einer Beerdigung teilnehmen könnten, etwa, wenn sie bewegungseingeschränkt sind. Der Ausschuss empfahl, den Zuschuss hierfür bei 15700 Euro zu deckeln.
Evangelischer Friedhof:
Auf dem evangelischen Friedhof in Goldenstedt gibt es eine kleine Halle, in der ein Leichnam in einem gekühlten und mit einer Glasplatte bedeckten Sarg aufbewahrt werden kann. Die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, Elke Koopmann, wies in der Ausschusssitzung darauf hin, dass die Gesellschaft vielfältiger werde. Für nicht-christliche Begräbnisse gebe es bisher aber keinen „würdigen Abschiedsraum“. Tatsächlich finden in dem äußerst schlichten Gebäude nur sehr wenige Menschen Platz. Gebaut wurde die Halle zunächst als Garage für einen Leichenwagen. 1996 wurde sie letztmals saniert.
Die evangelische Kirchengemeinde denkt nun über den Neubau einer Friedhofskapelle und einer Leichenhalle nach, die für Begräbnisse aller Religionen genutzt werden kann. Dazu hat sie, ohne dass schon konkrete Pläne vorliegen, bei der Gemeinde einen Zuschuss beantragt. Einstimmig empfahl der Haushaltsausschuss ebenfalls einen Zuschuss in Höhe von 85 Prozent, was nach Schätzungen 340 000 Euro entsprechen dürfte. Zugleich solle die Kirchengemeinde aufgefordert werden, eine entsprechende Planung und Kostenschätzung vorzulegen. Pfarrerin Koopmann erinnerte in der Diskussion daran, dass gemäß der als Vergleichsgrundlage dienenden Vereinbarungen mit der katholischen Kirche Investitionen wie der angestrebte Neubau eigentlich zu 90 Prozent bezuschusst werden. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Hans Böging bemerkte, dass der Einbau öffentlicher Toiletten in ein künftiges Gebäude auch zu 100 Prozent von der Gemeinde übernommen werden könne. Auf Anfrage der OV sagte Koopmann, die Planungen seien „der Beginn eines gemeinsamen Projekts“.