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Glaubensfreude im Nordkreis

Nach den ersten Gottesdiensten am vergangenen Wochenende blicken die Gemeindeleiter in Bakum, Goldenstedt und Visbek zuversichtlich auf den nächsten Sonntag.

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Seit an Seit: Auch in Goldenstedt können Christen wieder zur Kirche gehen. Foto: Ebert

Seit an Seit: Auch in Goldenstedt können Christen wieder zur Kirche gehen. Foto: Ebert

Die Auferstehung Jesu Christi fiel in diesem Jahr aus, zumindest in ihrer religiösen Feierlichkeit. Ein Jahr ohne Ostergottesdienste, ohne Feuer und Familientreffen: Das gab es noch nie.

Umso größer war deshalb bei vielen Christen die Freude am vergangenen Wochenende, als nach mehr als zwei Monaten wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden durften.

Dabei haben die Kirchengemeinden in Bakum, Goldenstedt und Visbek überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Hermann Josef Lücker, katholischer Pfarrer in Visbek und Rechterfeld, sagt, er blicke "total optimistisch und mit großer Vorfreude" auf den kommenden Sonntag mit seinen Gottesdiensten.

Weniger Leute als früher kommen in die Kirche

Die "Premiere" am vergangenen Wochenende sei "ausgesprochen gut" abgelaufen, die vorab festgelegten Regeln zum Infektionsschutz während des Kirchenbesuches seien eingehalten worden. Das alles habe "besser als erwartet" funktioniert, sagt der Geistliche.

Vor der Pandemie sind nach seinen Angaben in Visbek und Rechterfeld zwischen 1500 und 1800 Menschen am Samstagabend und Sonntag in die katholischen Messen gekommen.

Am ersten Sonntag nach dem zeitweiligen Gottesdienstverbot waren es hingegen nur knapp 200. Deshalb mussten die Ordner auch niemanden abweisen und die Sicherheitsabstände konnten eingehalten werden. Auf eine Anmeldung hatte die Gemeinde in Visbek verzichtet.

Packt an: Pfarrer Hermann Josef Lücker aus Visbek. Foto: dpaPackt an: Pfarrer Hermann Josef Lücker aus Visbek. Foto: dpa

Trotz der Maßnahmen zum Infektionsschutz spürt Lücker "eine große Zufriedenheit und Dankbarkeit" bei den Leuten. Für das nächste Wochenende hofft er, dass noch mehr Familien insbesondere mit Kommunionkindern den Mut für den Messbesuch aufbringen.

In den katholischen Kirchen in Goldenstedt, Ellenstedt und Lutten ist es nach Angaben von Pfarrer Martin Knipper ähnlich geordnet  abgelaufen. Der Geistliche räumt ein, dass er zunächst befürchtet hätte, dass es zu unschönen Szenen kommen würde, falls Besucher abgewiesen werden müssten.

Kirchenlieder werden nur gelegentlich gesungen

In Goldenstedt und Lutten haben nach Knippers Angaben etwa 25 Prozent der üblichen Besucher den Gottesdienst aufgesucht, in Ellenstedt seien es 50 Prozent gewesen. 

Obwohl es keine Anmeldung gab, habe es keine Platzprobleme gegeben. Knipper sagt, nach der Feuerprobe am vergangenen Wochenende würde er sich nun über mehr Besucher in den Messen freuen. 

In jedem Fall bekomme er viele Rückmeldungen, dass es "schön ist,  wieder Gottesdienst feiern zu können". Diese Freude wird anscheinend nicht dadurch getrübt, dass der Gebrauch von Musik eingeschränkt werden muss: So wurden nur zu Ein- und Auszug, zum Gloria und zum Sanctus Lieder gesungen.

Zunächst skeptisch, dann erfreut: Pfarrer Martin Knipper aus Goldenstedt. Foto: EbertZunächst skeptisch, dann erfreut: Pfarrer Martin Knipper aus Goldenstedt. Foto: Ebert

Und auch die Austeilung der Kommunion war ungewöhnlich: Sie erfolgte in der Pfarrei St. Gorgonius nämlich am Platz der Gläubigen.

Nochmal ganz anders war der erste Gottesdienst der evangelischen Gemeinde in Visbek: Hier feierte am Sonntag das neue Pastorenehepaar Andrea Hilgen-Frerichs und Karsten Hilgen ihren ersten Gottesdienst. Das Ehepaar war zuvor ausschließlich in Bakum und Dinklage beschäftigt.

Der Gottesdienst sei "sehr, sehr gut" gewesen, sagt Karsten Hilgen. Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken hätten auch hier für Infektionsschutz gesorgt, außerdem hätten die Gottesdienstbesucher Kontaktdaten hinterlassen.

In Bakum müssen Gläubige sich anmelden

Trotzdem sei der Gottesdienst ohne gemeinsames Singen "anders" und die Atmosphäre zunächst "etwas gedrückt" gewesen. Auch hier sei aber trotzdem Glaubensfreude aufgekommen.

Ab Sonntag finden nun auch in Bakum und Langförden wieder evangelische Gottesdienste zu den üblichen Zeiten statt. Wenn auf Dauer die Nachfrage das Platzangebot übersteige, werde die Anzahl der Gottesdienste ausgeweitet, sagt der evangelische Geistliche. In Visbek werde darüber hinaus die Möglichkeit geschaffen, das Gottesdienstgeschehen per Lautsprecher nach draußen zu übertragen.

Ebenfalls gute Erfahrungen gemacht hat die katholische Gemeinde in Bakum, Vestrup, Carum und Lüsche. Pfarrer Bernd Holtkamp sagt, er erfahre "viel Zustimmung" für die getroffenen Maßnahmen und sei selbst "heilfroh, wieder Gottesdienst feiern zu können". Hier müssen die Katholiken sich vorher beim Pfarrbüro für den Messbesuch anmelden, um Enttäuschungen durch Abweisung an der Kirchentür zu vermeiden. 

Info: Die evangelische Gemeinde in Goldenstedt war am Mittwoch leider nicht erreichbar. 

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