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Gewerbegebiet "Ba/Di/Ho" sorgt für viele Diskussionen in Dinklage und Holdorf

Benötigt die Wirtschaft Optionen zur Erweiterung? Ja, finden die meisten Politiker. Das sieht die Bevölkerung zum Teil ganz anders und forderte ein Aus für die Planungen.

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Wer am 12. September dieses Jahres in die Gesichter von Dr. Wolfgang Krug, Carl Heinz Putthoff, Michael Bürgel und Werner Meier blickte, der sah vor allem das: ein Lächeln. Als die Bürgermeister von Holdorf, Dinklage, der Samtgemeinde Artland und Badbergen die Pläne für ein interkommunales Gewerbegebiet der vier Kommunen öffentlich machten, waren sie erleichtert und optimistisch zugleich.
Erleichtert in dem Glauben, dass der gemeinsame Industriepark entlang der Bundesstraße 214 die Flächennot für Gewerbetreibende lindern könnte. Und sie waren auch sehr optimistisch, dass noch in 2022 der Startschuss für die Planungen gegeben wird.

Zum Ende dieses Jahres dürfte sich die Stimmungslage bei dem ein oder anderen Verwaltungschef jedoch gedreht haben. Denn das Gewerbegebiet, das auch dank seiner direkten Nähe zur Autobahn 1 eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur hätte, ist umstritten. Vor allem in Holdorf ist der Widerstand groß.  Das wurde auf der Versammlung mit 350 Gästen deutlich, aber auch in den politischen Sitzungen der Holdorfer Gremien, in denen die Bürger – und nicht nur Landwirte und Flächenbesitzer – ihre Sorgen und Nöte teilten. 

Da waren sie noch guter Dinge: Die Bürgermeister Carl Heinz Putthoff (links) und Wolfgang Krug machen die Pläne für BaDiHo öffentlich. Foto: BöckmannDa waren sie noch guter Dinge: Die Bürgermeister Carl Heinz Putthoff (links) und Wolfgang Krug machen die Pläne für Ba/Di/Ho öffentlich. Foto: Böckmann

Die Diskussionen drehten sich vor allem immer um diese Frage: Benötigt das kleine Holdorf wirklich so einen großen, weiteren Industriepark? Die Dimensionen des 240 Hektar großen Untersuchungsgebietes – 90 Hektar liegen in Fladderlohausen, 75 auf Badberger Seite in Grönloh und 70 Hektar in Langwege – erschreckten viele Bürger. Sie forderten ein sofortiges Aus für die Planungen. 

Also: Wie ist nun der Stand der Planungen? Die wichtigste Nachricht: das Aus für die Planungen ist (noch lange) nicht besiegelt. Auch wenn dies vor allem Lorser, aber auch die Interessengemeinschaft Holdorf forderten. Stattdessen will die Gemeinde Holdorf einen Runden Tisch mit Landvolk, Flächeneigentümern, Naturschützern, Politik und Verwaltung bilden, um über das weitere Vorgehen zu beraten. CDU/FDP, SPD und der Bürgermeister Krug sind nämlich nach wie vor der Meinung: Holdorf muss Optionen haben, um sich zukünftig, vielleicht auch erst in Jahrzehnten, weiterentwickeln zu können.

Dinklage hat nun ebenfalls die Planungen gestoppt. Die Stadt will abwarten, was in Holdorf passiert – und dann weiter entscheiden. Bürgermeister Carl Heinz Putthoff macht aber gleichzeitig deutlich: Wenn Holdorf aussteigt, setzt er auf ein Gewerbegebiet mit Badbergen. Das Bürgerforum hat derweil eine Analyse angeregt. Diese soll ermitteln, wie hoch der Flächenbedarf der Unternehmer tatsächlich ist.

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