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Gendergerechtigkeit: "Mary-Markt"- Festredner Marco Trips grüßt mit "Liebe Alle"

Der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes spricht beim traditionellen Empfang am Samstag des Mariä-Geburtsmarktes in Cloppenburg. Premiere für Bürgermeister Varnhorn.

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Ein Prost auf den "Marymarkt": Cloppenburgs Bürgermeister Neidhard Varnhorn (links) mit Festredner Dr. Marco Trips,Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Foto: Kessens

Ein Prost auf den "Marymarkt": Cloppenburgs Bürgermeister Neidhard Varnhorn (links) mit Festredner Dr. Marco Trips,Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Foto: Kessens

Launisch und mit einer Portion Ernsthaftigkeit brillierte Dr. Marco Trips, Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, als Festredner beim Empfang am Samstag zum Mariä Geburtsmarkt. Trips tat sich zunächst schwer mit der korrekten Anrede seiner Zuhörerinnen und Zuhörer. Sah er doch vor, gendergerecht niemanden außen vorzulassen und einigte sich schließlich auf „Liebe Alle“, dem die Anwesenden mit Applaus zustimmten.

Zum Aufwärmen wollte er ein Zitat berühmter Persönlichkeiten wählen, aber auch da stellten sich ihm Hürden in den Weg, denn viele Zitate seien politisch nicht mehr korrekt. Aber bei den nächsten Fragen wurde es noch komplizierter. „Seid ihr alle geimpft, seid ihr alle geduscht?“.

Zehn Jahre Ehrenamt: Hannelore Warmhold, Ruth Decker (Heimatverein) und Mirko Mathäus (DRK) wurden von Rita Moormann (Ehrenamtsagentur) und Neidhard Varnhorn (von links) geehrt. Foto: KessensZehn Jahre Ehrenamt: Hannelore Warmhold, Ruth Decker (Heimatverein) und Mirko Mathäus (DRK) wurden von Rita Moormann (Ehrenamtsagentur) und Neidhard Varnhorn (von links) geehrt. Foto: Kessens

Sein Resümee: Die Welt ist komplizierter geworden, und man muss sich überlegen, wie man zu den Dingen steht, man muss aber auch andere Meinungen aushalten. Das größte Problem sah Trips in den sozialen Medien. Hier ginge es nicht um sachliche Information, sondern um Klicks. „Wir sollten aufpassen, welche Macht Shitstorms über Menschen und Leben haben können“, mahnte er.

Fünf große Bereiche, die die Kommunen zu bewältigen haben, riss der Redner an. Die Energiekrise werde den Kommunen und auch den Privathaushalten zu schaffen machen. „Bei einer Einsparung von 20 Prozent scheint die Versorgung in Niedersachsen wahrscheinlich gesichert“, meinte er, gab aber auch zu bedenken, dass etwa Hallenbäder nicht in Betrieb genommen würden. In Bezug auf den Klimawandel und die jetzigen Dürren er bereits von Gesprächen mit dem Land über Wasserrechte und Wasserteilung. Ein Weg der Energiekrise zu begegnen, sei die verstärkte Nutzung regenerativer Energie. Doch er bemängelte dabei die langen Genehmigungsverfahren.

Als ein großes Problem beschrieb Trips die Unterbringung von Geflüchteten. 112.000 Menschen seien 2022 in den Kommunen untergekommen, das entspräche der Zahl der Flüchtlinge 2015/16. Vielerorts stünde der Zugriff auf Turnhallen wieder bevor, befürchtete Trips.

Den Personalmangel beklagte er bezüglich der Ausstattung der Kitas. Die Finanzierung der Kitas nehme in den Haushalten der Kommunen einen großen Teil ein und Fachverbände verlangten immer mehr eine Qualitätsverbesserung. Zum Schluss prangerte er die Bürokratie und die „Förderitis“ an und bezeichnete sie als Hemmschwelle. Allerdings: Bei der Vielzahl von Problemen würden Lösungen gefunden, ist Trips sich sicher.

Varnhorn feiert seine Premiere

Zuvor erlebte Bürgermeister Neidhard Varnhorn seine Premiere als Einladender zum Empfang und zeigte sich glücklich über die große Anzahl der geladenen Gäste. Mit dem obligatorischen Anstich eines Freibierfaqsses wünschte er dem „Mary-Markt“ einen harmonischen Verlauf. Musikalisch untermalt wurde der Empfang von der Feuerwehrkapelle und dem Shantychor „Knurrhähne“.

Traditionell wurden beim Empfang Ehrenamtliche mit der Ehrenamtskarte für ihr Engagement der Jahre 2019 bis 2022 bedacht. Anwesend waren Agnes Espelage (Sozialdienst katholischer Frauen), Enno Janssen (Tischtennisverband Niedersachsen), Anna Hammel und Lina Kwasnina (Diakonie Schwedenheim) sowie Andreas und Marina Salzwasser (Wassersportverein Cloppenburg). Für zehn Jahre Ehrenamt: wurden Hannelore Warmhold, und Ruth Decker (beide Heimatverein ) und Mirko Mathäus (DRK) ausgezeichnet.

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