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Gegen den Verkehrskollaps vor der Grundschule: Neuenkirchen soll Laufbus-Stationen erhalten

Die Autos ballen sich morgens und mittags im Herrengarten. Viele Anwohner, aber auch die Verantwortlichen der Grundschule sind damit unzufrieden. Das soll sich jetzt ändern.

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Sehr engagiert: Anke Leferenz-Lehnert hat mit weiteren interessierten Bürgern das Projekt "Laufbus" auf den Weg gebracht. Auf dem Tablet zeigt sie das Motiv der Haltestellenschilder. Foto: Lammert

Sehr engagiert: Anke Leferenz-Lehnert hat mit weiteren interessierten Bürgern das Projekt "Laufbus" auf den Weg gebracht. Auf dem Tablet zeigt sie das Motiv der Haltestellenschilder. Foto: Lammert

Eine nicht ganz neue Idee haben die IGNV-Ratsmitglieder Anke Leferenz-Lehnert, Lisa Haakmann und Sven gr. Sextro sowie Hatice Naric, Mutter eines Grundschulkindes, aufgegriffen: Sie bereiten einen sogenannten Laufbus für Kinder der Neuenkirchener Grundschule im Herrengarten vor.

Laufbus heißt: Grundschüler sammeln sich, so ist es geplant, an 2 Haltepunkten. Die Punkte sollen sich auf dem Aldi-Parkplatz und bei der ehemaligen Molkerei an der Holdorfer Straße befinden. Dort warten Eltern, die die Mädchen und Jungen anschließend in der Gruppe zur Grundschule bringen. "Es sollen jeweils mindestens 2 erwachsene Begleiter im Einsatz sein", sagte Anke Leferenz-Lehnert.

Die Rechnung lautet: Je mehr Teilnehmer, desto weniger Autos

Die Aktion soll dazu beitragen, das Verkehrschaos in der Siedlung Herrengarten vor Schulbeginn und nach Schulschluss zu verringern, wenn sich die Zahl der Autos in der Siedlung ballt. Denn je mehr Kinder am Laufbus teilnehmen, desto weniger Autos müssen vor der Grundschule vorfahren.

Als Starttermin haben die Eltern den 15. November ins Auge gefasst. Damit es klappt, müssen sich aber möglichst noch Eltern und andere Bürger finden, die bei der Aktion mitmachen. Die möchten die Initiatoren in den kommenden Wochen noch gewinnen.

Dazu setzen sie auf eine enge Kooperation mit der Grundschulleiterin Karin Rechtien. Sie stellt für eine Präsentation über das Vorhaben sowie die Anmeldeformulare für die Kinder und interessierte Eltern den Schulserver I-Serve zur Verfügung.

Auswertung der Anmeldeformulare erfolgt in den Herbstferien

Im Verlauf der kommenden Herbstferien wollen Anke Leferenz-Lehnert und die anderen Mitglieder des Initiatorenkreises die Anmeldeformulare auswerten. Dann soll auch feststehen, wie viele Kinder das Angebot wahrnehmen wollen. Nach einer Umfrage, die kurz vor den Sommerferien stattgefunden hatte, waren es mehr als 20. "Bei einer Elternratspräsentation für die 1. und 2. Schulklassen kam der Laufbus gut an", sagt Leferenz-Lehnert.

Das Ziel ist es, einen festen Kreis von Erwachsenen zu finden, der sich längerfristig bereit erklärt, die Kinder von der "Haltestelle" zur Schule zu begleiten. Wer mitmacht, erhält von der Polizei im Rahmen der Aktion "Sicherer Schulweg" Ende Oktober oder Anfang November eine Schulung. Versichert sind die Eltern bei der Laufbus-Tätigkeit über den Gemeindeunfallverband.

Für Erwachsene wird ein Dienstplan erstellt

Das Organisationsteam wird mit den teilnehmenden Erwachsenen deren Einsätze morgens und mittags nach Schulschluss regeln. Mit den Kindern werden die Initiatoren eine Vereinbarung treffen, die die Laufbus-Mädchen und -Jungen unterschreiben. Darin sind Regeln festgelegt wie die, dass sie auf dem Weg zur Schule nicht trödeln, dass sie nicht schneller gehen als die anderen Kinder und dass sie weder auf die Straße rennen noch auf dem Radweg gehen.

Teilnehmen können an dem Laufbus nach Worten Leferenz-Lehnerts fast alle Grundschüler. Ausgenommen sind die sogenannten Buskinder und die Ganztagsschüler. Und sollte die Aktion gut angenommen werden, ist eine 3. Laufbus-Haltestelle vor dem Kindergarten Sonnenland geplant. Von dort aus lässt sich die Grundschule ebenfalls gut zu Fuß erreichen.

Rektorin Rechtien sieht im Laufbus viele Vorteile

Grundschulrektorin Rechtien unterstützt den Laufbus nicht nur wegen des möglicherweise geringeren Verkehrsaufkommens im Herrengarten. Nach ihren Worten profitieren die teilnehmen Mädchen und Jungen in mehrfacher Hinsicht. So schule der Laufbus das Gemeinschaftsgefühl, das Verantwortungsbewusstsein und das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Außerdem lernten die Schüler beim Gang zu Fuß durch die Siedlung ein kleines Stück ihrer Heimat viel besser kennen, als wenn sie mit dem Auto gebracht werden.

Lehrerinnen und Lehrer werden sich nach Worten der Rektorin aber nicht aktiv am Laufbus beteiligen: "Es liegt in der Verantwortung der Eltern, dass die Kinder ihre Schulpflicht erfüllen."

  • Info: Wer mehr über den Laufbus erfahren möchte, kann sich per Mail unter der Adresse ankelele@icloud.com an Anke Leferenz-Lehnert wenden.

Ein Kommentar zum Thema von Klaus-Peter Lammert (Reporter):

Gute Sache

Da verdienen sich einige Neuenkirchener ein dickes Lob: Das Projekt "Laufbus" ist aus vielerlei Gründen sinnvoll, nicht nur wegen einer möglichen Verkehrsentlastung der Siedlung Herrengarten vor Schulbeginn und nach Schulschluss. Warum viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto am liebsten bis ins Klassenzimmer chauffieren beziehungsweise dort abholen würden, erschließt sich nicht. Die Erst- bis Viertklässler sind durchaus in der Lage, einige 100 Meter zu Fuß zu gehen. Und für die Eltern gilt das natürlich auch. Zu wünschen bleibt, dass möglichst viele Eltern ihre Kinder ab Mitte November zu den Laufbus-Haltestellen bringen und dass sich möglichst viele selbst als Begleiter der Schüler zur Verfügung stellen.

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