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Geflüchtete starten mit Deutsch-Kurs in der Sportschule Lastrup

Der Verein "Vita – Stronger together for peace and freedom" will in Lastrup lebende Ukrainer integrieren. Initiator Franz-Josef Kettmann will dazu den Verein  "Bürger für Bürger" mit ins Boot holen.

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Freuen sich auf den Kursstart (hinten, von links): Christoph Rohling, Bürgermeister Michael Kramer, Franz-Josef Kettmann, Fidan Hensel und Margaryta Mandryk fördern den Deutsch-Unterricht der geflüchteten Ukrainer in Lastrup. Foto: Wienken

Freuen sich auf den Kursstart (hinten, von links): Christoph Rohling, Bürgermeister Michael Kramer, Franz-Josef Kettmann, Fidan Hensel und Margaryta Mandryk fördern den Deutsch-Unterricht der geflüchteten Ukrainer in Lastrup. Foto: Wienken

Zurück auf die Schulbank: Rund 30 geflüchtete Ukrainer, die in Lastrup untergekommen sind, starten nun in der Kreissportschule mit einem Integrationskurs, um schnell die Sprache zu lernen und sich zurechtzufinden. "Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind sehr lernwillig. Sie möchten Deutsch lernen, um Arbeit zu finden und nicht mehr von Sozialleistungen abhängig zu sein", erklärt Fidan Hensel, die den Kurs mit betreut.

Neben der Förderung von Sprachkenntnissen unterstützen sie und Kursleiterin Margaryta Mandryk die Geflüchteten außerdem bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Durch die Kurse könnten sich die Geflüchteten auch untereinander stärker vernetzen. Fidan Hensel hatte zuvor den Kontakt zu den Ukrainern aufgenommen.

Initiator des Integrationsprojekts ist der Verein „Vita – Stronger together for peace and freedom“ mit Franz-Josef Kettmann. Dieser wurde kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs gegründet und möchte den Geflüchteten das Ankommen und Einleben in Deutschland erleichtern. In der Vergangenheit hatten Kettmann vermehrt Anfragen aus Lastrup erreicht, das Engagement auszuweiten. Mit der Sportschule war schnell ein Ort für die Seminare gefunden.

Kursteilnehmer sollen Sprachniveau A1 erreichen

„Unter den Kursteilnehmern befinden sich auch die Trainerin und drei Betreuer der Handballmannschaft aus Odessa, die bei uns untergebracht sind“, berichtet Christoph Rohling, Geschäftsführer der Sportschule. Zudem ist in der Einrichtung selbst auch eine Frau mit ukrainischer Herkunft beschäftigt, die den Teilnehmern hilft, sich zurechtzufinden.

Insgesamt solle der Deutschkurs rund 4 Monate dauern. Er umfasse 8 Stunden in der Woche, berichtet Fidan Hensel. Am Ende sollen die Geflüchteten das Niveau A1 erreichen, also vertraut sein mit einer elementaren Sprachverwendung. Sie sind dann in der Lage, einfache Sätze zu verstehen und Situationen im Alltag zu kommunizieren. So könnten sie sich dann beispielsweise für einen Job bewerben, erklärt Hensel.

Gibt erste Einblicke in die deutsche Sprache: Margaryta Mandryk führt die Kursteilnehmer in die deutsche Grammatik ein. Foto: WienkenGibt erste Einblicke in die deutsche Sprache: Margaryta Mandryk führt die Kursteilnehmer in die deutsche Grammatik ein. Foto: Wienken

Für den Garreler Franz-Josef Kettmann sei es wichtig, Vereine in Lastrup mit ins Boot zu holen, um die angestoßenen Projekte voranzutreiben. Hierfür stellte Christoph Rohling den Kontakt zum Verein "Bürger für Bürger" her. Diese Verbindung soll alsbald konkretisiert werden. „Ich bin dazu schon in Gesprächen mit Rudolf Brinkmann vom Verein ‚Bürger für Bürger Lastrup‘. Auf der nächsten Sitzung des Vereins möchte ich den Mitgliedern das Projekt vorstellen und sie mit in die Arbeit einbinden“, so Kettmann. So sei sichergestellt, dass das Projekt vor Ort Anschluss findet. Außerdem könnten die Lastruper weitere Unterstützer, vor allem finanzieller Art, gewinnen. Brinkmann, Vorsitzender von "Bürger für Bürger", freut sich, dass es ab sofort für viele geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer in Lastrup die Möglichkeit gibt, Deutsch zu lernen. Für die Unterstützung und Fortführung des Projekts zeigte er sich offen.

Momentan lebt das Integrationsprojekt des Vereins "Vita" ausschließlich von Spenden und erfährt Unterstützung von der Bürgerstiftung Cloppenburg. In der Kreisstadt haben bereits über 80 Ukrainer an dem Integrationskurs teilgenommen. Abseits des Seminarraums für Sprach- und Orientierungskurse organisiert "Vita" außerdem kleinere Ausflugsfahrten, zum Beispiel in den Zoo oder ans Zwischenahner Meer, um den Geflüchteten Abwechslung zu bieten und in einem entspannten Rahmen die Sprache zu lernen, erklärt Kettmann. Schließlich sei die Sprache der Schlüssel zur Integration.

  • Info: Interessierte, die das Integrationsprojekt in Lastrup unterstützen möchten, können an das Konto von "Bürger für Bürger Lastrup" spenden (Konto: IBAN: DE77 2805 0100 0091 0287 04, LzO Lastrup).

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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