Friesoyther Tafel erhält neuen Kühlwagen
Viele Spenden haben die Finanzierung des 54.145 Euro teuren Autos sichergestellt. Die Firma A+T Fahrzeuge lieferte das Auto und hat die Beschriftung am neuen Fahrzeug gespendet.
Hans Passmann | 04.08.2023
Viele Spenden haben die Finanzierung des 54.145 Euro teuren Autos sichergestellt. Die Firma A+T Fahrzeuge lieferte das Auto und hat die Beschriftung am neuen Fahrzeug gespendet.
Hans Passmann | 04.08.2023

Übergabe des neuen Fahrzeuges an die CarLa der Friesoyther Tafel: (von links) Jürgen Fuhler (VR-Bank), Stefan Awick (Voba), Markus Lamping (Raiba), Michael Schaub, Herbert Neteler (AT), Johannes Budde, Werner Fuhler, Reinhold Looschen, Bianca Henken (Tafel) und Eckehard Drees (Caritas). Foto: C. Passmann
160 Pferdestärken unter der Haube, technisch auf hohem Niveau und optisch ansprechend. Das neue Fahrzeug der Friesoyther Tafel, ein Renault Master Kühlwagen, ist bereit für die täglichen Touren und einen leistungsstarken Einsatz. Am vergangenen Donnerstag nahmen die Vertreter von „CarLa“ den Wagen auf dem Gelände der Friesoyther Ausgabestelle am Pehmertanger Weg, im Beisein der Sponsoren, entgegen und freuten sich über das neue Fahrzeug, das gerade mal 1000 Kilometer auf dem Buckel hat. „Damit haben wir jetzt drei Kühlfahrzeuge, hinter dessen Steuer sich die Ehrenamtlichen nun setzen“, sagt Kassenwart Johannes Budd. Er dankte außerdem den vielen Spenden, die die Finanzierung des rund 54.145 Euro teuren Autos sichergestellt hätten. Einen Betrag von insgesamt 10.000 Euro gab es von der Volksbank Barßel-Bösel-Friesoythe, von der Raiffeisenbank Scharrel und VR-Bank Südoldenburg. Weitere 10.000 Euro erhielt die Tafel aus dem Förderprogramm „Hand in Hand“. Aus eigener Tasche wurde der Rest finanziert. „Und dafür haben wir Rücklagen gebildet“, betonte Budde. Die Friesoyther Tafel trage sich mittlerweile selbst, wenngleich nach wie vor das Caritas-Sozial-Werk (CSW) der Dachverband sei. „Wir leben ausschließlich von Spenden und die waren im vergangenen Jahr großzügig“, sagt Kassenwart Johannes Budde und hofft auf weitere Spenden. Es sei alles ein reiner Freiwilligendienst. Von den Kommunen gebe es kein Geld. „Um Kosten zu sparen, werden mittlerweile die verdorbenen Lebensmittel oder die das Verfallsdatum erreicht haben, selbst zur Entsorgungsstelle nach Heinfelde gefahren“, sagt zweiter Vorsitzender Werner Fuhler. Die CarLa mit ihren fünf Ausgabestellen in Friesoythe, Bösel, Barßel, Saterland und Garrel werde nach wie vor stark frequentiert. „Besonders Ende des vergangenen Jahres war eine Zunahme durch die geflüchteten Menschen aus den Kriegsgebieten der Ukraine zu verzeichnen. Das bezieht sich aber mittlerweile wieder auf den eigentlichen Kundenstamm beispielsweise von Rentnern, Arbeitslosen oder Alleinstehenden. Aber es werden mehr. Darunter sind auch Menschen aus Kolumbien oder Uganda. Die Vielfalt ist groß“, sagt Vorstandsmitglied Bianca Henken. „Wir haben dennoch, wie andere Tafeln, keinen Aufnahmestopp“, erklärt Vorsitzende Reinhold Loosche bei der Fahrzeugübergabe. Für viele Menschen ist die Tafel zur Lebensnotwendigkeit geworden. Derzeit versorgt die Friesoyther Tafel, die 2006 ins Leben gerufen wurde, 1100 Menschen pro Woche mit Lebensmitteln. Rund 50 Fahrer hat die Friesoyther CarLa und etwa 80 Freiwillige, die die eingesammelte Ware sortierten und austeilen. Den vielen Helferinnen und Helfern, die daran beteiligt sind, liegt dieser Dienst am Herzen. Sie leisten ihre Arbeit motiviert und seien mit Spaß bei der Sache, versichert der CarLa-Vorstand übereinstimmend. Doch hier macht sich Kassenwart Budde für die Zukunft ein wenig sorgen. „Viele Ehrenamtliche haben schon ein gewisses Alter erreicht und denken vielfach ans aufhören. Daher wäre es wünschenswert, wenn noch jüngere Helfer und Helferinnen zur Friesoyther Tafel stoßen würden“, so Barßels ehemaliger Bürgermeister. "Wir müssen feststellen, dass die Menschen nicht nur zur Tafel kommen, um satt zu werden, sondern sie kommen auch teilweise zu uns in die Schuldnerberatungsstelle“, sagt Eckehard Drees vom Caritas-Sozialwerk Friesoythe. Die Klientel reiche von mittelständischen Unternehmern bis hin zu jungen Familien. Die Caritas arbeitet Hand in Hand mit der Tafel.Tafel erhielt 10.000 Euro aus Förderprogramm
CarLa wird nach wie vor stark frequentiert
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