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Friesoyther Schulsekretärin geht in Rente und hat in 27 Jahren keinen Arbeitstag bereut

Irene Potthast wurde 1994 über eine Zeitungsanzeige auf ihren Job aufmerksam. Als Frau für alle Fälle war sie an der Elisabethschule verlässliche Ansprechpartnerin für Schüler, Lehrer und Eltern.

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Auf Wiedersehen: Nach 27 Jahren verabschiedete sich Schulsekretärin Irene Potthast in den Ruhestand. Schüler und Lehrer standen für sie Spalier. Foto: Wimberg

Auf Wiedersehen: Nach 27 Jahren verabschiedete sich Schulsekretärin Irene Potthast in den Ruhestand. Schüler und Lehrer standen für sie Spalier. Foto: Wimberg

"Frau Potthast, hast du mal eine Maske für mich?" Ein Satz, den sie in den letzten fast 2 Jahren wohl am häufigsten gehört hat. Eine Maske hatte sie für ihre Schützlinge immer und ansonsten stets ein offenes Ohr. "Ich habe keinen Tag bereut", sagt die Sekretärin der Friesoyther Elisabethschule, die sich nach 27 Jahren in den Ruhestand verabschiedete.

An einem Samstagmorgen beim Frühstück stieß sie in der Zeitung auf die Stellenanzeige. "Das ist es", dachte die verheiratete Mutter von zwei Töchtern damals, bewarb sich und wurde genommen. Einen Computerkurs hatte die ausgebildete Industriekauffrau aus Bösel bereits absolviert, mit einer Schreibmaschine fing sie jedoch ihren Dienst an. "Hier gab es noch keinen PC, der kam dann aber ein paar Monate später", verrät Irene Potthast schmunzelnd. Die Schreibmaschine blieb jedoch, um beispielsweise die Abschlusszeugnisse darauf zu tippen. Und da es sich dabei um ein Dokument handelt, "durfte ich mich natürlich nie verschreiben".

Als Schulsekretärin war sie Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrer und überhaupt die Frau für alle Fälle. „Eine absolut sichere Bank“, unterstrich Dr. Bernd Hinrichs als Vorsitzender des Fördervereins. "Für die Schule ein Glücksfall", dankte der frühere Schulleiter Romke de Vries für "gelebte Menschlichkeit."

Abschied mit Cocktail, Tanz und Theater

Rektorin Ilona Stiefs und Konrektorin Ruth Witte wissen ebenfalls um den verlässlichen Einsatz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit und reihten sich mit gebastelten Blumen gerne ins Spalier ein, durch das die scheidende Sekretärin an ihrem letzten Tag spazieren durfte. Darüber hinaus bekam die gebürtige Scharrelerin in den vergangenen 2 Wochen tägliche Einladungen in die Klassen.

Mal erwartete sie dort ein Cocktail, mal ein Theaterstück, mal ein Tanz und mal ein Frühstück. Und immer waren diese Besuche mit vielen Umarmungen und den Worten verbunden: "Du sollst nicht weggehen."

Eine Abschiedstournee der ganz besonderen Art, "über die ich mich wahnsinnig gefreut habe", sagt die 64-Jährige mit glänzenden Augen und freut sich über soviel Wertschätzung. Alle Geschenke sind "wie an Weihnachten" im heimischen Wohnzimmer aufgebaut und finden einen würdigen Platz.

Dreifache Großmutter will sich nicht nur in den Schaukelstuhl setzen

Mit dem Architekten hat sie zwar auch das Büro im Neubau geplant, einziehen wird dort jedoch ihre Nachfolgerin Christina Dittrich, die sie bereits seit einiger Zeit einarbeitet.

Für die Zukunft sieht sich die dreifache Großmutter gut gerüstet. "Ich werde mich ab jetzt nicht nur in den Schaukelstuhl setzen", betont sie augenzwinkernd. Ihre Arbeit an der Schule kann sie durchaus ruhen lassen, dieser Lebensabschnitt ist nun vorbei. "Kinder und Kollegen hinter sich zu lassen", sei dagegen nicht so einfach, "sie werde ich vermissen."

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