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Frau in Cloppenburger Wohnunterkunft getötet

Die Mutter eines zweijährigen Kindes ist am Sonntagmorgen in einem Cloppenburger Wohnheim für Geflüchtete getötet worden. Bewohner konnten den mutmaßlichen Täter überwältigen. (Update 13.20 Uhr)

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Foto: Nordwestmedia-TV

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Eine Frau ist am frühen Sonntagmorgen in Cloppenburg offenbar durch Messerstiche tödlich verletzt worden. Die Tat passierte in einer Flüchtlingsunterkunft in der Kreisstadt. Die Polizei Cloppenburg ist  um 6.04 Uhr wegen eines Angriffes in das Wohnheim in der Jümmestraße gerufen worden.

Als die Beamten in der Unterkunft eintrafen, hatten die Bewohner bereits einen 19-Jährigen überwältigt und festgehalten. Gegenüber der Polizei erklärten sie, dass er eine Frau mit einem Messer angegriffen haben soll. Daraufhin suchten die Beamten in den Zimmern nach dem Opfer - und fanden schließlich die 36-Jährige, die nach Polizeiangaben mehrere Stichverletzungen erlitten hatte.

Wie Polizeisprecher Hendrik Ebmeyer mitteilte, hätten die Beamten sofort damit begonnen, die Frau mit Erste-Hilfe-Maßnahmen wiederzubeleben. Ein alarmierter Notarzt übernahm die Reanimationsversuche. Doch für die Frau kam jede Hilfe zu spät: Sie erlag ihren Verletzungen. 

Ein zweijähriger Junge, der sich ebenfalls im Zimmer aufhielt, konnte körperlich unversehrt dem Jugendamt übergeben werden. Es handelt sich dabei um das Kind der 36-Jährigen.

Foto: Nordwestmedia-TVFoto: Nordwestmedia-TV

Nach ersten Erkenntnissen und Angaben von Zeugen soll der mutmaßliche Täter die Frau während eines Streits mit einem Messer angegriffen haben. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. 

Wie Polizeisprecher Hendrik Ebmeyer am Sonntag erklärte, müsse unter anderem geklärt werden, in welcher Art von Beziehung die 36-Jährige und der mutmaßliche Täter zueinander standen. Fest steht allerdings: Der 19-Jährige ist nicht der leibliche Vater des Kleinkindes.

Der Mann soll nach ersten Informationen zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen sein. Weitere Informationen teilt die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen noch nicht mit.

Bereits am Sonntagmorgen haben Spezialisten der Polizei damit begonnen, die Spuren am Tatort zu sichern und zu dokumentieren. Die mutmaßliche Tatwaffe ist nach Polizeiangaben bereits sichergestellt worden. Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams waren ebenfalls vor Ort. Sie betreuten die Bewohner der Unterkunft aber auch die Polizisten und Rettungskräfte, die als Erste den Tatort erreichten.

  • Info: Das Wohnheim an der Jümmestraße befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Druckerei und bietet seit rund vier Jahren Platz für bis zu 72 Menschen. Die Unterkunft wird vom Caritas-Sozialwerk betrieben. Das Gebäude besteht aus Betonmodulen. Die Zimmer sind nach Angaben während der Einweihung mit zwei Personen belegt. In Ausnahmefällen wird die Belegung mit drei Betten pro Zimmer aufgestockt.

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