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Finden Schwangere im Kreis Vechta künftig überhaupt noch eine Hebamme?

Spätestens seit der vorübergehenden Teil-Schließung der Geburtsstation im Cloppenburger Krankenhaus ist die Situation der Hebammen in den Fokus gerückt. In Vechta trafen sie sich zu einem Austausch.

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Symbolfoto: dpa/Riedl

Symbolfoto: dpa/Riedl

Hebammen, Haupt- und Ehrenamtliche, die in der Versorgung Schwangerer und Mütter tätig sind, sowie weitere Interessierte haben sich zum Fachtag „Hebammenversorgung im Landkreis Vechta“ im Vechtaer Kreishaus getroffen. Beim Fachtag ging es unter anderem um den Informationsaustausch, aber auch um die Herausforderungen der Hebammenversorgung im Kreisgebiet.

Prognosen gehen davon aus, dass in Zukunft die Geburtshilfe nicht ausreichend sein dürfte: Die Geburtenrate soll in den nächsten Jahren steigen, und bis jetzt ist die Aussicht auf eine strukturelle Veränderung im Gesundheitswesen eher gering. „Umso wichtiger ist es, dass wir mit einem solchen Fachtag dazu beitragen, die Probleme präzise zu benennen und gleichzeitig ein stärkeres Netzwerk aufbauen, damit die Versorgung schwangerer Frauen im Landkreis verbessert wird“, erklärt Hartmut Heinen, Erster Kreisrat des Landkreises Vechta.

Mehr Studienplätze als freie Ausbildungsstellen

„Kreisweit kann höchstens ein Viertel des gesetzlichen Anspruchs an Hebammenhilfe den Frauen momentan geboten werden“, berichtet Janina Sieveke, Koordinatorin der Hebammenzentrale des Landkreises Vechta. Die von Experten und Krankenkassen geforderte 1:1- beziehungsweise 1:2-Betreuung während der Geburt könne aufgrund steigender Geburtenzahlen bei gleichbleibender Hebammenbesetzung, aber auch aufgrund nicht verfügbarer Räumlichkeiten kaum geleistet werden. Zwar seien genug junge Leute an dem Beruf der Hebamme interessiert, allerdings könnten aufgrund des hohen Personalmangels in den Krankenhäusern und der sinkenden Zahl an Kliniken mit Geburtshilfe deutlich weniger ausgebildet werden, als es Studienplätze gibt. „Es ist ein strukturelles Problem“, so Sieveke.

Im Austausch zur Situation der Hebammen: (von links) Erster Kreisrat Hartmut Heinen, Annemarie Hölscher (Hebamme), Janina Sieveke (Koordinatorin der Hebammenzentrale), Silvia van Geel (Mother Hood), Tomke zur Brügge (Gesundheitsregion Landkreis Vechta) und Sandra Guhe (Leiterin des Gesundheitsamtes). Foto: Landkreis VechtaFischerIm Austausch zur Situation der Hebammen: (von links) Erster Kreisrat Hartmut Heinen, Annemarie Hölscher (Hebamme), Janina Sieveke (Koordinatorin der Hebammenzentrale), Silvia van Geel (Mother Hood), Tomke zur Brügge (Gesundheitsregion Landkreis Vechta) und Sandra Guhe (Leiterin des Gesundheitsamtes). Foto: Landkreis Vechta/Fischer

Um diese Herausforderungen auch im Landkreis Vechta bestehen zu können, gibt es seit geraumer Zeit auch eine Hebammenzentrale sowie eine Web-App für den Landkreis, mit der die Suche nach einer Hebamme vereinfacht werden soll. Unter www.hebammen-landkreis-vechta.de werden Schwangeren und Müttern dort mithilfe einer speziellen Suchfunktion Hebammen aus ihrer Nähe vorgeschlagen. So sollen Angebote für Schwangere und Mütter im Kreisgebiet erfasst werden und unkompliziert einsehbar sein.

  • Info: Weitere Informationen zum Thema stehen unter www.hebammen-landkreis-vechta.de zur Verfügung. Außerdem kann die Hebammenzentrale telefonisch zu den Sprechzeiten (Montag, Mittwoch, Donnerstag von 8.30 bis 10.30 Uhr, Dienstag von 13 bis 16 Uhr) kontaktiert werden, um entsprechende Betreuungsmöglichkeiten oder auch Alternativen zu besprechen.

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