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"Erstis" erleben den Uni-Start digital

Die Einführungswoche für die Studienanfänger an der Hochschule in Vechta hat begonnen. Vor dem Bildschirm findet sie für die große Mehrheit statt. Corona macht's nötig.

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Den Hörsaal werden die Studienanfänger eher selten nutzen. Das digitale Studium ist angesagt. Symbolfoto: dpa

Den Hörsaal werden die Studienanfänger eher selten nutzen. Das digitale Studium ist angesagt. Symbolfoto: dpa

Ein neuer Lebensabschnitt hat für circa 1.550 junge Menschen in Vechta begonnen. In dieser Woche steht für diese "Erstis", also die Studienanfänger, die Einführungswoche des Wintersemesters an. Den Campus kennenlernen, die Uni-Stadt inklusive Nachtleben erkunden: 2 Klassiker in dieser Lebensphase. Bislang. 

In diesem Jahr wird der Campus Corona-bedingt nur digital erkundet. Das finden längst nicht alle okay. Die Universität habe die Studienanfänger nicht ausreichend vorbereitet, sagen diese Unzufriedenen. Der allgemeine Studentenausschuss (Asta) und die Universität Vechta halten dagegen und betonen, dass es keine Probleme gebe.

"Ich hatte mich total darauf gefreut, die Universität kennenzulernen und auch die anderen Studienanfänger. Digital ist das Kennenlernen deutlich schwieriger, weil man nicht im direkten Kontakt ist", sagt Kathrin Zomdohme, die ihr Studium in Vechta zum aktuellen Wintersemester beginnt. Sie habe in Anbetracht der steigenden Infektionszahlen Verständnis dafür, dass die Veranstaltungen alle nur digital stattfinden können. Besser als nichts. Traurig sei sie natürlich dennoch.

Doch wie genau läuft die Einführungswoche in diesem Jahr denn ab? "Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten viel Energie in die Digitalisierung unserer Angebote und den Ausbau unserer medialen Präsenz gesteckt", berichtet Imke Kimpel, die Leiterin der Zentralen Studienberatung (ZSB) in Vechta. Viele der bewährten Angebotsformate habe das ZSB-Team für die Auftakttage in digitale Varianten überführt. Es gebe daneben virtuelle Treffpunkte zum Kennenlernen und einen "Service Point", wo Studienanfänger Fragen stellen könnten. Auch solle es Formate wie Instagram Live geben. Mit diesen Angeboten würde die Uni den Erstis den Start vereinfachen.

Studienanfänger wünschen sich mehr Unterstützung

Wie sehen die Studienanfänger das? "Es wäre natürlich schöner gewesen die anderen vor Ort kennenzulernen, aber es hat auch den Vorteil, dass wir viel Zeit sparen, da wir nicht ständig zur Uni hinfahren", sagt Zomdohme. Dahingegen sieht sie ein ganz anderes Problem: "Die gesamte Vorbereitung war ein bisschen schlampig. Uns wurde eine E-Mail gesendet, aber um alles andere mussten wir uns selber kümmern. Ich hätte mir deutlich mehr Unterstützung gewünscht."

Auch eine Studienanfängerin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte, sieht ein Defizit. "Ich habe das Glück, dass ich eine Freundin habe im fünften Semester, die mir zum Beispiel  bei der Stundenplangestaltung geholfen hat. Ich habe aber von vielen gehört, dass es bei ihnen richtig doof gelaufen ist, da sie nichts kapiert hätten", sagt die Sportstudentin. Mehr Unterstützung durch die Uni wäre nötig gewesen, glaubt die junge Frau. 

Sind bei der Studentenvertretung, dem Asta, auch Beschwerden eingegangen? "Da die Auftakttage erst am Montag begonnen haben, wurden bisher noch keine Beschwerden an uns herangetragen. Jedoch hat die Universität im Voraus vieles versucht, um den Einstieg so einfach wie möglich zu gestalten", schreibt der Asta. Die Studentenvertretung sehe aktuell daher keinen Handlungsbedarf.

Foto: ArchivFoto: Archiv

Uni will Studienanfänger stärker unterstützen

Hält die Uni Vechta eine reine Onlineeinführung denn generell für problematisch? "Aus den unterschiedlichen Erfahrungen im Sommersemester 2020 mit vielfältigen digitalen Lehr- und Lernmöglichkeiten können die Studierenden wie die Lehrenden der Universität Vechta gut erprobt in das hybrid gestaltete Wintersemester 2020/21 starten", sagt Professor Doktor Kim-Patrick Sabla-Dimitrov, der Vizepräsident für Lehre und Studium an der Uni Vechta. Darüber hinaus gebe es etwas, das nicht nur mit Blick auf die Erstsemesterstudierenden besser gemacht werden könnte. Die Kommunikation zwischen den Kommilitonen selbst solle in diesem Semester gestärkt werden. 

Ein Beispiel: Im Normalbetrieb finden sich Lerngruppen und durch sie Freundschaften schnell. In der digitalen Welt ist das schwieriger. Dabei wolle die Uni helfen, erklärt Sabla-Dimitrov. Seitens der Studienberatung gebe es Workshops und auch die telefonische und digitale Lernberatung. "Aufgrund dieser vielfältigen Wege bin ich zuversichtlich", findet Sabla-Dimitrov.

Hat es bisher denn Probleme in der Einführungswoche gegeben? "Da sich die tatsächlichen Teilnehmerzahlen im Vergleich zu den Anmeldezahlen verändert hatten, gab es bei der ersten Veranstaltung zunächst technische Probleme. Diese wiederum führten zu Mehrfach-Anmeldungen von Studierenden, welche das System überlasteten", berichtet Imke Kimpel. Das sei behoben worden. Ansonsten lief alles störungsfrei. 

Wunsch nach mehr Präsenzveranstaltungen

Ein Wunsch steht bei vielen Studenten dennoch im Raum: mehr Präsenzveranstaltungen. "Ich studiere ja Sport und da geht es nicht ganz ohne Präsenzveranstaltungen. Ich würde mir wünschen, dass diese ermöglicht werden", sagt eine Studentin. Auch seitens des Asta heißt es: "Die Universität, also auch wir als AStA, würden uns freuen, wenn die Auftakttage im gewohnten Präsenz-Format stattfänden."

Die Vechtaer Studienberatung betont, dass sie für alle Fragen zum Studium zur Verfügung stehen würden. Kimpel: "Alle Beteiligten erhalten die notwendigen Informationen für ihr Studium: Die ZSB steuert nach und bietet weitere Termine an." Daneben verweist die Studienberatung auf die Internetseite für Studienanfänger: www.uni-vechta.de/auftakttage


  • Info: Weitere Informationen für Studierende sind telefonisch unter 04441-15379, per Mail (zsb@uni-vechta.de) oder auf Instagram unter zsb.univechta

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