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Entlassfeier Oberschule Friesoythe: "Das Zeugnis ist nur eine Momentaufnahme"

110 Schüler verlassen die Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe. 25 von ihnen erreichen einen erweiterten Abschluss. Schulleiter Rasmus Braun erklärt, was das Zeugnis alles nicht verrät.

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Ausgezeichnete Leistung: Schulleiter Rasmus Braun gratuliert den Jahrgangsbesten Gina Uecker (links) und Jessica Maier. Foto: Hahn

Ausgezeichnete Leistung: Schulleiter Rasmus Braun gratuliert den Jahrgangsbesten Gina Uecker (links) und Jessica Maier. Foto: Hahn

Thomas Mann, Verona Pooth, Peer Steinbrück, Edward Cullen aus Twilight und Albert Einstein – was haben all diese Namen gemeinsam? Ihre damaligen Leistungen in der Schule inklusive Zeugnis ließen wenig über ihren später erfolgreichen Werdegang erahnen. Denn das Zeugnis verrate längst nicht alles, erklärte Rasmus Braun, Schulleiter der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe bei der Abschlussfeier des 9. und 10. Jahrgangs.

In seiner Rede schilderte er die Entstehungsgeschichte von Zeugnissen: im 16. Jahrhundert ein "Attest für ordnungsgemäßes Ausscheiden der Knechte", ab Ende dem 18. Jahrhundert ein Entlassungsschein. "Aber was sagt dieses Zeugnis eigentlich aus?", fragte sich Braun. Es sei nur ein Ticket für die weitere berufliche Reise. "Die Reise wird lebenslang dauern." Aber für die Person, das Talent, den Fleiß und die getane Arbeit und den Charakter sei es nicht sonderlich aussagekräftig.

Jugendliche mussten in den letzten Jahren viel entbehren

"Das Zeugnis ist nur eine Momentaufnahme", betonte Braun. Auch bei dem Schulleiter selbst, hätten die wenigsten gedacht, dass er diese Position erreiche. Vor allem sei der Abschluss unter besonderen Umständen erreicht worden: Die Jugendlichen hätten durch die Pandemie in den letzten zwei Jahren viel entbehren müssen, zum Beispiel Klassenfahrten.

Der gesamte Abschlussjahrgang der 10. Klasse der Heinrich-von-Oytha-Schule. Foto: OellerichDer gesamte Abschlussjahrgang der 10. Klasse der Heinrich-von-Oytha-Schule. Foto: Oellerich

Auch Diakon Eckehard Drees zog seinen Hut davor, dass die Schülerschaft so flexibel auf die neuen Wege wie Homeschooling reagiert hatten. "Das Lernen vor den Bildschirmen war für beide Seiten nicht immer ein Vergnügen." Nun könnten alle gespannt seien, was die Zukunft noch für Überraschungen bereithalte. Die Stadt als Schulträger konnte wegen personellen Schwierigkeiten keinen Vertreter schicken.

„Eine letzte Sache, die das Zeugnis nicht zeigt: Ihr werdet uns fehlen.“Lehrer der Heinrich-von-Oytha-Schule

Der Schülersprecher Simeon Urban verriet in seiner Ansprache, dass er sich bereits auf zukünftige Klassentreffen freue, um zu sehen, was aus allen geworden ist. Die Lehrerschaft der Oberschule wurde reich beschenkt, jede Klasse bedankte sich einzeln bei ihren Lehrern. Diese sagten in ihrer gemeinsamen Rede: "Eine letzte Sache, die das Zeugnis nicht zeigt: Ihr werdet uns fehlen."

Insgesamt verließen 110 Schülerinnen und Schüler die Friesoyther Oberschule. 25 davon mit einem erweiterten Realschulabschluss, 27 mit einem Realschulabschluss, 23 mit einem Hauptschulabschluss, 28 mit einem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 und 2 Schüler mit einem Förderschulabschluss Lernen. Als Jahrgangsbeste schlossen Gina Uecker und Jessica Maier ab.

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