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Energiekrise: Es wird kälter in den Cloppenburger Kirchen

Die katholische Kirchengemeinde St. Andreas hat bekanntgegeben, wie sie der Energiekrise begegnen möchte. Künftig wird es kühler in den Gotteshäusern, aber nicht überall.

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Die warme Stube der Gemeinde: Die St.-Andreas-Kirche wird als einziges katholisches Gotteshaus in Cloppenburg durchgehend beheizt. Foto: Dickerhoff

Die warme Stube der Gemeinde: Die St.-Andreas-Kirche wird als einziges katholisches Gotteshaus in Cloppenburg durchgehend beheizt. Foto: Dickerhoff

Es wird weniger geheizt, der Fernseher bleibt nicht dauerhaft im Stand-By-Modus und das Auto wird im Zweifelsfall gegen das Fahrrad ausgetauscht. In fast jedem Haushalt wird momentan geschaut, wie mit der Energiekrise bedingt durch den russischen Angriff auf die Ukraine umgegangen wird. Aber Firmen und Vereine schauen ebenso bewusster auf ihren Verbrauch – und auch die Kirchen. Schließlich sind gerade die großen Gotteshäuser nicht ansatzweise nach KfW-Standards errichtet worden.

Die katholische Gemeinde St. Andreas in Cloppenburg hat jetzt bekanntgegeben, wie die entsprechenden Maßnahmen aussehen sollen. Schon länger wurde darüber beratschlagt, es gab eine Anfrage an die hauptamtlichen Mitarbeiter und die Mitglieder der Gremien der Kirchengemeinde. "Dabei gab es keine Denkverbote", erklärt Hermann Schröer, Vorsitzender des Kirchenausschusses. Infolgedessen wurden einige Sparvorschläge gemacht und auch bereits umgesetzt. Außerdem wurde ein Arbeitskreis gebildet und auch das Bischöflich Münstersche Offizialat hat Vorschläge vorgelegt, obwohl durch langfristige Lieferverträge der Gaspreis für viele kirchliche Einrichtungen stabil gehalten werden kann.

Es geht nicht vorrangig darum, die Kosten zu senken

"Uns geht es bei der Sache aber nicht in erster Linie um die Kosten, sondern darum, als Kirche einen adäquaten Beitrag zum Energiesparen zu leisten", so Schröer. Dabei gehe es vordergründig um Gas, aber auch um Strom. Zu sofort werden jetzt in Cloppenburg einige Maßnahmen umgesetzt, mit denen der Krise begegnet werden soll. Diese sollen bis zum Beginn der Osterferien im kommenden Jahr gelten, ausgenommen ist die Weihnachtszeit vom 23. bis zum 27. Dezember. Auch weiterhin bleiben zwar alle Kirchen tagsüber geöffnet, durchgängig beheizt wird aber nur die St.-Andreas-Kirche. St. Augustinus, St. Bernhard und St. Josef sowie die Marienkapelle werden nur noch bis auf 8 Grad Celsius geheizt. Für die Zeit der Gottesdienste bleibt die Beleuchtung unverändert. In diesem Zusammenhang. verweist die Gemeinde darauf, dass sie in den vergangenen Jahren erheblich in die Beleuchtungskörper und Elektroanlagen investiert hat. 

Die Gottesdienstordnung bleibt unverändert bestehen, allerdings werden Sondergottesdienste wie Bußgottesdienste oder Adventsandachten ausschließlich in der St.-Andreas-Kirche gefeiert. Zudem können Gottesdienste in Absprache mit dem leitenden Pfarrer  auch in den Pfarrheimen stattfinden. Letztere sollen übrigens auch künftig für kirchliche Gruppen und Veranstaltungen genutzt werden können. Dafür werden sie zielgerichtet beheizt, allerdings nicht auf mehr als 19 Grad. Damit folgt die Gemeinde dem Offizialat, dass ausdrücklich auf die Energiesparverordnung der Bundesregierung hinweist. 

Weitere Maßnahmen zum Energiesparen sind denkbar

Auch wenn jetzt einige Maßnahmen zum Energiesparen auf den Weg gebracht wurden, heißt das nicht, dass die Kirchengemeinde einen Schlussstrich unter die Angelegenheit zieht. Es sind durchaus weitere Schritte in diese Richtung denkbar, sagt Hermann Schröer. "Wir sind weiterhin am eruieren, was zusätzlich getan werden kann." So sei man momentan dabei, über eine Energieberatung die kircheneigenen Liegenschaften energetisch zu optimieren. Im Blick sind dabei natürlich auch immer die Neubauten, die rund um die St.-Andreas-Kirche entstehen.

Man müsse sensibler werden für das Thema, meint Schröer. Für diesen nun eingeschlagenen Weg gibt es von den Gemeindemitgliedern viel Verständnis und Lob. Aber nicht nur. "Nach dem Kirchenbesuch wurde ich jetzt angesprochen, ob das denn wirklich nötig sei", erzählt der Kirchenausschussvorsitzende. Ein wenig Überzeugungsarbeit wird also wohl noch notwendig sein, gerade wenn es im Winter auch wirklich kalt werden sollte. 

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