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Emsteker Seniorenheim: Bewohner und Mitarbeiter werden bis Ende der Woche getestet

5 Bewohner des Emsteker Seniorenheims sind nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Ist die mutierte Virusvariante daran schuld? Diese Frage gilt es jetzt zu klären (Update).

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Ort des Infektionsgeschehens: Im Seniorenzentrum in Emstek sind zwölf Bewohner und vier Mitarbeiter infiziert. Foto: Heinrich Kaiser

Ort des Infektionsgeschehens: Im Seniorenzentrum in Emstek sind zwölf Bewohner und vier Mitarbeiter infiziert. Foto: Heinrich Kaiser

Nachdem insgesamt 5 Bewohner des Seniorenzentrums Haus St. Margaretha in Emstek trotz Coronaimpfung verstorben sind, wird das Gesundheitsamt des Landkreises Cloppenburg in den nächsten Tagen eine weitere PCR-Reihentestung bei allen Bewohnern und Mitarbeitern durchführen. Das teilte der Landkreis Cloppenburg mit. Sollten die Testergebnisse positiv ausfallen, sollen dieseProben „zur Sequenzierung auf das Vorliegen einer mutierten Variante von SARS-CoV-2 an das Niedersächsische Landesgesundheitsamt geschickt“ werden. Sequenzierung bedeutet, dass das Erbmaterial des Erregers unter die Lupe genommen wird.

Die 5 verstorbenen Heimbewohner hatten im Januar die erste und auch die zweite Impfung gegen Covid-19 erhalten. Wie Pflegedienstleiterin Annette Lübbe mitteilte, seien Impfdosen der Firma Pfizer-BioNTech zum Einsatz gekommen. Wie sie schilderte, sei die aktuelle Lage für alle "sehr angespannt und sehr traurig". Die Todesfälle hätten Mitarbeiter wie Bewohner erschrocken. Lübbe zufolge stehen die vom Landkreis angeordneten PCR-Testungen an diesem Dienstag und Mittwoch bei allen Bewohnern und Mitarbeitern an. Darüber hinaus gebe es für alle regelmäßig Schnelltests: für Mitarbeiter täglich, für Bewohner einmal die Woche. Aktuell seien zwölf Bewohner und vier Mitarbeiter infiziert. Angesichts des aktuellen Lage könne in puncto Hygienemaßnahmen nicht mehr getan werden. „Mehr geht eigentlich nicht“, betont Lübbe auf Nachfrage.

Bislang gebe es "milde Verläufe" bei den Infizierten

"Ob alle 5 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stehen, ist in einem Altenheim wohl nicht eins zu eins festzustellen", sagt Hermann Schröer, Geschäftsführer der Stiftung St.-Antonius-Stift, die hinter dem Seniorenzentrum steht. Er gehe aber davon aus, dass das Coronavirus beim aktuellen Infektionsgeschehen "nicht ganz ohne Einfluss" gewesen sei. Bei den anderen Infizierten im Seniorenzentrum gebe es bislang "milde Verläufe".

Nach Angaben von Landkreissprecher Frank Beumker entwickelt sich der vollständige Schutz gegen Covid-19 "erst 2 Wochen nach der zweiten Impfdosis". "Eine Infektion, also das Eindringen der Viren in den Körper, ist trotzdem weiterhin möglich. Durch die Impfung soll in diesem Fall die Vermehrung der Viren reduziert und ein Ausbruch verhindert werden." Das Immunsystem der Bewohner von Altenheimen sei oftmals durch das Alter und eventuelle Vorerkrankungen geschwächt. "Selbst eine milde Corona-Infektion kann den Körper dann überfordern", so Beumker.

Einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen den Corona-Ausbrüchen im Cloppenburger St.-Josefs-Hospital und im Seniorenzentrum Emstek gibt es laut Beumker nicht. "Keiner der jetzt positiven Bewohner war zu dem Zeitpunkt des Ausbruchs im Cloppenburger Krankenhaus."

Schrader möchte sich zu den Vorfällen noch nicht äußern

Dr. Joachim Schrader, Leiter des Impfzentrums im Landkreis Cloppenburg, wollte sich auf Nachfrage noch nicht zu den Vorfällen in Emstek äußern. Zunächst brauche er die konkreten Daten, um die Abläufe zu rekonstruieren und seriöse Aussagen zu machen. Nur so könne geklärt werden, ob die Bewohner "durch oder mit Corona" gestorben seien. Eine Aufarbeitung der Infektionsgeschehens sei man "auch der Bevölkerung schuldig", betonte Schrader. Grundsätzlich habe sich der Impfstoff von Pfizer-BioNTech, der unter anderem in Israel zum Einsatz komme, als "hoch wirksam" erwiesen.

Zunächst waren 3 Bewohner des Heims infolge der Infektion gestorben. Am Samstag meldete die Kreisverwaltung 2 weitere Todesfälle aus Emstek - eine 88-Jährige und eine 96-Jährige - ebenfalls Bewohnerinnen des Hauses St. Margaretha, wie Beumker bestätigt. Sie alle hatten die zweite Impfung am 18. und 19. Januar erhalten.

Die unmittelbare zweite Impfung bedeute jedoch nicht, dass man vollständig immun gegen den Erreger sei. Wie Kreissprecher Frank Beumker mitteilt, entwickele sich ein vollständiger Schutz gegen Covid-19 erst 2 Wochen nach der zweiten Impfung.

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