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Emstek wird zur Strandparty

Der Margarethenmarkt ist die erste Kirmes seit dem Lockdown. Das Hygienekonzept hat sich bewährt und das Volksfest lockte Tausende in den Ort.

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Die Landjugend hatten dafür gesorgt, dass es sogar einen Pool gab. Foto: Thomas Vorwerk

Die Landjugend hatten dafür gesorgt, dass es sogar einen Pool gab. Foto: Thomas Vorwerk

Mut wird manchmal belohnt. Was Gemeindeverwaltung und Handels- und Gewerbeverein am Wochenende in Emstek auf die Beine gestellt haben, lockte tausende Besucher in den Ort. Der Margarethenmarkt ist das erste klassische Volksfest im Landkreis Cloppenburg, das nach dem Corona-Lockdown gefeiert wurde. Im Museumsdorf wurde ebenfalls gefeiert und in der Nachbargemeinde Visbek gab es auch eine Kirmes.

Die Organisatoren hatten sich lange mit einem Hygienekonzept beschäftigt und es gab wenig zu beanstanden. Am Samstag stattete das Gesundheitsamt seinen Besuch ab. Es gab zwar leichte Kritik, doch der bemängelte Punkt wurde schnell abgestellt. Bis Emsteks Bürgermeister Michael Fischer den Markt offiziell eröffnen konnte, war aber ein wenig Geduld gefragt, denn der Andrang am Luftballon-Stand des Handles- und Gewerbevereins war groß. 30 Minuten später als geplant wurde der Countdown heruntergezählt und die Mädchen und jungen ließen die bunten Ballons in den Himmel steigen.

Anspruchsvoll: Die Showakrobatik-Gruppe Unique aus Großenkneten zeigte mehrere Auftritte am Wochenende. Foto: Thomas VorwerkAnspruchsvoll: Die Showakrobatik-Gruppe Unique aus Großenkneten zeigte mehrere Auftritte am Wochenende. Foto: Thomas Vorwerk

Einige schafften es nur wenige Meter und blieben in den mächtigen Linden am Marktplatz hängen, andere machten im Sekundentkt Höhenmeter um Höhenmeter gut und wurden zu immer kleineren Punkten, bis sie am Ende nicht mehr zu sehen waren. Wer mit dem Start weniger Glück hatte und die Karte nicht aus großer Distanzen zurückgeschickt bekommt , dem blieb noch eine zweite Chance. Der HGV hatte jedem Kind zusätzlich ein Los spendiert und es wurden mehrere Spielsachen unter das Volk gebracht.


Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk

"Emstek wagt etwas", hatte Michael Fischer zur Begrüßung gesagt. "Wir trauen uns, mit einem Corona-Konzept einen Markt zu machen, denn das Leben muss weitergehen." Er warb um Verständnis, dass einige Einschränkungen zu akzeptieren seien, aber nur so könne es nach vorne gehen. Großen Anteil an dem Projekt haben aus dem Rathaus Marktmeister Tobias Ellmann und Veranstaltungsmanager Wolfgang Lüske, betonte Fischer.

Marktplatz mit vielen Kubikmetern Sand zum Strand gemacht

Den Marktplatz haben beide zu einem Strand gemacht. Kubikmeterweise wurde Sand angefahren und es gab sogar einen kleinen Pool, den die Landjugenden aufgebaut hatten. Zunächst noch etwas zurückhalten beäugt, verschafften sich die Kinder unter der gleißenden Sonne ihre Abkühlung. Viele Strandliegen luden zum Verweilen ein und sie waren ruckzuck belegt. Mit kalten Getränken versorgt lauschten die Gäste der Gruppe Loreann  und auch die Showakrobatik-Gruppe "Unique" zeigte dort und an anderen Stellen im Ort an beiden Tagen ihr Können.

Abhängig von der aktuellen Inzidenz hätte die Beach-Party am Abend geopfert werden müssen. Die Werte sind aber weiterhin niedrig und über 500 Tanzbänder wurden an die Feiernden vergeben, die einen Impfschutz beziehungsweise eine Genesung nachweisen mussten, um auf das Gelände zu kommen. Auch ein aktueller Test berechtigte zum Einlass. Der konnte auch vor Ort gemacht werden, was zwischenzeitlich aufgrund technischer Probleme zu Verzögerungen führte. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. "Tanzen im Sand mit einem Cocktail in der Hand, was will man denn mehr", freute sich Wolfgang Lüske am Tag danach über die gute Resonanz.

Fliegende Händler auf dem Trödelmarkt

Noch bevor am Sonntag der Kirmestrubel offiziell begann, waren die Schnäppchenjäger bereits auf den Beinen. Auf der Anton-Wempe-Straße reihten sich Schmuck und Taschenhändler aneinander, alte Kaffee-Mühlen und Bügeleisen wechselten die Besitzer und selbst Angelrouten gehörten zum Portfolio der fliegenden Händler. Da durfte die Speziel-Lederpflege genauso wenig fehlen wie der Putzstein, mit dem alles wieder blitzblank wird. Feilschen gehört da zum guten Ton und ob die Entrüstung gespielt war oder Teil des Geschäftsgebarens ist, ließ sich nicht immer auf anhieb einordnen. "10 Euro? Wie kannst du mir 10 Euro anbieten, wenn ich 50 Euro aufrufe?", echauffierte sich der bärtige Verkäufer über die Strategie des jungen Kundens. "Neu kostet die Lampe 189 Euro", unterstrich der Profi seine für fair gehaltene Offerte. Ein Deal kam allerdings nicht zu Stande.

Anders am Nachmittag in den örtlichen Geschäften. Zum Verkaufsoffenen Sonntag wurde so manche Schnäppchen gemacht und die örtlichen Kaufleute hatten sich besondere Aktionen für die Gäste ausgedacht. Bei abermals bestem Sommerwetter wurden Bratwurst und kühle Getränke genossen, so dass die Organisatoren am Abend ein positives Fazit gezogen haben.

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