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Eltern von Kindern in Notbetreuung sollen Kontakte vermeiden

Es ist ein Appell der Cloppenburger Kreisverwaltung: Weil die Infektionszahlen weiter hoch sind, sollen Eltern von Kindern in Notbetreuung freiwillig auf private Kontakte verzichten.

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Notbetreuung von Kindern: Wegen hoher Infektionszahlen im Kreis Cloppenburg wird das nur Eltern in Berufen des allgemeinen öffentlichen Interesses angeboten. Symbolfoto: dpa

Notbetreuung von Kindern: Wegen hoher Infektionszahlen im Kreis Cloppenburg wird das nur Eltern in Berufen des allgemeinen öffentlichen Interesses angeboten. Symbolfoto: dpa

Die Notbetreuung von Kindern im Landkreis Cloppenburg treibt offenbar sehr viele Eltern um - sie hoffen auf einen Betreuungsplatz und bekommen vom Landkreis Cloppenburg eine Absage - auch wenn sie teils in Jobs arbeiten, die laut Definition des Landes Niedersachsen ein möglicher Härtefall oder besonderer Berufszweig sind. Denn die werden wegen die weiterhin hohen Infektionszahlen im Landkreis Cloppenburg nur "nur nachrangig berücksichtigt". Davon berichtet Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl am Mittwoch. "Das Jugendamt weist darauf hin, dass die Kitas die Notbetreuung grundsätzlich nur den Kindern ermöglichen dürfen, deren Eltern in betriebsnotwendiger Stellung in Berufen des allgemeinen öffentlichen Interesses stehen." 

Verwaltung beruft sich auf Gruppenschließungen im Dezember

Die besonders strenge Regelung im Landkreis Cloppenburg wird von der Kreisverwaltung damit begründet, um die Kindern in den Notbetreuungsgruppen und deren Erzieherinnen zu schützen. "Bereits im Dezember ist es bei gleich hohem Infektionsgeschehen zu vielen Gruppenschließungen wegen Coronafällen gekommen, wenn jemand in dieser Gruppe positiv auf das Coronavirus getestet worden ist", argumentiert Rühl am Donnerstag. Das müsse nun während des Lockdowns unbedingt verhindert werden - im Interesse jener Eltern, die unbedingt auf die Notbetreuung angewiesen sind.

In deren Richtung wendet sich der Landkreis Cloppenburg nun mit einem dringenden Appell: Diese Eltern sollen unbedingt auf alle privaten Kontakte verzichten. Dieses Opfer, das über die derzeitige Kontaktbeschränkung hinaus geht, diene dem Schutz des Notbetreuungsangebot, so Rühl. "Auch auf das Recht noch eine Person eines anderen Hausstands zu treffen, sollte in dieser schwierigen Zeit verzichtet werden." Außerdem sei es eine Frage von Solidarität jenen Eltern gegenüber, die ihre Kinder selbst betreuen müssen.

Arbeitgeber sollen Homeoffice maximal ausschöpfen

Ein Aufruf geht auch in Richtung der Arbeitgeber im Landkreis: Sie sollen "die Möglichkeiten von Arbeitsflexibilisierung und Arbeitsverschiebung in Kombination mit Homeoffice-Möglichkeiten maximal ausschöpfen", so Rühl. Die vielen Telefonate der vergangenen Tage würden darauf hindeuten, dass in diesem Punkt noch viel Luft nach oben sei.

Zur Frage auf die Elternbeiträge für beitragspflichtige Krippenkinder weist der Kreissprecher darauf hin, dass dies in den Rathäusern der Städte und Gemeinden bearbeitet wird. Hintergrund ist die Frage nach Rückerstattungen beziehungsweise Beitragsbefreiungen während der notwendigen Kitaschließung. Bei der Frage nach den Beiträgen in der Kindertagespflege sei hingegen die Kreisverwaltung zuständig. "Der Landkreis prüft aktuell Möglichkeiten der Entlastung für Eltern, deren Kinder aktuell auf ihren Platz in der Kindertagespflege verzichten", sp Rühl.

Bundestag beschließt Verdoppelung der Kinderkrankentage

Um Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder während der Pandemie zu helfen, hat der Bundestag am Donnerstag die Verdoppelung der Kinderkrankentage beschlossen. Pro Elternteil sind jetzt 20 statt der bisherigen 10 Tage möglich. Alleinerziehende erhalten 40 statt der üblichen 20 Tage. Der Bundesrat soll am Montag in einer Sondersitzung noch zustimmen. Die Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten.

Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter 12-jährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Das Krankengeld soll es nun aber auch geben, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind oder der Zugang eingeschränkt ist. Das gilt auch, wenn Eltern lediglich gebeten wurden, ihre Kinder nicht in die Einrichtung zu bringen. Das Kinderkrankengeld sollen auch Eltern bei ihrer Krankenkasse beantragen können, die theoretisch im Homeoffice arbeiten könnten. Für den Antrag soll eine Bescheinigung von Schule oder Kita reichen. Anspruch haben nur gesetzlich Versicherte.

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