Einsamkeit unter Schwangeren eklatant gestiegen
1895 Ratsuchende kamen 2025 in die katholischen Beratungsstellen der Caritas. Die Frauen sind mit rund 800.000 Euro unterstützt worden.
Redaktion | 01.04.2026
1895 Ratsuchende kamen 2025 in die katholischen Beratungsstellen der Caritas. Die Frauen sind mit rund 800.000 Euro unterstützt worden.
Redaktion | 01.04.2026

Foto: Kattinger
Im Jahr 2025 suchten 1895 Frauen Hilfe in den katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen im Oldenburger Land. Diese Beratungen wurden mit rund 800.000 Euro unterstützt. Das geht aus einer Mitteilung des Landes-Caritasverbands für Oldenburg hervor. Eine der Ratsuchenden ist Madleen (Name geändert), die in der Caritas-Beratung in Wilhelmshaven Unterstützung fand. Sie war hochschwanger mit ihrem zweiten Kind, als sie sich vom Vater der Kinder getrennt hatte. Denn auch während der zweiten Schwangerschaft habe er – wie schon beim ersten Kind – immer wieder das Thema Abtreibung ins Spiel gebracht. Und ob sie mit einem zweiten Kind nicht überfordert sei, wollte er wissen. Sie anderweitig abgewertet; versucht, ihr das Ausgehen zu verbieten. Nach der Trennung fühlte sie sich orientierungslos und suchte Hilfe. Eine Freundin empfahl ihr die Caritas, wo sie Wertschätzung und Unterstützung erfuhr. Ihr sei dort geholfen worden, „ihren eigenen Stand im Leben zu finden“, so Madleen. Es gab zudem Hilfe bei konkreten Dingen: „Wenn ein Brief von der Behörde im Briefkasten landet, schwebt man in Angst“, erzählt Madleen. „Man ist wie gelähmt.“ Trotz ihrer zwei Kinder entschied sie sich, eine weitere Ausbildung zu beginnen, um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Durch die Vermittlung von Kontakten und Anregungen seitens ihrer Caritas-Beraterin fand sie innerhalb kurzer Zeit den Weg in Richtung ihres neuen Traumberufs. Madleen ist eine von 1895 Ratsuchenden, die im vergangenen Jahr in eine katholische Schwangerschaftsberatung im Oldenburger Land kamen. Lediglich 44 Prozent der 1895 Personen haben eine abgeschlossene Ausbildung. 41 Prozent der Klientinnen verfügten nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit, sagt Rita Schute, zuständige Referentin für Frauen und Familie beim Landes-Caritasverband. Sie berichtet von einer zunehmenden Not unter den Frauen, die sich Hilfe suchten. Finanzielle Sorgen, rechtliche Fragen und fehlende Sprachkenntnisse seien häufig genannte Gründe. Zunehmend mehr Ratsuchende seien psychisch belastet oder gar krank, so die Caritas-Referentin. Häufig fehle ein belastbares Netz aus Freunden, Bekannten oder Verwandten. Viele fühlten sich einsam, und das trotz teilweise großer Familien, bestätigt Beraterin Angelika Koke-Barkam aus Wilhelmshaven. Insgesamt konnten im vergangenen Jahr im Oldenburger Land laut Mitteilung 9000 Teilnehmende in 550 sexualpädagogischen Kursen und Gruppenangeboten erreicht werden. Die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ stellte 770.000 Euro für 970 Frauen zur Verfügung, ergänzt durch 53.000 Euro aus kirchlichen Stiftungen im Offizialatsbezirk Oldenburg.Fehlende Sprachkenntnisse werden zum Problem
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