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Ein Wolf mit zwei verschiedenen Ohren

Ausstellung im Haus im Moor über das Raubtier informiert nicht nur allgemein, sondern auch über Situation vor Ort. Alles Wissenswerte wird aufgezeigt.

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Ausgestopfter Wolf: Das Tier aus dem hiesigen Rudel sieht lebensecht aus. Der geplante Vortrag entfällt. Fotos: M. Niehues

Ausgestopfter Wolf: Das Tier aus dem hiesigen Rudel sieht lebensecht aus. Der geplante Vortrag entfällt. Fotos: M. Niehues

Nur wer ganz genau hinschaut wird den Unterschied entdecken – kein Ohr gleicht dem anderen. Ansonsten sieht der Wolf auch mit zwei verschiedenen Lauschern so lebensecht aus wie in der Natur.

Das ausgestopfte Raubtier, das einst tatsächlich im Goldenstedter Moor gelebt hat, ist das Highlight einer Ausstellung zum Thema Wolf, die seit Sonntag im Haus im Moor in Arkeburg besucht werden kann. Viele interessierte Besucher kamen schon am Eröffnungstag, um sich über die heimischen Wölfe zu informieren.

Das präparierte Tier gehörte zum ersten Wurf der Goldenstedter Wölfin, die sich seit sechs Jahren im Dreiecksmoor aufhält und ein etwa 400 Quadratmeter großes Territorium im Bereich der Landkreise Vechta und Diepholz für sich beansprucht. 2016 fand ein Rüde aus Ueckermünde auf der Suche nach einer Partnerin und einem eigenen Revier den Weg ins hiesige Moor. Anfang Mai 2017 wurden im Bereich Mäkel mindestens vier Welpen geboren. Dazu gehörte der jetzt ausgestopfte Wolf als einer von drei männlichen genetisch nachgewiesenen Tieren. Der Welpe mit der individuellen Wolfsmonitoring-Bezeichnung GW840M (GW=Grauwolf, M=männlich) kam im Alter von acht Monaten im Bereich Barnstorf bei einem Bahnunfall ums Leben.Weil das Tier bereits recht stattlich wirkte, ging der Wolfsberater vor Ort zunächst vom Tod des Elterntieres des Rudels aus. Eine genetische Untersuchung brachte dann den Nachweis auf das Jungtier. Aber der junge Wolf war trotz Zugkollision bestens erhalten. Nur ein Ohr war so stark verletzt, dass beim Präparieren ein anderer überfahrener Wolf sein Hörorgan dafür abgeben musste. Die leicht andere Fellzeichnung fällt beim genaueren Hinsehen auf.

Herz der Ausstellung im Haus im Moor ist aber dennoch nicht das präparierte Tier, sondern zwölf große Tafeln, die der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Hannover zum Thema „Der Wolf – Ein Wildtier kehrt zurück“ zusammen gestellt hat. Auch eine interaktive Präsentation mit Touch-Bildschirm gehört dazu.

Anschaulich wird so erklärt, woher die Wölfe in Niedersachsen stammen, wie die Biologie aussieht, das Leben im Rudel, in der Kulturlandschaft und wie sich Menschen gegenüber dem Raubtier verhalten sollten. Auch wie Herdenschutz und das Wolfsmanagement funktionieren sollte, wird dem Besucher gezeigt.

Übersicht zur Situation vor Ort: OV-Tafeln informieren.Übersicht zur Situation vor Ort: OV-Tafeln informieren.

Über die allgemeine Ausstellung hinaus präsentiert die Oldenburgische Volkszeitung auf fünf Tafeln alles Wissenswerte über das heimische Rudel im Moor, das aktuell aus mindestens vier Tieren besteht. Der Wolfsinteressierte findet hier zusammenfassende Infos sowie Fotos zur Goldenstedter Wölfin und zum jungen Rüden, der sich im vergangenen Jahr immer wieder zeigte und auch über Höfe lief, um Futternäpfe von Haustieren zu leeren. Aufgezeigt werden aber auch die Konflikte, die sich durch die Anwesenheit der Raubtiere für die Nutztierhalter ergeben.

Die sehenswerte Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Hauses im Moor besucht werden. Der für den 21. März angekündigte Vortrag des Wolfsberaters und Umweltwissenschaftlers Dr. Marcel Holy muss aber wegen des Corona-Virus entfallen.

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