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Ein Pinguin im Rucksack – und der Weg zur Bundespolizei

Nach 35 Jahren im Dienst weiß Carsten Bente: Der Alltag der Bundespolizei ist manchmal gefährlich, absurd – aber nie langweilig. Warum genau, das erzählt er bei der ABI Zukunft am 14. März in Lohne.

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Er hat in Lohne jede Menge  zu erzählen: Carsten Bente, Einstellungsberater der Bundespolizei Osnabrück. Foto: Bente

Er hat in Lohne jede Menge zu erzählen: Carsten Bente, Einstellungsberater der Bundespolizei Osnabrück. Foto: Bente

An zwei Geschichten erinnert sich Carsten Bente heute noch ganz genau. Dieses Kribbeln auf der Haut, der schnelle Herzschlag. Den Blick überall gleichzeitig. Und immer in Alarmbereitschaft. „Das ist schon eine besondere Aufgabe, die man da hat", sagt er. Damals ist der gebürtige Osnabrücker beim Personenschutz der Bundespolizei im Einsatz - für den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. „In einer Situation mussten wir ihn sogar einmal in Gewahrsam nehmen", erinnert er sich. Da sei schon immer ein extremer Nervenkitzel gewesen. „Du weißt: Alles hängt jetzt von einer Arbeit ab“. Nach so vielen Jahren im Dienst sammele man Erinnerungen – ernste, bewegende und manchmal auch ziemlich kuriose.

Einmal, erzählt Bente, habe außerdem ein Reisender für eine völlig chaotische Nachtschicht im Dienst gesorgt. Der Grund: In seinem Rucksack befand sich tatsächlich ein Pinguin. „So etwas kann dir den ganzen Dienst durcheinanderbringen“, sagt er lachend. „Wir haben dann alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Tier irgendwie fachgerecht an eine entsprechende Stelle zu vermitteln. Aber erst einmal stehst du mit dem Pinguin in den Händen und denkst dir: „Ok, was mache ich jetzt damit?'"

Polizei ist nicht einfach ein Job. Du musst das schon richtig wollen!

Carsten Bente, Bundespolizei Einstellungsberatung Osnabrück 

Carsten Bente von seinem Beruf erzählt, leuchten seine Augen noch immer. Nach mehr als drei Jahrzehnten im Polizeidienst spricht er über Einsätze, Kollegen und Begegnungen so, als wären viele davon erst gestern passiert. „Polizei ist nicht einfach ein Job“, sagt er. „Das ist eine Haltung.“

Bente arbeitet heute für die Nachwuchsgewinnung der Bundespolizei und berät junge Menschen rund um Ausbildung und Studium. Sein Einsatzgebiet: Ganz Deutschland. Der heute 52-Jährige ist immer unterwegs. Schulen, Ausbildungsmessen, Beratungsgespräche – sein Alltag besteht heute aus Gesprächen mit Jugendlichen, die überlegen, ob ein Leben in Uniform zu ihnen passt.

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„Für mich ist das ganz ganz wichtig, mit den Jugendlichen einfach zu quatschen und ihnen einfach direkt zu erzählen, was an dem Job wirklich toll ist - und was vielleicht auch Durchhaltevermögen erfordert.“

Wenn er auf Ausbildungsmesse, wie beispielweise bei der ABI Zukunft am 14. März im Lohneum dabei ist, dann stelle er immer zunächst drei Fragen: "Ich frage als erstes immer: Warum willst du eigentlich zur Polizei? Denn hinter Blaulicht und Uniform stecke ein Beruf, der viel fordert. „Viele denken zuerst daran, mit Blaulicht durch die Gegend zu fahren“, sagt er und schmunzelt. „Aber wir können nicht einfach im Auto sitzen. Wir müssen Verantwortung übernehmen.“

Foto: BenteFoto: Bente

Viele Stationen - immer anders

 Seine eigene Geschichte begann vergleichsweise unspektakulär. Nach der Realschule ging Bente zum damaligen Bundesgrenzschutz. Mittlerer Dienst, Bereitschaftspolizei – ein klassischer Einstieg in die Sicherheitsbehörde, aus der später die Bundespolizei hervorging.  
Was folgte, war eine Karriere mit vielen Stationen. Carsten Bente war im Personen- und Objektschutz eingesetzt. Später arbeitete er als Zielfahnder, ermittelte gegen Menschenhandel und Schleusungskriminalität und nahm an einem Austauschprogramm mit der spanischen Nationalpolizei teil.

Mit der Zeit wechselte er zur Bahnpolizei, arbeitete in der Einsatzleitstelle in Münster, stieg in den gehobenen Dienst auf und wurde schließlich Pressesprecher einer Bundespolizeiinspektion. Heute führt ihn sein Weg oft zurück an den Anfang – zu jungen Menschen, die noch nicht wissen, wohin ihr Berufsweg führen soll.

 Foto: JF MESSEKONZEPT GmbH & Co. KG Foto: JF MESSEKONZEPT GmbH & Co. KG

Drei Fragen, die alles verändern können

Auch für die Jobmessse „ABI Zukunft“ in Lohne hat sich Bente vor allem eines wieder vorgenommen: Sprechen, erzählen, mitnehmen. „Ich versucht er nicht zwanghaft, ihnen den Polizeiberuf einfach schmackhaft zu machen. Stattdessen wolle er einfach nur erklären, wie der Beruf ist. Welche tolle Erlebnisse er mit sich bringt. Aber auch, welche Herausforderungen. „Da muss man dann schon ehrlich sein.“ Auch wenn Social Media heute eine große Rolle spielt, ist Bente überzeugt: Der wichtigste Schritt passiert immer im direkten Gespräch. „Nichts ersetzt das Medium Mensch“, sagt er. „Wenn man sich gegenübersitzt, merkt man schnell, ob jemand wirklich für diesen Beruf brennt.“

Die Jugendlichen müssten sich drei Fragen ehrlich beantworten, sagt Carsten Bente.

Die erste: Interessiert mich die Bundespolizei wirklich?

„Viele kennen zwar den Namen, wissen aber wenig über die Aufgaben der Behörde. Als größte Sicherheitsbehörde Deutschlands ist sie an Flughäfen, Bahnhöfen und Grenzen im Einsatz – mit ganz unterschiedlichen Spezialgebieten", sagt Carsten Bente.

 Foto: JF MESSEKONZEPT GmbH & Co. KG Foto: JF MESSEKONZEPT GmbH & Co. KG

Die zweite Frage: Möchte ich in einer so großen Organisation arbeiten?

Denn die Möglichkeiten sind vielfältig: Ermittlungsarbeit, internationale Kooperationen, Spezialverwendungen – sogar Pilot oder Drohnenpilot kann man werden.

Die dritte und wichtigste Frage aber laute: Bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen?

„Wir arbeiten nah am Menschen“, sagt Bente. „Manchmal auch mit Menschen, die uns nicht freundlich gesinnt sind.“ Einsätze kommen unvorhersehbar. Arbeitszeiten sind nicht immer planbar. Und manchmal bedeutet der Job, der Gefahr entgegenzugehen. „Man muss diesen Beruf wirklich wollen.“

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Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – beschreibt Bente den Polizeiberuf mit einem besonderen Wort: Familie. „Wir sind eine Blaulichtfamilie.“ Wenn Einsätze belastend werden, stehen Kolleginnen und Kollegen füreinander ein. Nach schwierigen Situationen gibt es Nachsorgegespräche, zum Beispiel gemeinsam mit Organisationen wie dem Malteser Hilfsdienst. „Manchmal haben wir alle denselben schlechten Arbeitstag erlebt“, sagt Bente. „Dann fangen wir uns gegenseitig auf.“ Dieser Zusammenhalt sei es, der viele Menschen über Jahrzehnte im Beruf hält.

Doch besonders in Erinnerung bleiben ihm nicht Einsätze, sondern Menschen. Zum Beispiel eine junge Frau, für deren Bewerbung er sich stark gemacht hat, erzählt Bente. Sie schaffte den Einstieg in die Bundespolizei – und übernahm später sogar den Dienstposten ihres Vaters. Oder eine alleinerziehende Mutter, die zunächst keine Voraussetzungen erfüllte. Sie holte ihr Fachabitur nach und schaffte schließlich den Einstieg in den gehobenen Dienst. „Mich interessiert immer, was aus den Jungs und Mädels wird“, sagt Bente.


Eine der nächsten Gelegenheiten bietet die Jobmesse ABI Zukunft von 10 bis 15 Uhr in Lohne. Dort können Schüler mit Einstellungsberatern sprechen, Fragen stellen und herausfinden, welcher Job für sie in Frage kommt. Rund 80 Aussteller sind in diesem Jahr im Lohneum dabei. Auch, dank der Gespräche mit Menschen wie Carsten Bente, die erzählen, warum sie so für ihren Beruf brennen. Und vielleicht stellt er auch in Lohne wieder seine drei Fragen.

Ganz neu gibt es übrigens auf der ABI Zukunft in Lohne ein Matching-Tool. Das Prinzip ist ebenso simpel wie effektiv: Anstatt ziellos durch die Messehallen zu laufen, beantworten die Besucher direkt beim Betreten der Messe fünf gezielte Fragen zu ihren Interessen, Stärken und Wünschen.
Ein Algorithmus gleicht diese Angaben mit den Profilen der ausstellenden Unternehmen ab. Das Ergebnis ist eine personalisierte Liste mit Ausstellern, die exakt zu den Bedürfnissen der Besucher passen. Darüber hinaus können sich die Interessenten direkt per Kurzbewerbung an die jeweiligen Aussteller wenden.

Übrigens: Wer mag vereinbart unter https://abi-zukunft.de/beratungstermine-direkt-beim-aussteller-buchen/ einen persönlichen Beratungstermin mit ihren favorisierten Ausstellern.

Mehr Infos gibt es außerdem online unter https://abi-zukunft.de/https://abi-zukunft.de/ oder auch auf Instagram unter „abi_zukunft“.

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