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Ein Junge aus der Ukraine schreibt nach Nikolausdorf: Er wünscht sich Frieden

Für Weihnachten haben viele Kinder bereits ihre Wunschliste erstellt. Oft stehen darauf auch Dinge, die man nicht mit Geld kaufen kann. Ein Besuch im Nikolausbüro.

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Ein Brief von Emma aus Bremen an den Nikolaus liegt in der Weihnachtspostfiliale in Nikolausdorf. Foto: Sina Schuldt / dpa

Ein Brief von Emma aus Bremen an den Nikolaus liegt in der Weihnachtspostfiliale in Nikolausdorf. Foto: Sina Schuldt / dpa

Der Postbetrieb in Nikolausdorf (Gemeinde Garrel) läuft auch in diesem Jahr wieder auf Hochtouren. Es sind tausende Briefe von Kindern, die die ehrenamtlichen Helfer öffnen – und beantworten. Und es sind auch nicht wenige, die aus dem Ausland kommen – sogar aus Kanada, den USA und China. Das sagt Hubert Weddehage. Er leitet das Nikolausbüro und beantwortet mittlerweile seit über 50 Jahren Briefe, die Kinder aus aller Welt an die Adresse „Büro Sankt Nikolaus – 49681 Nikolausdorf“ schicken.

Und was wünschen sich die Kinder in diesem Jahr? Vereinzelt werde von den Kindern Frieden auf der Welt gewünscht, sagte Weddehage, der seit 52 Jahren in die Rolle des Nikolauses schlüpft. Auch ein Brief von einem ukrainischen Jungen sei schon eingegangen, in dem er auf das Ende des Ukraine-Krieges hoffe.

Hat Freude an seiner Aufgabe als Nikolaus: Hubert Weddehage. Archivfoto: OM-OnlineHat Freude an seiner Aufgabe als Nikolaus: Hubert Weddehage. Archivfoto: OM-Online

Die Antwort auf die Frage, was der Nikolaus den Rest des Jahres über macht, dürfte die meisten wohl überraschen: Er arbeitet als Steuerberater. Im Dezember eines jeden Jahres ist Hubert Weddehage aber nicht nur Nikolaus, sondern gewissermaßen „Obernikolaus“. 

Für ihn ist der Nikolaus zur Familienangelegenheit geworden. Nachdem die Aktion 1965 vom damaligen Lehrer Johann Kabella ins Leben gerufen worden war, stieg auch Weddehages Vater Josef mit in das Nikolausbüro ein. Sohn Hubert beantwortete seine ersten Briefe 1970 im Alter von 17 Jahren und löste seinen Vater etwa 10 Jahre später ab.  Auch nach über 50 Jahren ist die Aktion noch immer beliebt – ebenso wie der Sonderstempel, mit dem die Briefe des Nikolauses versehen werden.

"Mit E-Mails fangen wir gar nicht erst an."Hubert Weddehage, Nikolausbüro in Nikolausdorf

Im Großteil der Briefe aber stünden klassische Wünsche nach Spielwaren im Vordergrund, sagte Weddehage. Die Kinder klebten gerne Abbildungen aus Prospekten auf die Briefe, damit der Weihnachtsmann ja nichts Falsches an Heiligabend bringe. Viele malten aber auch ihre Wunschzettel. „Manchmal teilen Kinder auch ihre Sorgen und Nöte mit“, berichtete Weddehage bereits gegenüber OM-Online. In diesem Fall gebe man der Antwort natürlich eine persönliche Note. Wenn beispielsweise berichtet wird, dass ein Elternteil arbeitslos geworden, erkrankt oder verstorben sei, versuche man, Trost zu spenden. „Das geht einem schon ein bisschen an die Nieren“, sagt der Ober-Nikolaus.

Die ersten Briefe trudelten nach Angaben der Deutschen Post bereits im Laufe des Jahres bei den Weihnachtspostämtern ein. «In unserer immer stärker digitalisierten Welt können die Kinder den besonderen Wert des Briefeschreibens damit ganz neu für sich entdecken», sagte Stefan Eckelmann, Niederlassungsleiter der Deutschen Post in Hamburg. Eine E-Mail-Adresse gebe es für die Weihnachtspostämter nicht: «Wir sind offline», sagte Weddehage. «Mit E-Mails fangen wir gar nicht erst an.»

In Niedersachsen gibt es zwei weitere Weihnachtspostämter –in Himmelpforten und Himmelsthür. Deutschlandweit werden noch in vier weiteren Weihnachtspostämtern Briefe beantwortet.

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