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Durch die Hausaufgabenbetreuung soll kein Kind auf der Strecke bleiben

Die Dammer Pfarrgemeinde St. Viktor und der Caritasverband setzen ihr Angebot der Hausaufgaben- und Lernhilfe für Grundschüler fort. Massud Silli hat Spaß an der Betreuung von 2 Kindern.

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Massud Silli (Mitte) betreut Saymon Alexandrov (links) und Tayfun Emir Kaya zweimal in der Woche. Foto: Lammert

Massud Silli (Mitte) betreut Saymon Alexandrov (links) und Tayfun Emir Kaya zweimal in der Woche. Foto: Lammert

"Dran bleiben" – es klingt wie die Aufforderung des Trainers an seine Fußballmannschaft, beim Spiel keinen Ball verloren zu geben. Im Falle des gleichnamigen Projektes der katholischen Kirchengemeinde St. Viktor und des Caritas-Sozialwerks St. Elisabeth geht es auch darum, keinen verloren zu geben. Allerdings geht es nicht um ein Fußballspiel, sondern um Grundschüler, die Hilfen bei den Hausaufgaben und beim Lernen benötigen, um gerade in diesen ob der Corona-Pandemie höchst schwierigen Zeiten in der Schule nicht abgehängt zu werden.

Seit Anfang März findet das Projekt auf Wunsch der Schulen zum 2. Mal nach 2020 statt. Im vergangenen Jahr dauerte es vom 23. Juni bis zum 27. August, fast 10 Wochen – einschließlich der Sommerferien. Dieses Mal ist mit dem Beginn der großen Ferien Schluss. Und auch während der Osterferien dürfen die Kinder zu Hause bleiben. Allerdings ist eine Fortsetzung mit Beginn des neuen Schuljahrs nicht ausgeschlossen.

"Insgesamt sind 53 Kinder der Grundschulen Damme und Rüschendorf angemeldet, darunter 3 Kinder aus dem Schulkindergarten in Rüschendorf", erklärt die Caritas-Mitarbeiterin Elisabeth Vodde-Börgerding. Mehr gehen nicht, weil die Räume im St.-Viktor-Pfarrheim aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln im Zuge der Corona-Pandemie nicht mehr zulassen. Denn in dem Raum betreut ein Übungsleiter ein Kind. Die Ausnahme: 2 sind es in der Regel nur dann, wenn es sich um Geschwister handelt. Und so können sich maximal 13 Mädchen und Jungen gleichzeitig zwecks Hausaufgabenunterstützung und Lernhilfe im Gebäude aufhalten.

Die Macher: Pfarrer Zumdohme und Elisabeth Vodde-Börderding haben Dran bleiben auf den Weg gebracht. Foto: LammertDie Macher: Pfarrer Zumdohme und Elisabeth Vodde-Börderding haben "Dran bleiben" auf den Weg gebracht. Foto: Lammert

Um die Kinder kümmern sich 15 Frauen und 2 Männer. Die meisten von ihnen legen demnächst ihre Abiturprüfungen ab oder studieren. Eine Ausnahme ist Massud Silli. Er sucht derzeit eine Arbeitsstelle und kümmert sich um Saymon Alexandrow und Tayfun Emir Kaya, wenn die beiden sich montags und mittwochs im Pfarrheim einfinden. Und wie ist Massud Silli als Übungsleiter? Saymon macht es da ganz kurz: "Bester Mann." Und er reckt den Daumen der rechten Hand nach oben. Massud Silli selbst sagt: "Die ehrenamtliche Arbeit ist wichtig, um die Kinder in der Schule zu unterstützen."

Die Teilnahme an dem Programm ist kostenlos

Die beiden Silli-Schützlinge gehören zu den Kindern, die montags und mittwochs jeweils zwischen 13.30 und 15 Uhr im Pfarrheim sind. Der 2. Betreuungszeitraum an diesen beiden Tagen für andere Grundschüler ist von 15.20 bis 16.50 Uhr. Identisch sind die Zeiten für die beiden anderen Gruppen dienstags und donnerstags.

"Manche Eltern haben einen Luftsprung gemacht, als sie erfahren haben, dass ihre Kinder an der Betreuung teilnehmen dürfen."Elisabeth Vodde-Börderding, Caritas

"Die Kinder sind verpflichtend angemeldet", erklärt Elisabeth Vodde-Börgerding, die zusammen mit Eileen Hoffmann vom Jugendmigrationsdienst des Caritas-Sozialwerks die Übungsleiter, die für eine geringe Aufwandspauschale tätig sind, gesucht und die Kinder eingeteilt haben. "Manche Eltern haben einen Luftsprung gemacht, als sie erfahren haben, dass ihre Kinder an der Betreuung teilnehmen dürfen."

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Kosten, über deren Höhe Pfarrer Heiner Zumdohme schweigt, finanzieren die St.-Viktor-Kirchengemeinde als Trägerin, die Stiftung Rückenwind sowie zu einem großen Teil die Stiftung "Hand in Hand" des Norddeutschen Rundfunks. Die Anträge hatte Cornelia Emken von der Gemeindecaritas geschrieben. Beide Stiftungen bewilligten ihre Fördermittel kurzfristig. "Wir sind froh über die finanzielle Unterstützung. Aber als Kirchengemeinde hatten wir gesagt, das Projekt soll auf jeden Fall stattfinden, auch wenn wir es hätten alleine bezahlen müssen", unterstrich der Geistliche.

Spiele gehören genauso wie Hausaufgaben zum Programm dazu

Er begründete das Engagement mit dem Hinweis darauf: "Die Caritas ist ein ganz besonderer Auftrag der Kirche. Entscheidend ist, wie die Kirche den Menschen in Not helfen kann." "In der St.-Viktor-Pfarrgemeinde geht so etwas zügig, deswegen arbeite ich so gerne mit Pfarrer Zumdohme zusammen", verteilt Elisabeth Vodde-Börgerding ein Kompliment.

Unterdessen betreuen die Übungsleiter die Mädchen und Jungen nicht aufs Geratewohl. Die Lehrkräfte der Schulen haben mitgeteilt, welches Kind welche Hilfe erfahren soll. Eine Förderung erfahren aber alle Kinder gleich. Sie bekommen Bücher, damit sie lernen, ein Buch zu lesen. Mit Mädchen und Jungen, die Konzentrationsprobleme haben, absolvieren die Betreuer auch Spiele wie Memory oder andere Denkaufgaben. "Für manche Kinder ist es nicht selbstverständlich, dass sie alle Hausaufgaben erledigt haben, wenn sie zur Schule kommen. Dann aber sind sie sehr stolz", berichtet Elisabeth Vodde-Börgerding.

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