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Drei weitere Corona-Fälle im Hospital

Die Cloppenburger Klinik wartet noch auf 80 Test-Ergebnisse. Von der Gesamtzahl der infizierten Beschäftigten wird abhängen, wie die Arbeit auf der Intensivstation weitergehen kann.

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Die (Personal-)Not wird größer: Acht Mitarbeiter/innen aus der Intensivstation und dem Umfeld sind infiziert. Bisher zeigen nach Angaben der Klinik alle keinen schweren Krankheitsverlauf. Symbolfoto: Kreke

Die (Personal-)Not wird größer: Acht Mitarbeiter/innen aus der Intensivstation und dem Umfeld sind infiziert. Bisher zeigen nach Angaben der Klinik alle keinen schweren Krankheitsverlauf. Symbolfoto: Kreke

Zu den fünf erkrankten Mitarbeitern auf der Intensivstation des St.-Josefs-Hospitals sind weitere drei Corona-Fälle hinzugekommen. Das haben die ersten 40 Tests von Beschäftigten nach dem Ausbruch ergeben. Auf weitere 80 Ergebnisse wartet die Klinikleitung noch.

Erst wenn die Auswertung am Montagmittag vorliege, lasse sich zuverlässig einschätzen, wie die Arbeit auf der Intensivstation eingeteilt werden könne, erklärte der Geschäftsführer Andreas Krone auf Nachfrage. Nachdem fünf Mitarbeiterinnen am Samstag über typische Beschwerden geklagt hatten und positiv getestet wurden, haben das Gesundheitsamt und die Klinik am Sonntag bei 120 Beschäftigten Abstriche genommen. Alle Testteilnehmer stammen von der Intensivstation oder ihrem Umfeld.

Die Klinikleitung denkt inzwischen offen darüber nach, infizierte Mitarbeiterinnen ohne Symptome oder mit nur geringen Beschwerden zur Betreuung infizierter Patienten einzusetzen, sofern sie arbeitsfähig sind. Dieser Möglichkeit hat das Kreisgesundheitsamt am Sonntag in Gesprächen mit der Krankenhausführung bereits zugestimmt, berichtete Krone.

"Im Moment gehen wir davon aus, dass die positiv Getesteten nicht zur Verfügung stehen."Andreas Krone, Geschäftsführer

Auf Nachfrage betonte der Geschäftsführer, dass niemand mit Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Husten oder Mattigkeit zur Arbeit kommen müsse. „Wir werden niemanden drängen oder nötigen“, sagte Krone: „Im Moment gehen wir davon aus, dass die positiv Getesteten nicht zur Verfügung stehen.“ Wie viel Personal ausfallen müsste, um auf dieses Notfall-Szenario zurückzugreifen, ist offen: Krone mochte darüber nicht spekulieren, sondern will die Untersuchungen abwarten.

Erst seit der vergangenen Woche werden im St.-Josefs-Hospital alle neu aufgenommenen Patienten auf Corona getestet. Andere Kliniken hatten damit schon vor fünf Wochen begonnen, unmittelbar nachdem das Bundesgesundheitsministerium diese Strategie angekündigt hatte. Mindestens ein Patient auf der „normalen“ Intensivstation des Hospitals ist am Wochenende positiv getestet worden. „Den Weg der Übertragung werden wir nie 100-prozentig klären können“, betonte Krone.

In sieben Monaten weniger als zehn nachgewiesene Infektionen

Die Frage, ob Mitarbeiter-Tests zumindest in den „Risikobereichen“ der Klinik früher nötig gewesen wären, wies der Geschäftsführer zurück. Der inzwischen einmal wöchentlich eingeführte Test für diese Gruppe biete „nur eine Momentaufnahme“ und keinen sicheren Ausschluss einer Infektion. „Die Konsequenz wäre sonst, dass wir alle täglich testen müssten“, wandte Krone ein. Bisher habe sich die Strategie, täglich auf erste Symptome zu achten, durchaus bewährt, meinte er. In sieben Monaten der Pandemie habe es weniger als zehn nachgewiesene Infektionen unter den Beschäftigten gegeben. Angesichts der langen Krise sei das eine „relativ geringe Anzahl“, meinte Krone. Jetzt werden wöchentlich alle Pflegekräfte und Ärzte der Covid-Stationen, der Intensivstation und der zentralen Notaufnahme getestet.

Die Auslastung mit Covid-19-Patienten bleibt auf einem hohen Niveau. Die Normalstation ist mit 18 Erkrankten nach wie vor fast voll. In der Covid-Intensivstation werden zurzeit sieben Menschen versorgt, die jedoch nicht alle beatmet werden müssen. Bis zu 22 Beatmungsplätze stünden zur Verfügung – wenn es denn ausreichend Pflegepersonal gäbe.

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