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Dinklages Freibad: Ein klarer Sanierungsfall

Risse in den Becken, ein großer Wasserverlust, Schimmel in den sanitären Anlagen: Das sind Punkte auf der langen Mängelliste. Abgearbeitet wird diese vermutlich 2023.

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Keine Seltenheit und deshalb gefährlich: Schwimmmeister Meik Slak zeigt eine der Beckenkopffliesen, die regelmäßig abbröckeln. Foto: Böckmann

Keine Seltenheit und deshalb gefährlich: Schwimmmeister Meik Slak zeigt eine der Beckenkopffliesen, die regelmäßig abbröckeln. Foto: Böckmann

Es ist frisch an diesem Wochentag Anfang Mai im Dinklager Freibad. Dort, wo sonst an einem heißen Frühlingstag schon Hunderte die Badeanstalt besuchen, Jugendliche vom 3-Meter-Turm springen, Senioren ihre Bahnen ziehen und Kinder planschen, herrscht jetzt gähnende Leere. Wegen der Corona-Pandemie dürfen Freibader nur bei ganz niedrigen Inzidenzzahlen in den Landkreisen öffnen. Auf den Landkreis Vechta trifft das nicht zu. Ein kleiner Trost: Das Wetter spielte in den vergangenen Tagen aber ohnehin nicht mit.

Die beiden Becken sind deshalb noch gar nicht mit Wasser gefüllt. Im Kinder- und im Schwimmerbereich sieht man daher deutlich, warum das Dinklager Freibad saniert werden muss. Nicht nur aus ästhetischen Gründen oder zur Attraktivitätssteigerung. Sondern vor allem deshalb: weil das Freibad – das am 17. August 1963 eröffnet wurde – an vielen Stellen Schäden hat. "Die Sanierung ist längst überfällig", sagt Meik Slak. Der 42-Jährige ist neben Michael Dyck einer der beiden Schwimmmeister und zeigt bei einem Vor-Ort-Termin mit Hauptamtsleiter Alfons Echtermann, Kämmerer Carl Heinz Putthoff und den Rettungsschwimmern Burkhard Thien und Christian Johannes, was auf der langen Mängelliste steht.

Das Nicht-Schwimmerbecken zum Beispiel hat einen gutachterlich anerkannten Totalschaden. Die Sanierungsarbeiten Ende der 1990er Jahre waren nicht fachmännisch ausgeführt worden. Einige Dehnungsfugen wurden nicht gesetzt, das Dichtband falsch gelegt. Der Beckenboden hat große Risse. Auch am Beckenrand gibt es Spannungsrisse in den Fliesen.

Im Hauptbecken sieht es nicht viel besser aus. Auch hier: Überall Risse in den Rinnen und am Boden. Der sogenannte Beckenfrost sorgt dafür, dass die Handwerker jedes Jahr aus Sicherheitsgründen rund 15 Beckenkopffliesen austauschen müssen, weil sie sonst abbröckeln. "Das ist ein großer Gefahrenfaktor", sagt Schwimmmeister Slak. Hinzu kommt: Das Hauptbecken verliert bis zu 10 Kubikmeter Wasser am Tag. Warum? Das weiß niemand.

Die beiden Sprungtürme sind nicht mehr optimal zu nutzen. Die 6 Startblöcke wurden schon vor Jahren abgebaut.  Es ist kein barrierefreier Zugang möglich. Zu den Problemen in und an den Becken kommen noch weitere. Zum Beispiel: Die Mitarbeiter- und Sanitärräume sind alt. Es regnet dort bisweilen rein, weswegen sich der Schimmel breit macht.

Auch die DLRG freut sich über die Sanierung

Die Nachricht, dass die Badeanstalt ab 2023 für exakt 4.442.364,56 Millionen Euro saniert werden soll, freut die Schwimmmeister ungemein. Aber auch die Ortsgruppe der Deutschen-Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) ist froh. "Das gesamte Gebäude ist einfach alt und in die Jahre gekommen", findet der Vorsitzende Burkhard Thien. Die Rettungsschwimmer freuen sich daher ungemein, dass das Freibad saniert wird – und es keine Überlegungen gab, das Bad komplett aufzugeben. "Unser Credo ist ja ganz klar: Schwimmen ist wichtig", sagt der 2. Vorsitzende Christian Johannes. Deshalb sei es wunderbar, dass die Stadt Dinklage sich weiterhin ein Freibad und ein Hallenbad leisten wolle.

Was soll jetzt überhaupt saniert werden? Die Wasserfläche wird sich verkleinern. Nämlich von derzeit rund 1.175 Quadratmetern auf rund 720 Quadratmeter. Im Hauptbecken in Edelstahl wird es einen voneinander getrennten Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich geben. Durch unter anderem ein Planschbecken, durch eine Breitwellenrutsche, einen aufgewerteten Sprungbereich, durch ein Kleinkindbecken, durch ausreichend Schattenplätze soll die Aufenthaltsqualität barrierefrei gesteigert werden. 

Es wird aber nicht nur in die Bausubstanz des Freibadgebäudes investiert. Auch der Eingangsbereich, Personalräume, Sanitärkomplex und Wasseraufbereitungsanlage oder die Geschäftsstelle der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) werden erneuert.


Besucherzahlen:

  • 1963: 50.000 Badegäste
  • 2014: 20.920 Badegäste
  • 2015: 20.300 Badegäste
  • 2016: 24.340 Badegäste
  • 2017: 13.250 Badegäste
  • 2018: 30.000 Badegäste
  • 2019: 23.573 Badegäste
  • 2020: 7131 Badegäste

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