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Die Polizei warnt vor einer Droge, die vor allem unter Jugendlichen populär wird: Was ist an „Görke“ so gefährlich?

Aktuell beschäftigen sich die Beamten im benachbarten Emsland mit der Substanz, die vor allem mit E-Zigaretten und Vapes konsumiert wird. Was Eltern und Jugendliche unbedingt wissen sollten.

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Die Droge „Görke“ wird vor allem mit legal erhältlichen Vaps und E-Zigaretten konsumiert. Symbolfoto: dpa

Die Droge „Görke“ wird vor allem mit legal erhältlichen Vaps und E-Zigaretten konsumiert. Symbolfoto: dpa

Sie sieht harmlos aus und kann unauffällig in aller Öffentlichkeit konsumiert werden: Die Droge „Görke“ wird vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer populärer. Aktuell beschäftigt sich die Polizei im benachbarten Emsland mit der Substanz. Die Beamten wenden sich nun mit einer Warnung an die Konsumenten und appellieren an Eltern, besonders wachsam zu sein, wenn ihre Kinder E-Zigaretten oder Vapes nutzen – denn mit diesen legal käuflichen Geräten wird die Droge eingenommen.

Doch was ist „Görke“ überhaupt? Wie die Polizeibeamten im Emsland erklären, sieht die Droge auf den ersten Blick wie eine harmlose Flüssigkeit aus – eben wie ein E-Liquid, das normalerweise in E-Zigaretten und Vapes gefüllt wird. Was man dieser Flüssigkeit nicht ansieht: Es handelt sich dabei um „eine gefährliche Kombination aus stimulierenden und halluzinogenen Stoffen, die zu schweren körperlichen und psychischen Schäden führen können“, erklären die Beamten.

Der Suchtberatung des Caritasverbandes Osnabrück ist „Görke" mittlerweile ebenfalls bekannt. Ihren Angaben zufolge verbreitet sich Droge gerade rasant im benachbarten Landkreis. Die Experten beschreiben die Droge als „süßlich riechend“. Oft habe sie eine rosa-pinke Färbung. Mandala Clavée, Leiterin der Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation beim Caritasverband für den Landkreis Emsland, hat die Substanz in einem Labor der forensischen Toxikologie in Freiburg untersuchen lassen. Das Ergebnis: „Es handelt sich um ein synthetisches Cannabinoid. Das ist illegal und in der Wirkung um ein Vielfaches stärker und länger wirksam als übliches THC, das in der Cannabispflanze vorkommt“, berichtet Mandala Clavée.

„Eltern, Freunde und Lehrer haben oft keine Chance, den Konsum zu erkennen, da die Geräte an sich legal und weit verbreitet sind.“

Bericht der Polizei im Emsland

In der Regel wird dieses Gemisch über Vapes und E-Zigaretten inhaliert. Und gerade dieser Umstand macht den Konsum für Süchtige attraktiv, für deren Umfeld aber umso schwerer, den Drogenkonsum überhaupt zu erkennen. „Eltern, Freunde und Lehrer haben oft keine Chance, den Konsum zu erkennen, da die Geräte an sich legal und weit verbreitet sind“, stellen die Beamten fest. Sie berufen sich dabei auf Berichte, die sich in letzten Monaten häufen würden.

Eben diese Berichte geben auch großen Anlass zur Sorge. Denn mittlerweile habe sich gezeigt, welche schwerwiegenden gesundheitlichen und sogar lebensgefährliche Folgen nur ein einziger Zug beim Inhalieren von „Görke“ haben kann. Das sind die bisher bekannten Risiken der Substanz:

  • Akute Halluzinationen: Der Konsum führt häufig zu extremen und beängstigenden Wahrnehmungsverzerrungen.
  • Psychische Störungen: Bei vielen Konsumenten sind dauerhafte psychische Schäden wie Psychosen oder Angststörungen dokumentiert.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Die Droge belastet das Herz massiv und kann zu Herzrasen, Kreislaufkollaps oder sogar Herzstillstand führen.
  • Abhängigkeit: Trotz der gefährlichen Wirkung kann die Droge eine starke Sucht hervorrufen, die in kurzer Zeit körperlich und psychisch abhängig macht.

Die dringende Warnung der Polizei an Jugendliche und junge Erwachsene: Sie sollten extrem vorsichtig sein, wenn auf Partys oder in sozialen Netzwerken vermeintliche Liquids für E-Zigaretten oder Vapes angeboten werden. „Niemand ist vor den Gefahren von Drogen sicher, und ein einziger Fehltritt kann euer Leben dramatisch verändern“, warnen die Beamten.

„Lehrer und Schulsozialarbeiter haben berichtet, dass betroffene Schüler nervös, unruhig und zappelig sind.“

Mandala Clavée, Leiterin der Suchtberatung

Die Betroffenen, die in den Caritas-Beratungsstellen Hilfe suchten, berichteten von extremen körperlichen Reaktionen wie Herzrasen und Schwindel. Sie fühlten sich wie weggetreten und hatten schon nach wenigen Tagen ein Abhängigkeitsgefühl. „Lehrer und Schulsozialarbeiter haben berichtet, dass betroffene Schüler nervös, unruhig und zappelig sind. Zudem haben viele glasige Augen, können sich nicht konzentrieren und haben Kreislaufbeschwerden. Für Außenstehende kann es auch wie ein beginnender Infekt aussehen“, berichtet Mandala Clavée.

An die Eltern gerichtet, empfehlen die Beamten präventiv das Gespräch mit ihren Kindern zu suchen und explizit auf die Gefahren der Droge hinzuweisen. Jugendliche und junge Erwachsene würden die Nutzung von Vapes und E-Zigaretten als harmlos betrachten und seien sich der Risiken überhaupt nicht bewusst. Misstrauisch und aktiv einschreiten sollten vor allem Eltern in diesen Fällen:

  • Achten Sie auf Anzeichen von verändertem Verhalten, ungewöhnliche Stimmungsschwankungen oder körperliche Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder Desorientierung.
  • Seien Sie wachsam, wenn Ihr Kind E-Zigaretten oder Vapes nutzt, insbesondere, wenn diese plötzlich neue Liquids oder Aromen enthalten.
  • Sollten Sie vermuten, dass Ihr Kind oder jemand in Ihrem Umfeld mit der Droge „Görke“ in Kontakt gekommen ist, zögern Sie nicht, sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Im Verdachtsfall kontaktieren Sie außerdem die Polizei, um uns bei der Aufklärung und Eindämmung dieser gefährlichen Substanz zu unterstützen.
  • Betroffene und Eltern finden Hilfe auf der Onlineplattform www.digisucht.de

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