Die neue Powerfrau im Bakumer Hallenbad
Barbara Pohl ist künftig die Schwimmmeisterin der Gemeinde. Während der Corona-bedingten Schließung sind allerdings auch ihre Fertigkeiten außerhalb des Beckens gefragt.
Florian Ferber | 04.05.2020
Barbara Pohl ist künftig die Schwimmmeisterin der Gemeinde. Während der Corona-bedingten Schließung sind allerdings auch ihre Fertigkeiten außerhalb des Beckens gefragt.
Florian Ferber | 04.05.2020

Natürlich nur fürs Foto mit Barbara Pohl: Ansonsten ist die Rutsche dem Nachwuchs vorbehalten. Foto: Ferber
Duschköpfe entkalken schön und gut. Muss sein, gehört aber sicher nicht zu den primären Aufgaben einer Schwimmmeisterin. Dass Barbara Pohl, seit 1. April neue Chefin in Bakums Hallenbad, ihre Arbeit nun vorerst vorwiegend außerhalb des Beckens verrichtet, ist der Corona-bedingten Schließung der Schwimmhalle geschuldet. Doch von Frust oder Resignation ist bei der 47-Jährigen nichts zu spüren. "Läuft! Jetzt muss nur noch das Wasser laufen!", lautet ihr erstes Fazit. Wer sich mit Pohl unterhält, merkt schnell, hier ist eine Powerfrau am Werk, eine, die gleich anpackt - ob am Farbpinsel beim Streichen oder am Hochdruckreiniger bei der Beckensäuberung. Zum Einarbeiten sei die Phase gerade optimal, sagt die Schwimmmeisterin, die aus Lindern stammt und heute in der "Ecke Lastrup" wohnt. Sie sehe die momentane Situation nicht negativ, sondern habe nun auch Zeit, die Technik auf Vordermann zu bringen. Überhaupt sei die abzuarbeitende Aufgabenliste noch lang. Im gleichen Atemzug macht Pohl aber auch klar: Lieber heute als morgen würde sie mit ihrer Hauptbeschäftigung loslegen. Ausreichende Berufserfahrung hat sie in 30 Jahren im Soestebad Cloppenburg gesammelt. Dort wurde sie ausgebildet, direkt übernommen und war später als Schichtleiterin tätig. "Dann wollte ich aber eine kleine Veränderung. Ich hatte einfach Bock auf was Neues", erklärt die 47-Jährige, die Bakum nach eigener Aussage vorher nicht kannte. "Ich habe immer ein schönes, kleines Schwimmbad gesucht." Doch das Stellenangebot aus der Gemeinde, wo ein Nachfolger für Ansgar Bregen gesucht wurde, kam gerade recht - und nach einem Vorstellungsgespräch vor Weihnachten die Zusage für den Job. "Darüber freue ich mich natürlich. Ich habe immer ein schönes, kleines Schwimmbad gesucht. Alles sehr persönlich hier, das mag ich." Und alles ein paar Nummern übersichtlicher als in Cloppenburg. Statt zehn Becken gibt es in Bakum nur eines, statt per Automat werden die Eintrittskarten von Kassiererin Doris Eveslage verkauft. Wann das wieder der Fall sein wird, steht in den Sternen. Doch schon jetzt ist Barbara Pohl eine gefragte Frau. Seit sich herumgesprochen hat, dass sie in Zukunft Schwimmkurse für Kinder anbieten möchte, steht das Telefon nicht mehr still. Die Nachfrage ist groß, auch außerhalb der Gemeinde Bakum. Selbst beim Gespräch mit der Presse klingelt es, und Barbara Pohl muss die Unterhaltung kurz unterbrechen. Sie notiert sich Namen, Jahrgang und Telefonnummer. "Wenn das Wasser drin ist und ich grünes Licht habe, melde ich mich sofort", verspricht sie der Anruferin. Die Seepferdchenkurse sollen nicht wie früher offen sein, sondern eine feste Zahl von rund zehn Teilnehmern haben. Wichtig für sie sei, sagt Pohl, dass die Kinder immer in Bewegung bleiben und nicht am Beckenrand frieren. Für Mama und Papa indes gilt: Bitte draußen bleiben! "Ich habe die Erfahrung gemacht, ohne sie geht es besser, weil sonst heißt es ,Mama, guck mal hier' und die Kinder sind abgelenkt." Dafür dürfen die Eltern in der letzten Kursstunde dabei sein und sehen, was der Nachwuchs alles erreicht hat. Die Fortschritte dabei fallen unterschiedlich aus, weiß Pohl. "Manche Kinder haben einen Pool im Garten und lernen schneller. Sie haben keine Angst vor Wasser. Andere waren noch nie im Schwimmbad oder haben schlechte Erfahrungen gemacht. Man kriegt sie spielerisch." Parallel sollen übrigens auch die Kurse der DLRG Bakum, etwa zur Wassergewöhnung, weiterlaufen. Doch auch wann das sein wird, ist momentan unklar. Immerhin: Die Duschköpfe sind schon mal entkalkt. 
Schon jetzt ist Barbara Pohl eine gefragte Frau

Parallel sollen DLRG-Kurse weiterlaufen
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