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Die EU-Politik lässt "Europa-Mayer" nicht los

Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: Professor Dr. Hans-Peter Mayer aus Vechta. 15 Jahre war er EU-Abgeordneter der CDU. Seitdem kennt man ihn als "Europa-Mayer".

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Buch zum Schwerpunkt: Als Europaabgeordneter befasste sich Professor Dr. Hans-Peter Mayer mit dem Europäischen Gesellschaftsrecht. Es ging um Angleichungen in der EU bei Regeln, die für Unternehmen gelten. Foto: Tzimurtas

Buch zum Schwerpunkt: Als Europaabgeordneter befasste sich Professor Dr. Hans-Peter Mayer mit dem Europäischen Gesellschaftsrecht. Es ging um Angleichungen in der EU bei Regeln, die für Unternehmen gelten. Foto: Tzimurtas

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Wir haben derzeit zwei lebhafte Enkel bei uns, 4 und 10 Jahre alt. Dagegen waren die Besuche und Vorträge als Europaabgeordneter in 16 Landkreisen mit 2,5 Millionen Menschen ein Kinderspiel. Ansonsten kommen wir mit viermal Impfen und einmal genesen ganz gut durch.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Meine Frau und ich haben ein Motorschiff gechartert und sind zu zweit eine Woche lang in herrlicher Herbstsonne die Dahme, Spree und Havel entlanggefahren, natürlich auch mitten durch Berlin am Reichstag vorbei.

Wenn Sie König von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Der König. Alleinherrscher wie in Russland, Nordkorea und China sind für die Menschen entsetzlich. Als Bundeskanzler würde ich darauf drängen, Hindernisse für Wirtschaft und Menschen aufzulösen. Dazu gehören Bürokratie und Formulare. Dass Ärzte teilweise bis zu ein Drittel der Arbeitszeit mit Papierkram beschäftigt sind, ist völlig überzogen. Dasselbe gilt natürlich für die Landwirtschaft und den Mittelstand. Leider kommen vermehrt unnötige Auflagen und Berichtspflichten auch aus der EU. Der Hauptgrund liegt darin, dass jedes Land einen Kommissar (m/w/d) in der EU-Verwaltung hat, und dass offensichtlich die Qualität eines Kommissars daran gemessen wird, wie viele Gesetze er durchsetzt. Das ist ein unsinniger Maßstab.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen können?
Das ist für das kommende Jahr noch nicht entschieden, da meine Frau mitträumt oder gar in meine Träume reinträumt. Ehepaare, die die „Goldene Hochzeit“ hinter sich haben, verstehen das.

Was tun Sie am liebsten?
Ordentliche körperliche Arbeit im Garten. Abends dann am Kamin ein Gläschen Rotwein trinken. Ab und zu bin ich auch gerne beim Stammtisch und mit dem Motorrad unterwegs.

Welche Eigenschaften mögen Sie? Und welche nicht?
In dem Buch von Alexander von Schönburg „Die Kunst des lässigen Anstands“ sind 27 Tugenden beschrieben. Eigentlich mag ich alle. Zu viel Demut allerdings nicht. Es ist für mich unglaubwürdig, wenn eine frisch gewählte Person nach einem heftigen Wahlkampf behauptet, sie nehme die Wahl demütig an.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Die Krimiserie Wilsberg. Passt in die Region, Lösungen mit Denken ohne Waffen, viel Humor und Ironie. Den englischen Humor zum Beispiel in „Inspector Barnaby“ genieße ich auch.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Papst Franziskus. Ein Spruch sagt: Drei Dinge weiß nicht einmal der Liebe Gott: Wie viele Frauenkongregationen es gibt, wie viel Geld die Kirche hat, und was ein Jesuit wirklich denkt. Wie will der Jesuit-Papst die Kirche retten?

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Handgemachte Spätzle mit saftigem Braten, so wie es meine Mutter gemacht hat.

Welches Thema bei OM-Online hat Sie am meisten beschäftigt?
Ich finde es gut, dass neben den Nachrichten aus der Welt und aus Niedersachsen über das Oldenburger Münsterland, Vechta, Lohne, Dinklage, Steinfeld, Holdorf und weitere Dorfgemeinschaften berichtet wird. Die Berichterstattung aus den Räten, insbesondere auch aus dem Kreistag, könnte ausführlicher und vor allem personenbezogener sein. Es interessiert schon, wie die von mir Gewählten argumentieren und abstimmen. Besonders gefallen mir die Kolumnen wie zum Beispiel von Jörg Schlüter.


Zur Person:

  • Hans-Peter Mayer (78) aus Vechta war von 1999 bis 2014 EU-Abgeordneter für die CDU. Man nannte ihn „Europa-Mayer“.
  • Der promovierte Jurist (Dr. jur. utr.) stammt aus Baden-Württemberg.
  • 1980 wurde er Professor für Recht und Verwaltungslehre an der Katholischen Fachhochschule Norddeutschland (Vechta und Osnabrück).
  • 1990 wurde er auch zum „Dr. phil.“ promoviert.
  • Bis 1991 war er Rektor der Hochschule. Von 1991 bis 1994 war er Staatssekretär für Wirtschaft und Technologie von Sachsen-Anhalt.
  • Anschließend war er wieder als Rechtsanwalt tätig.
  • Nach seiner Wahl ins Europäische Parlament war er Mitglied im Rechtsausschuss. Das Europäische Gesellschaftsrecht gehörte zu seinen Arbeitsschwerpunkten.
  • Von 2006 bis 2014 war er Mitglied des Landesvorstands der CDU in Niedersachsen.
  • Er lebt mit seiner Frau in Vechta.

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