Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Die ersten Bewohner des Seniorenhofes Visbek ziehen zum 1. Juni ein

Das zweite Haus soll am 1. Juli bezugsfertig sein. Im Juni beginnen zudem die Bauarbeiten für die Tagespflege. Im April 2022 soll das "Dorf im Dorf" dann komplett fertiggestellt sein.

Artikel teilen:
Erfüllen sich einen Herzenswunsch: Stephanie Zurhake-Gümüs und ihr Mann Erdal haben den Seniorenhof Visbek von langer Hand geplant. Foto: Heinzel

Erfüllen sich einen Herzenswunsch: Stephanie Zurhake-Gümüs und ihr Mann Erdal haben den Seniorenhof Visbek von langer Hand geplant. Foto: Heinzel

Für Stephanie Zurhake-Gümüs und ihren Mann Erdal steht ein großer Moment bevor. Zum 1. Juni werden die ersten Mieter im neuen „Seniorenhof Visbek“ an der Rechterfelder Straße einziehen, darunter auch Maria Zurhake. Die Mutter von Stephanie ist in gewisser Weise dafür verantwortlich, dass es den Seniorenhof überhaupt geben wird. Natürlich existiere ein ausgearbeitetes Hygienekonzept, mit dem die Sicherheit der neuen Bewohner sicher gewährleistet  werden soll.

Zum 1. Juli folgen dann die Bewohner des zweiten Hauses. Hier gibt es aktuell noch vier freie Wohnungen. Mitten in Visbek entsteht gerade auf 1,8 Hektar sozusagen ein „Dorf im Dorf“ für demenziell Erkrankte, Menschen mit einem Pflegegrad von 1 bis 5 sowie „junge“ Menschen mit Einschränkungen. „Das ganze Gelände wird eingezäunt“, berichtet Stephanie Zurhake-Gümüs. Das sei notwendig, um die Sicherheit der demenziell Erkrankten zu gewährleisten. Dieser Zaun werde aber durch eine Rotbuchenhecke verdeckt. Zentral gelegen, sei alles fußläufig zu erreichen und ermögliche es den Bewohnern, am gesellschaftlichen Leben der Gemeinde teilzuhaben, erläutert Erdal Gümüs.

Seniorenhof Visbek schafft rund 70 Arbeitsplätze

Der Spatenstich für das Projekt war Ende Juni 2020. Insgesamt werden sechs Häuser mit jeweils zwölf Wohnungen errichtet. Diese kombinierten Wohn- und Schlafräume haben eine Größe zwischen 40 und 45 Quadratmetern. Wie schnell die restlichen Häuser fertiggestellt werden hängt allerdings vom Baustoffmarkt ab, sagt Stephanie Zurhake-Gümüs, der sei derzeit „wie leergefegt“. Daneben entsteht noch ein Versorgungshaus für die Großküche und die Wäscherei sowie ein Gebäude,  in dem die Tagespflege untergebracht sein wird. Die Bauarbeiten für letztere sollen im Juni beginnen und im April 2022 abgeschlossen sein. In das Projekt Seniorenhof Visbek investiert das Ehepaar Zurhake-Gümüs einen zweistelligen Millionenbetrag und schafft etwa 70 Arbeitsplätze.

„Das ist ein Herzenswunsch!“Stephanie Zurhake-Gümüs über den Seniorenhof

„Das ist ein Herzenswunsch“, schildert Stephanie Zurhake-Gümüs die Motivation des Paares für das Großprojekt. Ihre Mutter sei an Demenz erkrankt und lebe seit sechs Jahren in einem Pflegeheim. Oft hätten sie sich im Laufe dieser Zeit während der unterschiedlichen Situationen die Frage gestellt: "Warum ist das so?"  Die beiden Visbeker suchten Antworten, informierten sich und recherchierten intensiv. Das Ergebnis: Ein bis ins letzte Details ausgearbeitetes Konzept, das es den Bewohnern des Seniorenhofes erlaubt, ihren Lebensabend so eigenständig und schön wie möglich zu verbringen.

Ein Dorf im Dorf: Der Seniorenhof Visbek soll bis April 2022 komplett fertig sein. Foto: HeinzelEin "Dorf im Dorf": Der Seniorenhof Visbek soll bis April 2022 komplett fertig sein. Foto: Heinzel

Jedes Haus ist barrierefrei gestaltet, verfügt über einen Aufzug und einen gemeinsamen Aufenthaltsraum im Erdgeschoss. Wie in einer "Großfamilie" können die Bewohner hier gemeinsam drei Mahlzeiten am Tag verzehren und gemeinsam etwas unternehmen. Gleichzeitig bieten die eigenen vier Wände aber die Gelegenheit sich entsprechend zurückzuziehen. Der Seniorenhof Visbek ist eine ambulante Wohneinrichtung. Über einen eigenen Pflegedienst werde das Ehepaar eine 24-Stunden-Betreuung die ganze Woche über sicherstellen. Pro Haus und Schicht kümmern sich eine Pflegekraft und ein Helfer um die Bewohner. Jeder Bewohner hat in seiner Wohnung zusätzlich eine Notrufanlage und kann je nach Bedarf notwendige Pflegeleistungen hinzubuchen.

„Das Ziel ist, eine Gemeinschaft zu bilden.“Stephanie Zurhake-Gümüs über den Seniorenhof

In der Mitte des Geländes wird eine Parkanlage als zentrale Begegnungsstätte fungieren. „Das Ziel ist, eine Gemeinschaft zu bilden“, so Stephanie Zurhake-Gümüs. Der Zusammenhalt der Bewohner des Seniorenhofes soll sich über die Hausgemeinschaften auch auf den ganzen Seniorenhof erstrecken. Ein Weg könnten die vom frisch eingestellten Koch vorgeschlagenen regelmäßigen Events wie etwa ein Grill- oder Spargelfeste sein. Zudem ist mit Kindergarten und Grundschule eine Zusammenarbeit angedacht, so dass Alt und Jung im Seniorenhof zusammenkommen. „Das ist uns wichtig“, meint Erdal Gümüs.

Das Ehepaar Zurhake-Gümüs konnte inzwischen auch eine Palliativmedizinerin gewinnen, die Menschen und ihre Angehörigen im Seniorenhof während der letzten Lebensphase betreut und es möglich macht, in Ruhe voneinander Abschied nehmen zu können. Als Hausarzt ist Dr. Michael Timphus aus Lohne an Bord. Simon Wiechens aus Visbek steht den Bewohnern als Physiotherapeut zur Verfügung. Er wird später einen eigenen Raum in der Tagespflege auf dem Seniorenhof erhalten. Dort soll es ebenfalls möglich sein, eine Fußpflege wahrzunehmen, oder sich von einem Friseur die Haare schneiden zu lassen.

Das gesamte Konzept hat Modellcharakter und wurde daher durch das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie entsprechend gefördert.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Die ersten Bewohner des Seniorenhofes Visbek ziehen zum 1. Juni ein - OM online