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Der Vertrieb begleitet die Leser in die digitale Zeitungswelt

860 Zusteller sind zwischen Neuenkirchen-Vörden und Barßel für die Printausgaben von MT und OV unterwegs. Aber der digitale Wandel ist im Lokaljournalismus in vollem Gange.

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Job für Frühaufsteher: 860 Zustellerinnen und Zusteller der OM Vertriebs GmbH & Co KG sind jeden Morgen im Oldenburger Münsterland unterwegs. Foto: Kaiser

Job für Frühaufsteher: 860 Zustellerinnen und Zusteller der OM Vertriebs GmbH & Co KG sind jeden Morgen im Oldenburger Münsterland unterwegs. Foto: Kaiser

Als Inge Bücker als junge Mitarbeiterin im Vertrieb der Oldenburgischen Volkszeitung anfing, gab es noch reichlich Bewerbungen von Männern und Frauen, die gerne früh aufstanden und sich als Zeitungszusteller etwas hinzuverdienen wollten. Damals, so erinnert sie sich, waren zum Beispiel Rentner noch jung und fit. Heute würden die Menschen länger in ihren regulären Berufen arbeiten müssen, bevor sie im Ruhestand eine Nebentätigkeit aufnehmen könnten. Außerdem gab es noch keine so große Auswahl an Jobs für geringfügig Beschäftigte wie heute. 1978 war das.

46 Jahre später gehört Inge Bücker noch immer zum Vertriebsteam. Allerdings ist sie seit der Fusion von Oldenburgischer Volkszeitung Vechta und Münsterländischer Tageszeitung Cloppenburg als Geschäftsführerin der neu gegründeten OM-Vertriebs GmbH & Co KG nicht nur verantwortlich für die Zustellung der beiden Tageszeitungen, sondern auch für die Wochenblätter für die Landkreise Vechta und Cloppenburg. Und abgesehen von der neuen Firmenstruktur haben sich vor allem zwei Dinge grundlegend verändert: Es wird zunehmend schwerer, Zusteller zu bekommen, und der Wandel zum digitalen Journalismus hat enorme Auswirkungen auf die Arbeit des Vertriebs.

Inge Bücker leitet die größte Abteilung innerhalb der OM-Mediengruppe. Dabei arbeitet der weitaus größte Teil ihrer Mannschaft weitestgehend unsichtbar, weil das Oldenburger Münsterland noch schläft. 17 festangestellte Kollegen organisieren vom neuen Verlagsgebäude im Drantumer Eco-Park aus, dass sich ein Heer von Zustellerinnen und Zustellern Nacht für Nacht auf den Weg macht, um die Printausgaben von Münsterländischer Tageszeitung und Oldenburgischer Volkszeitung sowie am Wochenende die Wochenblätter die Haushalte und Abonnenten erreichen. Und das ist alles andere als eine Routinearbeit: Ab 7 Uhr morgens sitzt immer ein Kollege als „Krisenmanager” im Büro.

860 Austräger sind auf einer Fläche von 2330 Quadratkilometern zwischen Neuenkirchen-Vörden im Süden des Landkreises Vechta und der Gemeinde Barßel im nördlichsten Landkreis Cloppenburg unterwegs – ein Gebiet mit einer Ausdehnung von mehr als 100 Kilometern. Jede Nacht ab spätestens 1 Uhr bringen eine Spedition und drei eigene Fahrer der OM-Vertriebsgesellschaft Pakete mit Zeitungen zu den Zustellern nach Hause oder liefern sie an Ablagestellen ab, damit sie dann in die Briefkästen der Abonnenten weiterverteilt werden – und das möglichst früh. Hinzu kommen über 120.000 Exemplare der Wochenblätter am Sonntag mit ihren zahlreichen Beilagen der Werbekunden.

Angesichts dieser Dimensionen lässt es sich kaum vermeiden, dass auch mal etwas schief geht. „Fast jeden Tag meldet sich zum Beispiel jemand krank. Dann müssen wir ad hoc für Ersatz sorgen“, beschreibt Inge Bücker ein häufig vorkommendes Problem. Dass ein Zusteller, der für einen urlaubenden Kollegen einspringt, sich in dessen Bezirk nicht immer perfekt auskennt, lässt sich denken. „Dann gibt es natürlich auch Anrufe von Abonnenten, die ihre Zeitung nicht oder nicht so früh wie gewohnt erhalten haben“, sagt die Vertriebsleiterin. 

Koordiniert mit ihren Kollegen ein Heer von Zustellern: OM-Vertriebsleiterin Inge Bücker. Foto: KaiserKoordiniert mit ihren Kollegen ein Heer von Zustellern: OM-Vertriebsleiterin Inge Bücker. Foto: Kaiser

Handelt es sich hierbei um Probleme, mit denen sich die „Vertriebler” schon seit Jahrzehnten auseinandersetzen, kommen inzwischen neue Aufgaben hinzu. Denn der digitale Wandel ist auch im Lokaljournalismus nicht mehr aufzuhalten. „Wir haben schon jetzt über 7000 E-Paper-Leser, und jeden Monat wechseln 100 weitere Abonnenten von Print ins Digital-Angebot“, berichtet die Lohnerin. Für sie und ihre Mitarbeiter bedeutet das viel Beratungsarbeit: Nicht wenige Kunden benötigen telefonische Unterstützung bei der Einrichtung des Digital-Abonnements auf deren Endgeräten. „Das kommt oft vor und dauert mitunter lange“, sagt Inge Bücker.

Auch sie weiß längst, dass die Zukunft des Journalismus’ in der digitalen Welt liegt. Dafür sprächen die vielen Vorteile für die Leserinnen und Leser: Erstens sparen sie Geld. Das E-Paper-Abo ist mit 29,99 Euro monatlich deutlich günstiger als der Bezug der Papier-Ausgabe von MT und OV. Das OM-Plus-Abo für das Nachrichtenportal OM-Online ist sogar schon für 12,99 Euro monatlich zu haben. Zweitens erübrigen sich die unvermeidlichen Probleme mit der Zustellung. Und die E-Paper-Leser und OM-Online-Leser sind obendrein früher informiert. „Ab 23 Uhr abends ist die Ausgabe vom nächsten Tag für E-Paper-Abonnenten online”, erklärt Bücker, auf OM-Online veröffentlicht die Redaktion ihre Nachrichten fast rund um die Uhr.

Noch gebe es viele, vor allem ältere Leserinnen und Leser, die an ihren Gewohnheiten festhalten wollen. Sie möchten das Neueste aus ihrer Heimat in einer Zeitung lesen, die sie in den Händen halten, deren Rascheln sie hören und deren Geruch sie wahrnehmen. „Das ist auch gut so“, sagt die Geschäftsführerin. Aber irgendwann ist eine Generation am Zuge, die den Umgang mit digitaler Technik von Klein auf gewohnt ist. Wie lange das noch dauert? „Keine Ahnung. Aber irgendwann erscheinen wir nur noch digital“, weiß Inge Bücker. Bis dahin aber gebe der OM-Vertrieb Nacht für Nacht sein Bestes, damit die Print-Leser ihre Zeitung morgens im Postkasten finden.   

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