Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Dammer Krankenhaus schließt sich Vechtaer Klinik-Verbund an

Das Krankenhaus St. Elisabeth tritt der Schwester Euythymia-Stiftung bei.  Zustimmung gibt es dafür auch aus dem niedersächsischen Sozialministerium.

Artikel teilen:
Die Weichen sind gestellt: Das Dammer Krankenhaus wird zum 1. Juli Teil der Schwester Euthymia-Stiftung. Die Verantwortlichen sehen das als wichtigen Beitrag zur Standortsicherung. Foto: Lammert

Die Weichen sind gestellt: Das Dammer Krankenhaus wird zum 1. Juli Teil der Schwester Euthymia-Stiftung. Die Verantwortlichen sehen das als wichtigen Beitrag zur Standortsicherung. Foto: Lammert

Das Dammer Krankenhaus schließt sich ab dem 1. Juli 2021 der Schwester Euthymia-Stiftung (SES) an. Die Stiftung mit Sitz in Vechta wird Mehrheitsgesellschafterin der gemeinnützigen Gesellschaft Krankenhaus St. Elisabeth. Damit bildet das Dammer Krankenhaus zukünftig einen Verbund mit den Krankenhäusern St. Marienhospital Vechta, St. Franziskus-Hospital Lohne und St. Josefs-Hospital Cloppenburg. Das haben Vertreter der Stiftung und der gemeinnützigen Gesellschaft Krankenhaus St. Elisabeth nach Angaben der SES und des Dammer Krankenhauses beschlossen.

"Ein katholischer Klinikverbund ist wegweisend für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung unserer Region", erklärte Weihbischof Wilfried Theising. Ulrich Pelster, SES-Geschäftsführer, sieht die Zusammenarbeit der 4 Krankenhäuser in der Region auf eine neue, fruchtbare Basis gestellt.

Es sollen weder Arbeitsplätze abgebaut noch Abteilungen geschlossen werden

Dr. Niklas Cruse, Geschäftsführer des Krankenhauses St. Elisabeth, sprach von einem Zusammenschluss auf Augenhöhe. Er erklärte, im Dammer Krankenhaus würden weder Arbeitsplätze abgebaut noch medizinische Abteilungen geschlossen. Singuläre Krankenhäuser, die die Grund- und Regelversorgung anböten, könnten aus betriebswirtschaftlicher Sicht langfristig nicht existieren. Im Zuge des Strukturwandels im Krankenhauswesen müssten Doppelstrukturen abgebaut werden. "Ohne Verbund würde jeder der jetzigen Standorte in Bezug auf das medizinische Leistungsspektrum verlieren."

Die Verbindung der kirchlichen Krankenhäuser sei die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die nicht auf Konkurrenzdenken, sondern auf einem vertrauensvollen Miteinander beruhe, sagte St.-Viktor-Pfarrer Heiner Zumdohme, der Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Krankenhauses Damme ist. 

Für ihn ist es jetzt der ideale Zeitpunkt, dass das Krankenhaus Teil der SES wird. Und Thomas gr. Klönne, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Dammer Krankenhauses, ergänzte dem Vernehmen nach, der Zusammenschluss sei die Grundlage, um die Gesundheitsversorgung im Südkreis noch weiter zu verbessern.

Blick auf geplantes Zentralklinikum

Beide Vertreter des Krankenhauses St. Elisabeth beziehen sich damit auf Planungen zum Bau eines zusammengelegten Klinikums im Nordkreis und vorgesehene Baumaßnahmen am Standort Damme wie eine erweiterte zentrale Notaufnahme mit 2 Etagen für medizinische Abteilungen. Im Rahmen eines gemeinsamen standortübergreifenden Medizinkonzeptes könnten hier frühzeitig Anpassungen vorgenommen werden.

„Durch die Verbundstruktur und die Entwicklung eines gemeinsamen Medizinkonzeptes entspricht die Schwester Euthymia-Stiftung unserer politischen Zielsetzung.“Daniela Behrens, niedersächsische Sozialministerin

Zustimmung bekommen die Dammer und die SES auch aus dem niedersächsischen Sozialministerium. Dem Vernehmen nach sagte Sozialministerin Daniela Behrens: „Durch die Verbundstruktur und die Entwicklung eines gemeinsamen Medizinkonzeptes entspricht die Schwester Euthymia-Stiftung unserer politischen Zielsetzung.“ Ein Klinikverbund und ein daraus resultierendes gemeinsames Konzept zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung seien wichtige Grundlagen, um Investitionsmittel seitens des Landes Niedersachsen als Unterstützung zu erhalten.

Johann-Berend Groß de Wente, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung des Dammer Krankenhauses, wollte die neue Entwicklung in Sachen Verbund am Dienstag noch nicht kommentieren. Er wolle zunächst in der Mitarbeitervertretung und mit seinen Kolleginnen und Kollegen darüber reden, wie der Einstieg der Schwester-Euthymia-Stiftung als Mehrheitsgesellschafterin des St.-Elisabeth-Krankenhauses zu werten ist.

"Aus meiner Sicht ist die Weiterentwicklung der Krankenhäuser  ein wichtiger Schritt, um dauerhaft die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Vechta zu gewährleisten.“Gerd Muhle, Bürgermeister der Stadt Damme

Dammes Bürgermeister Gerd Muhle erklärte dazu: „Aus meiner Sicht ist die strukturelle, bauliche und medizinische Weiterentwicklung der Krankenhäuser im Rahmen eines Krankenhaus-Verbundes und eines 2-Standorte Konzeptes mit einem Klinikum Vechta/Lohne und dem Krankenhaus Damme ein wichtiger Schritt, um dauerhaft die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Vechta zu gewährleisten.“

In einem internen Schreiben informierte Gerd Muhle die Ratsmitglieder am Dienstag über den neuen Verbund. Er kündigte zudem an, Dr. Niklas Cruse als Geschäftsführer des Dammer Krankenhauses zur nächsten Ratssitzung einzuladen, damit er die aktuellen Entwicklungen vorstellen kann.

CDU und SPD befürworten Schulterschluss

Sowohl der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Frank Hörnschemeyer, als auch der SPD-Fraktionschef Florian Ewald begrüßten den neuen Verbund. Kritik daran äußerte hingegen Heiko Bertelt, Vorsitzender der FDP-Fraktion. Aus Sicht Frank Hörnschemeyers und Florian Ewalds sichert der jetzt eingeschlagene Weg langfristig den Krankenhausstandort Damme. Die Stadt werde das Krankenhaus St. Elisabeth auch in Zukunft unterstützen, zeigte sich Christdemokrat Hörnschemeyer überzeugt. Sozialdemokrat Ewald forderte, diese wichtige Dammer Einrichtung müsse weiter aus allen Entscheidungen gestärkt hervorgehen.

Heiko Bertelt dagegen bezeichnete den Beitritt des Krankenhauses in die Schwester-Euthymia-Stiftung als verfrüht. Die Dammer hätten zunächst abwarten sollen, wie die Entwicklung um das neue geplante Zentralklinikum Vechta/Lohne weitergeht. Erst wenn da Klarheit herrsche - etwa über den Standort, hätte das Dammer Krankenhaus der Stiftung beitreten sollen. Auch wisse derzeit niemand mit Sicherheit zu sagen, was mit Abteilungen passieren wird, die es in mehr als einem Krankenhaus unter dem Dach der SES gibt. Da gehe es dann vielleicht um Arbeitsplätze und um die Infrastruktur.

Stehen für den Zusammenschluss: (von links) Ulrich Pelster (Vorstandsvorsitzender der Schwester Euthymia-Stiftung), Pfarrer Heiner Zumdohme (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Krankenhaus St. Elisabeth gGmbH Damme und Stiftung St. Elisabeth) und Dr. Niklas Cruse (Geschäftsführer Krankenhaus St. Elisabeth gemeinnützige GmbH). Foto: BöckermannStehen für den Zusammenschluss: (von links) Ulrich Pelster (Vorstandsvorsitzender der Schwester Euthymia-Stiftung), Pfarrer Heiner Zumdohme (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Krankenhaus St. Elisabeth gGmbH Damme und Stiftung St. Elisabeth) und Dr. Niklas Cruse (Geschäftsführer Krankenhaus St. Elisabeth gemeinnützige GmbH). Foto: Böckermann

So aber sagte der Freidemokrat, der sich gewünscht hatte, im Vorfeld von den Beteiligten informiert zu werden: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass das Dammer Krankenhaus der Verlierer sein könnte.“ Zum Beispiel befürchtet er, dass zukünftig letztlich doch weniger Fördermittel des Landes an das Dammer Krankenhaus fließen könnten, weil das Land sich neben den Universitätskliniken auf die Zentralkliniken konzentrieren könnte.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Calderone aus Quakenbrück, zu dessen Wahlkreis auch Damme gehört, sprach mit Blick auf den Beitritt des Dammer Krankenhauses zur SES von einer „unternehmerischen Entscheidung“. Er forderte in dem Zusammenhang ganz eindeutig: Eine spezialisierte medizinische Behandlung müsse es auch in Zukunft im Südkreis Vechta geben. Und das Dammer Krankenhaus müsse ein guter Arbeitgeber bleiben.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Dammer Krankenhaus schließt sich Vechtaer Klinik-Verbund an - OM online