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Corona-Pandemie erschwert Arbeit des Kinderschutzbundes

Der Cloppenburger Kreisverband blickt auf das vergangene Jahr zurück. Die Pandemie habe den Kindern, Jugendlichen und Familien sowie den Mitarbeitern viel abverlangt.

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Vorstandsmitglieder:  Volker Raker, Jan Lübbe, Andrea Feltes, Dieter Walf und Christina Semmling (von links). Walf und Feltes sind seit über 20 Jahren ehrenamtlich im Vorstand tätig.  Foto: Kinderschutzbund

Vorstandsmitglieder:  Volker Raker, Jan Lübbe, Andrea Feltes, Dieter Walf und Christina Semmling (von links). Walf und Feltes sind seit über 20 Jahren ehrenamtlich im Vorstand tätig.  Foto: Kinderschutzbund

Mit Blick auf das vergangene Jahr spricht der Kinderschutzbund Cloppenburg von "großen Herausforderungen" angesichts der Corona-Pandemie. Dies geht aus dem Bericht für 2021 hervor. "Ich freue mich, erstmalig als Vorsitzende über unsere Arbeit als Lobby für Kinder und Jugendliche sowie deren Erziehungsberechtigte und Familien im Landkreis Cloppenburg und darüber hinaus informieren zu dürfen", berichtet Maria Schrand darin.

Die Pandemie habe den betreuten Kindern, Jugendlichen und deren Familien sowie besonders auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel abverlangt. Mit Blick auf die Gesundheit galt es das entwickelte Hygienekonzept konsequent einzuhalten, damit ein größtmöglicher Schutz gewährleistet war.

Aufbau von verlässlichen Beziehungen und Bindungen

Dabei stand laut Schrand eine Frage im Raum: "Wie ist ein solch rigides, auf Abstand ausgelegtes Konzept mit den uns anvertrauten Mädchen und jungen Frauen in der Mädchenwohngruppe umsetzbar?" Es gehe schließlich um den Aufbau von verlässlichen Beziehungen und Bindungen, oft eben auch einhergehend mit der Bildung emotionaler Nähe. "Und ja, es war möglich", so Schrand rückblickend. Das pädagogische Konzept und Angebot der Mädchengruppe sei auf bundesweite Nachfragen gestoßen.

Die Gruppe nimmt Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren auf. Hier können bis zu neun Mädchen leben, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie verbleiben können und diesbezüglich auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. "Wir können ihnen das Zuhause nicht ersetzen, trotzdem sind wir stets bemüht, für die Mädchen einen sicheren Ort zu schaffen, an dem sie sich wohlfühlen und frei entwickeln können", heißt es in dem Jahresbericht.

Homeschooling sei eine Herausforderung gewesen

2021 sei das Homeschooling in dem großen Haushalt eine Herausforderung gewesen. Parallele Videokonferenzen und unterschiedliche Klassenstufen und Lernstände hätten des Öfteren für neue Herausforderungen gesorgt. Zudem litten die geregelte Tagesstruktur und die sozialen Kontakte. Neben der Schule öffneten im Verlauf des Jahres auch viele Freizeiteinrichtungen wieder ihre Türen, worüber sich die Mädchen freuten. Vor allem die sportlichen Aktivitäten seien in der vergangenen Zeit schmerzlich vermisst worden. "Insgesamt blicken wir trotz Pandemie auf ein erfolgreiches Jahr zurück."

Die Pandemie habe zudem auch Auswirkungen auf die Belegungssituation gehabt. "Umso mehr freut es uns, dass wir auch hier mittlerweile eine sehr gute Auslastung verzeichnen können", so Schrand. Die Anfragen seien im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich gestiegen. Der ambulante Bereich mit 10 pädagogischen Fachkräften werde insbesondere von den Jugendämtern Cloppenburg und Vechta wieder gut nachgefragt und auch das Gruppenangebot für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien sei stets ausgelastet gewesen.

„An dieser Stelle bedanken wir uns nochmal herzlich bei Gudrun Lüdders für ihre Arbeit im Präventionsbereich über viele Jahre hinweg."aus dem Jahresbericht des Kinderschutzbundes

Im Präventionsbereich gab es 2021 personelle Veränderungen auf Leitungsebene, so wurde die langjährige Mitarbeiterin Gudrun Lüdders im März in ihre Rente verabschiedet. "An dieser Stelle bedanken wir uns nochmal herzlich bei Gudrun Lüdders für ihre Arbeit im Präventionsbereich über viele Jahre hinweg. Sie hat die präventive Arbeit, besonders das Familienwochenende, wesentlich geprägt und voran gebracht", heißt es dazu im Jahresbericht.

"Dadurch können wir uns für das Kalenderjahr 2021 über einen konsolidierten Haushalt freuen", erklärt die Vorsitzende. Die Aktivitäten des Kinderschutzbundes orientieren sich an den „Prinzipien des helfenden Handelns“. Schrand dankte in diesem Zusammenhang allen Helfern und Mitarbeitern, die sich jedes Jahr ehrenamtlich wie hauptamtlich für den Kreisverband Cloppenburg engagieren. Ebenso richtete sie ihren Dank an die Jugendämter des „Oldenburger Münsterlandes“ in Cloppenburg und Vechta für die "fachlich und menschlich hervorragende Zusammenarbeit".

  • Info: Zum Vorstand des Kinderschutzbundes gehören Maria Schrand (Vorsitzende), Dieter Walf (stellvertretender Vorsitzender), Volker Raker (stellvertretender Vorsitzender), Jan Lübbe (Schatzmeister), Andrea Feltes (Schriftführerin), Henning Wist (Beisitzer), Kerstin Pundsack (Beisitzerin) und Ingrid Wallschlag-Schönig (Beisitzerin).

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