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Corona-Mutationen sind Ursache für steigende Corona-Zahlen

Das Vechtaer Gesundheitsamt meldet am Mittwoch 49 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. In einem Großteil der Fälle spielt die Corona-Mutation B.1.1.7 eine Rolle.

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Foto: M. Niehues

Foto: M. Niehues

Das Vechtaer Gesundheitsamt meldet mit Stand von Mittwoch 49 Neuinfektionen mit dem Coronavirus (17. März, 18 Uhr). Einen großen Anteil spielen dabei Infektionen mit der Corona-Mutation B.1.1.7., erklärt die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Sandra Guhe, auf Nachfrage von OM online. 35 der 49 Neuinfektionen am Mittwoch gehen auf die veränderte Virusvariante zurück, die erstmals in Großbritannien entdeckt wurde. Das sind etwa 72 Prozent.

"Je höher der Anteil der Virusmutationen, desto dynamischer verläuft das Infektionsgeschehen", berichtet Guhe. Die meisten Infektionsquellen würden sich aber noch zurückverfolgen lassen. So gab es beispielsweise im Zeitraum vom 1. bis 16. März im Landkreis Vechta 355 Corona-Neuinfektionen. In 83 Prozent (293 Fällen) sei dem Gesundheitsamt der sogenannte Index, also die Infektionsquelle, bekannt. "Zirka 20 bis 25 Prozent der neuinfizierten Personen können keine Angaben machen, wo sie sich angesteckt haben könnten", erklärt die Gesundheitsamtsleiterin.

Das Gesundheitsamt beobachtet aktuell mehr asymptomatische Verläufe bei Kindern und Jugendlichen, aber auch vereinzelt unerwartet schwerere Verläufe im mittleren bis höheren Alter zwischen 50 bis 70 Jahren. Zugleich werden die infizierten Personen statistisch gesehen tendenziell jünger. "Das Durchschnittsalter der Infizierten im Zeitraum vom 1. bis 16. März beträgt aktuell 36,7 Jahre", erklärt Guhe. Dies decke sich mit dem beobachteten Bundestrend und dürfte auch daran liegen, dass Personen aus älteren Bevölkerungsgruppen bereits geimpft sind.

Von den gemeldeten Fällen in den vergangenen 7 Tagen gehen etwa die Hälfte auf Infektionen im privaten Umfeld zurück. In etwa 25 Prozent sind berufliche Kontakte die Ursache. Einzelne Infektionen stehen im Zusammenhang mit einer Reise, einer Kita oder Klinik. In den übrigen Fällen ist die Infektionsquelle derzeit unbekannt.

In Lohne hat sich ein Kindergartenkind mit Corona infiziert

Die neuen Coronafälle am Mittwoch verteilen sich über 9 der 10 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet. Die meisten Neuinfektionen gibt es in Lohne (+10 Fälle). Unter anderem hat sich dort ein Kind des Kindergartens St. Barbara mit Sars-CoV-2 angesteckt, teilt Kreissprecher Jochen Steinkamp mit. Die Behörde habe daher für 10 Kinder sowie 2 Mitarbeiterinnen Quarantäne angeordnet.

In der Stadt Lohne gibt es derzeit die meisten aktiven Fälle (80). Am 1. März lag die Zahl der Infizierten im Stadtgebiet noch bei 38. Was ist die Ursache für die zuletzt steigende Entwicklung? "In Lohne gibt es mehrere Infektionsgeschehen im beruflichen Kontext mit Folgeinfektionen im privaten Bereich", erklärt Sandra Guhe. Auch die zirkulierenden Corona-Mutationen spiele eine Rolle. Das haben Gen-Analysen ergeben. Nach Angaben des Landkreises in den täglichen Pressemitteilungen wurden darüber hinaus im Zeitraum vom 1. bis 16. März unter anderem eine Lehrkraft der Adolf-Kolping-Schule sowie eine Mitarbeiterin des Kindergartens "Teddybär" positiv auf das Virus getestet.

Die Kreisstadt Vechta liegt hinter Lohne kreisweit auf Position 2 der aktiven Fälle. Hier sind derzeit 76 Menschen infiziert. "In Vechta gibt es ein Infektionsgeschehen in einem größeren familiären Zusammenhang", erklärt Guhe. Zugleich spielen auch hier nachweislich mutierte Virusvarianten sowie Fälle im beruflichen Umfeld sowie Folgeinfektionen im privaten Bereich eine Rolle. Von Infektionen im Zeitraum vom 1. bis 16. März waren unter anderem auch die Lioba Schule sowie der St. Laurentius Kindergarten in Langförden betroffen.

Aktuell sind 353 Menschen im Kreisgebiet mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Genesenen steigt um 13 Personen auf insgesamt 5.705. Die meisten Genesenen verortet die Kreisbehörde am Mittwoch in der Kreisstadt (-5). Seit Beginn der Pandemie im März 2020 wurden mittlerweile 6.142 Infektionen im Kreis Vechta nachgewiesen. In den Krankenhäusern werden derzeit 14 Personen stationär behandelt – das sind 4 mehr als am Vortag. 3 Patienten befinden sich weiter auf der Intensivstation. Momentan befinden sich zudem 856 Einwohnerinnen und Einwohner in häuslicher Isolation.

In Neuenkirchen-Vörden wurde die Statistik um einen Fall bereinigt. Die aktiven Infektionen verteilen sich wie folgt (Änderungen zum Vortag):

  • 15 in Bakum (+6 Neuinfektionen)
  • 43 in Damme (+4)
  • 32 in Dinklage (+7, -3 genesene Personen)
  • 8 in Goldenstedt (+3)
  • 17 in Holdorf (+1, -1)
  • 80 in Lohne (+10, -3)
  • 11 in Neuenkirchen-Vörden (-1 statistische Korrektur)
  • 32 in Steinfeld (+1, -1)
  • 76 in Vechta (+9, -5)
  • 39 in Visbek (+9)

Die Kreisverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass Termine für die Corona-Schutzimpfung grundsätzlich nur vom Land Niedersachsen vergeben werden – entweder über die Hotline unter der Telefonnummer 0800/9988665 oder über die Internetseite www.impfportal-niedersachsen.de.

Bei Fragen zu den Corona-Regeln im Kreis Vechta wenden Sie sich bitte an das Bürgertelefon der Kreisverwaltung: 04441/898-3333.

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