Christinenhof in Schwichteler kann besichtigt werden
Das Dorfgemeinschaftshaus ist fertig und auch der Altbau erstrahlt in frischem Glanz. Am Wochenende erfolgen die Einweihung und die offizielle Übergabe.
Thomas Vorwerk | 27.07.2023
Das Dorfgemeinschaftshaus ist fertig und auch der Altbau erstrahlt in frischem Glanz. Am Wochenende erfolgen die Einweihung und die offizielle Übergabe.
Thomas Vorwerk | 27.07.2023

Erinnerung: Stephan Meyer (rechts) und Simon Stammermann aus dem Vereinsvorstand zeigen Collagen aus alten Fotos. Foto: Vorwerk
Es wird gebohrt und geschraubt, denn noch sind nicht alle Regale aufgebaut und es hängt auch nicht jedes Bild an der Wand. Bis zur offiziellen Einsegnung des Dorfgemeinschaftshauses in Schwichteler am Samstag (29. Juli) ist nicht mehr viel Zeit, aber der im Mai neu gewählte Vorstand des Trägervereins mit Stephan Meyer, Simon Stammermann und Marina Rahl ist zuversichtlich, das neue Gebäude und den renovierten Altbestand am Wochenende in vollem Glanz zu präsentieren. Und auch wenn der Schlüssel erst offiziell am Sonntag übergeben wird, so liegen die ersten Buchungen bereits vor. Im kommenden Sommer möchten die Messdiener aus Altenoythe dort ihr Lager aufschlagen. Sie sind keine Unbekannten und haben in der Vergangenheit am Waschhaus Quartier bezogen. Ein Sippentreffen hat sich angemeldet und auch eine Schulklasse. "Alles, ohne Werbung gemacht zu haben", freut sich Meyer und setzt auch in Zukunft unter anderem auf Mundpropaganda. Entstanden ist die Idee, ein neues Dorfgemeinschaftshaus zu bauen, im Rahmen der Dorfentwicklung. Erste Überlegungen, das Waschhaus zu sanieren, wurden verworfen und man nahm das ehemalige Kloster ins Visier. Dort waren zwischenzeitlich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht und das Gebäude wurde dafür an den Landkreis vermietet. Diese Einnahmen sicherten schließlich den Eigenanteil, denn auch wenn es in einer Dorfentwicklung erhebliche Zuschüsse gibt, ganz ohne eigenes finanzielles Engagement funktioniert es nicht. 1,1 Millionen Euro wurden seinerzeit veranschlagt. Rund 70 Prozent kommen durch Landesmittel aus der Dorfentwicklung, den Rest teilen sich die Kommune und der Trägerverein. Circa 150.000 Euro waren es also ursprünglich, die aus Schwichteler zu zahlen waren. Da zwischen Förderbescheid und Fertigstellung schlussendlich 3 Jahre gelegen haben, haben sich auch die einzelnen Gewerke zum Teil verteuert. Ein paar Veränderungen in der Bauphase haben überdies dazu beigetragen, dass der Verein noch einen Teil der Kosten abstottern müssen wird. Das Geld soll mit dem Dorfgemeinschaftshaus erwirtschaftet werden, wenn dort Zeltlager und ähnliche Gemeinschaften Station machen, aber auch durch die Vermietung der Büroräume im Altbau. Der wurde ebenfalls saniert und es gibt auf zwei Etagen mehrere Zimmer, Sanitäranlagen sowie die Möglichkeit, eine kleine Küche einzurichten. "Glasfaser kommt demnächst. Wer also mit seiner Firma viel über das Internet arbeite und Parkplätze vor der Bürotür haben möchte, findet hier ideale Bedingungen", wirbt Meyer. Für Konferenzen und andere Veranstaltungen können der Besprechungsraum oder auch der große Saal hinzugebucht werden. Der Neubau ist so konstruiert, dass auch nur Teile davon genutzt werden können. So sind die Umkleiden mit Sanitärbereich von außen zugänglich, um bei Sportveranstaltungen oder für Zeltlager geöffnet zu werden. Es gibt einige Lagerkapazitäten, etwa um Stühle und Tische aus dem großen Saal zu räumen, weil dort Sport gemacht wird. Vier Gruppen kommen dort regelmäßig in Schweiß. Außerdem gibt es eine Kinderkrabbelgruppe und auch eine Kinderturngruppe könnte in Schwichteler entstehen. Überlegungen dazu gibt es bereits. Nach den Renovierungs- und Sanierungsarbeiten ist in wenigen Wochen auch die Kapelle wieder nutzbar. Gleich nebenan im Wintergarten fehlen noch die neuen Lampen, aber auch dann soll dieser Bereich wieder zur Verfügung stehen, wie auch der Seminarraum. Der Rest des Klosters, in dem aktuell noch ein Ehepaar lebt, das vor dem Krieg in der Ukraine geflohen ist, wird vorerst noch nicht in Angriff genommen. Einen ersten Eindruck können sich die Besucher der Kirmes am Wochenende verschaffen. Die Einsegnung ist für Samstag (29. Juli) nach der Vorabendmesse (18.30 Uhr) vorgesehen. Anschließend startet die Kirmes mit dem Fassanstich. Am Sonntag (30. Juli) geht es ab 14.30 Uhr weiter. Der Gemischte Chor Schwichteler wird zur Schlüsselübergabe ein Ständchen bringen und der Musikverein Cappeln spielt auf. Nach den Begrüßungsworten kann der Neubau besichtigt werden. Die Kirmes geht derweil weiter und gipfelt im Tauziehwettbewerb am Abend, um dann auszuklingen. Mundpropaganda sorgt für erste Buchungen

Büroräume sollen vermietet werden
Neubau kann auch nur teilweise genutzt werden

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