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Carneval in Damme: Vom Chefarzt zum Chef-Narren

Um 23.45 Uhr zierte die Mütze sein Haupt und Prinz Bert I. konnte seine Freudentränen nicht mehr zurückhalten. Was der neue Chef-Narr von Damme bislang alles erlebt hat, erzählt er im Interview.

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Hat seinen nächsten Titel an Land gezogen: Dr. Bert Mierke alias Prinz Bert I. . Foto: Chowanietz

Hat seinen nächsten Titel an Land gezogen: Dr. Bert Mierke alias Prinz Bert I. . Foto: Chowanietz

Hofstaat oder Prinz? Das war die Frage, die sich Dr. Bert Mierke am 14. November stellte, als Dirk „Steini“ Steinriede mit ihm um 19 Uhr „die Bütt besprechen“ wollte. Letzteres war der Fall, womit der Chefarzt nun auch einen Prinzentitel trägt. Was er am Carneval schätzt, wie seine Familie reagiert hat und warum das große Geheimnis bereits in der ersten Woche zu platzen drohte: Wir sind beim neuen Narren-Oberhaupt vorstellig geworden.

Wie fühlt es sich an, Prinz zu sein?
Das fühlt sich schon sehr erhaben an. Man ist stolz, diese Position innezuhaben. Es ist überwältigend, wie viel Zuspruch und Zuneigung unserem gesamten Hofstaat zufliegen. Dafür sind wir sehr dankbar!

War das schon immer ein Traum von dir?
Erst, als ich 2008 nach Damme kam, sind mir die Dimensionen bewusst geworden. Schnell wurden wir dann auch in die Gruppe „das zauberhafte Doppel-Dutzend“ aufgenommen. Das wirklich Tolle in Damme ist die langjährige Verbundenheit mit dieser Tradition. Der Carneval ist ein wertvolles Kulturgut in unserer Region und eine generationsumspannende Institution. Die Kinder nehmen den Carneval quasi mit der Muttermilch auf, werden mit ihm groß und leben ihn dann später auch entsprechend.

Kannst du dich an den Tag erinnern, als du davon erfahren hast?
Sehr gut. Ich hab’s vorausgesehen, dass Steini zu mir kommen wird und mich mit meiner Frau vorbereitet. Wir hatten uns Gedanken gemacht: entweder bei Steini im Hofstaat mitwirken oder selbst Prinz werden.

Wie hat dein Umfeld darauf reagiert?
Positiv. Wir hatten die Familie schnell zusammengerufen – schon 2 Wochen später. Die großen Kinder kamen aus Hamburg. Wir haben gesagt, wir müssten noch eine Ankündigung machen. Aber die waren auch nicht auf den Kopf gefallen: Entweder kriegen wir noch ein Geschwisterchen oder Papa wird Prinz.

Wie hast du die schwere Zeit des Schweigens bis zur offiziellen Verkündung überstanden?
Das ist sehr schwierig. Es gibt viel zu organisieren, den Hofstaat integrieren und Termine koordinieren. Da habe ich mich gleich schon fast am ersten Wochenende verraten. Denn mein Kalender hat sich direkt mit meiner Klinik synchronisiert. Also musste ich alles händisch mit 200er-Blutdruck wieder rückgängig machen. Für die Einladungen zu einem Prinzenempfang hätte ich beinahe eine Whatsapp-Gruppe kreiert – da konnten mich gerade noch meine Kinder von zurückhalten. Und je näher der Tag kommt, steigen natürlich auch die Mutmaßungen wie Rüben aus der Erde.

Was hast du seit diesem Tag schon wieder alles erlebt?
Das ist zahlreich. Toll waren die Galasitzungen und der bunte Abend mit dem Elferrat. Auch die Besuche bei den Wagenbauern sind sehr erhellend – man kommt in verschiedenste Hallen, Wohnungen und Settings. Da wird der Carneval hautnah erlebt und gelebt, das ist schon Wahnsinn! Es ist eine tolle, aber auch fordernde Zeit. Wir versuchen aktuell in der Woche gänzlich auf Alkohol zu verzichten – schließlich haben wir ja morgens noch unsere Arbeit. Gefeiert wird dann am Wochenende.

Worauf freust du dich mit Blick auf die kommenden Tage?
Auf tolles Wetter, tolle Umzüge, durch die Zelte ziehen und sehen, wie alle Menschen aus Damme und dem Umland gemeinsam feiern – das verbindet und sorgt immer für lustige Momente, von denen man sich noch lange erzählen wird.

Was machst du, wenn du nicht gerade in Damme das Zepter schwingst?
Als Erstes ist zu nennen, dass ich ein begnadeter, überregional bekannter Skatspieler bin (lacht). Ansonsten gehe ich mit der ganzen Familie dem Jagdhobby nach. Wir sind sehr naturverbunden und lieben und schätzen gutes Bio-Wildfleisch.

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