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Bürgerschützenverein stellt Pläne für Sanierung des Schützenhauses vor

Der Umbau des Gebäudes kostet 750.000 Euro und soll in diesem Sommer beginnen. Der Verein will unter anderem neue Schießstände sowie einen neuen Waffenraum bauen und die Jugendarbeit verbessern.

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Besichtigten das marode Schützenhaus: der Hauptmann des Bürgerschützenvereins, Marc-André Donner (links), und Bürgermeister Neidhard Varnhorn. Foto: Niemeyer

Besichtigten das marode Schützenhaus: der Hauptmann des Bürgerschützenvereins, Marc-André Donner (links), und Bürgermeister Neidhard Varnhorn. Foto: Niemeyer

"Nicht mehr zeitgemäß" lautet das Fazit, das Hauptmann Marc-André Donner mit Blick auf das Schützenhaus des Bürgerschützenvereins Cloppenburg zieht. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht, wie er bei einem Rundgang durch das Gebäude in den Ambührener Tannen erklärt. Noch in diesem Sommer will der Verein deshalb mit der Grundsanierung des Schützenhauses beginnen. Im Sommer nächsten Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Wie bereits berichtet, soll die Sanierung 750.000 Euro kosten. 450.000 Euro davon zahlt die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes. In ersten Planungen war der Anteil der Stadt noch um 150.000 Euro niedriger ausgefallen. 90.000 Euro will der Schützenverein selbst aus Eigenleistungen und Spenden beisteuern. Jeweils 100.000 Euro kommen vom Landkreis Cloppenburg und vom Landessportbund. Weitere 10.000 Euro kommen aus einem Fördertopf für Digitalisierung der NBank.

"Charme des Gebäudes" soll erhalten bleiben

Die Idee für die Sanierung sei schon 2018 unter Donners Vorgänger, Dr. Jürgen Vortmann, entstanden. Nachdem die Planungen wegen der Corona-Pandemie zeitweise auf Eis lagen, will Donner sie nun umsetzen. "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den Verein für die Zukunft aufzustellen", sagt er. Geplant seien unter anderem eine Lichtpunktanlage für die jungen Schützen, ein neuer, sicherer Waffenraum sowie ein zeitgemäßer Schießstand für die Luftgewehrschützen. Aus Kostengründen habe sich der Verein gegen einen Neubau entschieden.

Während der Bauphase würden die Waffen sicher zwischengelagert. Trainieren könnten die Schützen zwischenzeitlich bei befreundeten Schützenvereinen. Zurzeit hat der Bürgerschützenverein 691 Mitglieder. Insbesondere bei der Arbeit mit den 32 Jugendlichen und Kindern im Verein wolle man sich mit dem neuen Gebäude besser aufstellen. "Wenn wir Jugendarbeit machen wollen, wollen wir es auch vernünftig machen", sagt Donner. Auch für den Behindertensport gebe es viele Ideen.

Marc-André Donner (Mitte) erklärt Stadträtin Stefanie Lübbers und  Bürgermeister Neidhard Varnhorn die alte Technik auf dem Luftgewehrschießstand.     Foto: NiemeyerMarc-André Donner (Mitte) erklärt Stadträtin Stefanie Lübbers und  Bürgermeister Neidhard Varnhorn die alte Technik auf dem Luftgewehrschießstand.     Foto: Niemeyer

Der Hauptmann erklärt weiter, dass die Außenmauern bestehen blieben. "Der Charme des Gebäudes soll erhalten bleiben", sagt er. Das undichte Dach solle hingegen komplett ausgetauscht und erweitert werden. Im bestehenden Gebäude dringe aufgrund des maroden Daches bereits Feuchtigkeit ein. Die Wohnräume über dem Schützenhaus, die nicht mehr bewohnt sind, sollen im Zuge der Sanierung wegfallen. Weiterhin wolle der Verein den Aufsichtsraum verlegen, sodass die Schießleitung von dort aus alle Schießstände überblicken kann. Auch eine neue Heizungsanlage und neue, mehrfach verglaste Fenster wolle der Verein einbauen lassen, um die Energiekosten zu senken.

Die Vereinsmitglieder wollen bei der Sanierung auch selbst mit anpacken und etwa Fliesen verlegen oder die Wände streichen, wie Donner erklärt. Diese Eigenleistungen würden mit in den Eigenanteil in Höhe von 90.000 Euro eingerechnet. Zudem habe der Verein bereits 10.000 Euro an Spenden sammeln können. Mit Blick auf die restlichen Kosten rechnet Donner damit, dass der Bürgerschützenverein einen Kredit in Höhe von etwa 50.000 Euro aufnehmen müsse.

Nationalsozialisten nutzten Räume in den 30ern

Weiter erklärt Donner, dass der Gastronomiebereich nicht mit in die Sanierung falle. Hier würde der Verein in Eigenleistung lediglich kleinere Renovierungsarbeiten durchführen und zum Beispiel neue Fliesen verlegen.

Will die Sanierungspläne umsetzen: Hauptmann Marc-André Donner. Foto: NiemeyerWill die Sanierungspläne umsetzen: Hauptmann Marc-André Donner. Foto: Niemeyer

Als langjähriger Pächter nutzt der Bürgerschützenverein das Gebäude in den Ambührener Tannen seit den 70er Jahren, sagt Schriftführer Dr. Herbert Eckmeyer, der sich mit der Geschichte des Gebäudes beschäftigt hat. So sei es in den 30er Jahren vom Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps genutzt worden. Bevor der Verein es nutzte, seien dort Flüchtlinge und Obdachlose untergekommen.

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