Bürgerstiftung geht mit Stiftungsfonds neuen Weg
Die Neuenkirchen-Vördener Bürgerstiftung eröffnet Menschen andere Möglichkeiten, andere finanziell zu unterstützen. Die Stiftungsfonds sind ein Projekt im Jahr 2022.
Klaus-Peter Lammert | 13.12.2021
Die Neuenkirchen-Vördener Bürgerstiftung eröffnet Menschen andere Möglichkeiten, andere finanziell zu unterstützen. Die Stiftungsfonds sind ein Projekt im Jahr 2022.
Klaus-Peter Lammert | 13.12.2021

Kleine Dose, viel Inhalt: Rainer Huesmann (links) überreichte die seit 2015 in seinem Geschäft stehende Sammeldose für die Bürgerstiftung an Norbert Feldkamp. Foto: Lammert
Ein Bürgerforum, eine Informationsveranstaltung zum Thema Organspende, der Tag der Ehrenamtlichen und die Aktion "Wünsch Dir was": Die Bürgerstiftung Neuenkirchen-Vörden will 2022 einiges anschieben und anbieten. "Das alles steht aber unter dem Vorbehalt der Entwicklung der Corona-Pandemie", sagt der Vorstandssprecher Norbert Feldkamp. Eigentlich möchte er gar nicht gerne und allzu viel über Corona reden. Nur: Nachdem die Pandemie im vergangenen und in diesem Jahr erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit der Bürgerstiftung gehabt hat, sind die für 2022 eben auch nicht auszuschließen. Und doch: Manche der Vorhaben der Bürgerstiftung lassen sich auch unabhängig von Corona umsetzen. So möchte die Organisation, nachdem sie das rechtliche Fundament gelegt hat, Bürgern anbieten, unter ihrem Dach einen Stiftungsfonds zu gründen – quasi eine Stiftung innerhalb der Bürgerstiftung. Der Fonds, der den Namen des Spenders tragen soll, bietet dem Zeichner nach Worten Norbert Feldkamps die Möglichkeit, die Höhe des Fonds, den Förderzweck und den Einsatz der Erlöse zu bestimmen. "Es geht um Menschen, die durchaus bereit sind, dem Allgemeinwohl und somit der Gemeinde etwas zurückzugeben" "Es geht um Menschen, die durchaus bereit sind, dem Allgemeinwohl und somit der Gemeinde etwas zurückzugeben", sagte Norbert Feldkamp mit Blick auf den Stiftungsfonds-Vorschlag, der unter dem Leitmotiv stehe "Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist". Mit dem Angebot der Stiftungsfonds trage die Bürgerstiftung auch der Tatsache Rechnung, dass in wohl auch noch länger anhaltenden Zeiten der schlechten Verzinsung Zustiftungen zum Stiftungskapital derzeit nicht mehr gefragt sind. Die Bürger und Institutionen würden lieber spenden. Ein Stiftungsfonds könnte da für manchen eine Alternative sein. Ebenfalls unabhängig von Corona wird sich Mirco Huesmann, der als Nachfolger Rainer Oestings für die Öffentlichkeitsarbeit der Bürgerstiftung verantwortlich ist, eine Facebookseite aufbauen und aktiv betreiben. "Wir möchten über sie auch jüngere Menschen für die Arbeit der Bürgerstiftung begeistern", erklärte der Vorstandssprecher. Mit Blick auf die Digitalisierung führte er aus, die Bürgerstiftung wolle den eingeschlagenen Weg fortsetzen und Schulungen für die Mitglieder anbieten, damit Ende 2022 überwiegend in Teams gearbeitet wird. Große Hoffnungen setzen Norbert Feldkamp und seine Vorstandskollegen Josef Middendorf, Dennis Brömlage, Marianne Rehling und Dr. Dorothee Imsieke auf das nächste Bürgerforum im Frühjahr. Sie hoffen, daraus nicht nur Ideen für die zukünftige Arbeit, sondern auch weitere ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Ein Thema brennt Norbert Feldkamp besonders unter den Nägeln. Er möchte das Demokratieverständnis vor allem unter jungen Menschen fördern. Wünschenswert wäre es da, sagt er, wenn sich alle fünf Bürgerstiftungen im Landkreis zusammenfinden und gemeinsam Projekte auf den Weg bringen würden. Zudem plädiert er dafür, eine Themenreihe zum Natur- und Umweltschutz im Rahmen des Klimawandels anzubieten. Als nicht zufriedenstellend bezeichnet der ehemalige Leiter der Volksbank Neuenkirchen-Vörden die Entwicklung des Stiftungskapitals. Seine Höhe beläuft sich unverändert auf 245.000 Euro. An Spenden nahm die Bürgerstiftung 2021 rund 50.000 Euro ein, Davon stammten 36.000 Euro im Rahmen der Initiativförderung aus dem Windpark "Im Bernhorn". 24.000 Euro dieses Geldes flossen an 14 Vereine, die mit Projekten die Folgen der Pandemie überwinden wollten. Weitere 12.000 Euro standen für Projekte der Bürgerstiftung bereit. Insgesamt fielen als wesentliche Projektkosten in den Bereichen Lesen 5000, Senioren und Soziales 4500, Digitalisierung, Verwaltung und Veranstaltungen 4100 und weitere Bildungskosten 4000 Euro an. In dem Zusammenhang verwies Norbert Feldkamp darauf, die Bürgerstiftung Neuenkirchen-Vörden habe 2020 bei den Benchmarks Spendeneinnahme und Fördersumme mit 8,86 beziehungsweise 5,34 Euro je Einwohner zwei Mal unter den ersten 20 der Bürgerstiftungen in Deutschland gestanden. Ganz besondere Einnahmen wird die Bürgerstiftung in diesem Jahr aus dem Geschäft Rainer Huesmanns erhalten. Der hat seit 2015 in seinem Geschäft an der Bahnhofstraße eine Spendenbüchse stehen, in die seine Kunden Geld für die Bürgerstiftung einwerfen können. Er hat sie zwischendurch schon mal geleert und das Kleingeld gegen Scheine ausgetauscht. Nun will er die Dose in absehbarer Zeit zur Bank tragen und die Spendensumme überweisen. Personelle Veränderungen hat es in diesem Jahr nicht nur bei der Zuständigkeit für die Öffentlichkeitsarbeit gegeben. Olaf Plischewski ersetzte die aus dem Kuratorium ausgeschiedene Kristin Jürgens; Josef Middendorf trat die Nachfolge des verstorbenen Dr. Andreas Dreishing an und übernahm das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden.Stiftungsfonds sollen Stiftung in der Stiftung sein
Mirco Huesmann erstellt Facebookseite
Bürgerforum soll viele Ideen bringen
Stiftungskapital stagniert bei 245.000 Euro
Besondere Einnahmen gibt es aus einer Spendendose
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