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Bootsunfall in Barßel: Bislang steht noch kein Termin für die Verhandlung fest

Der Verteidiger des 30-jährigen Bootsfahrer aus Barßel legte nach der Urteilsverkündung des Gerichts in Emden Berufung ein. Nun nimmt das Schifffahrtsgericht in Hamburg den Fall auf.

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Am Unfallort am  Barßeler Tief wurden  damals   Gestecke, Fotos und Lichter niedergelegt. Foto: Passmann

Am Unfallort am Barßeler Tief wurden damals Gestecke, Fotos und Lichter niedergelegt. Foto: Passmann

Es war 2016, als sich während des Hafenfestes in Barßel auf dem Barßeler Tief ein folgenschwerer Bootsunfall ereignete. Dabei kamen zwei junge Menschen ums Leben und weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt.

Im September des vergangenen Jahres kam es, nachdem es zuvor über fünf Jahre ein Zuständigkeitsgerangel unter den Gerichten gab, zum Prozess vor dem Schifffahrtsgericht in Emden gegen einen 30-jährigen Bootsfahrer aus Barßel, der wegen fahrlässiger Tötung, gefährlicher Körperverletzung und Trunkenheit im Verkehr angeklagt war. Das Amtsgericht Emden verurteilte den Bootsführer schließlich zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Außerdem musste er 45.000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz zahlen (wir berichteten) und darüber hinaus die Prozesskosten tragen. Sein Verteidiger Reinhold Nollmann aus Cloppenburg legte für seinen Mandaten unmittelbar nach Urteilsverkündung Berufung ein. Nun wird der Fall vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg, ebenfalls ein Schifffahrtsgericht, verhandelt. Obwohl nach dem Urteil bereits wieder einige Monate ins Land gezogen sind, hat Rechtsanwalt Nollmann bisher noch nichts vom Schifffahrtsgericht Hamburg gehört.

Gericht zieht nach zwei Sachverständigen noch einen weiteren Experten hinzu 

„Bisher liegt mir nichts vor. Ich vermute, dass das Hamburger Gericht das Urteil noch gar nicht bekommen hat und es noch bei der Emder Behörde liegt“, so Nollmann. „Bei uns liegt nichts mehr. Wir haben die Prozessakten nach dem Urteilsspruch an die Staatsanwaltschaft Aurich weitergeleitet. Für uns ist der Fall abgeschlossen“, erklärte der Direktor des Amtsgerichts Emden, Günther Bergholz, auf Nachfrage. Seine Behörde würde auch keine Rückantwort erhalten, ob die Akten angekommen seien oder wann in Hamburg verhandelt werde. Der Cloppenburger Anwalt betonte nochmals, wie bereits kurz nach Verhandlungsende in Emden , dass das Urteil in keiner Weise tragbar sei. Er halte es für falsch. „Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass meinem Mandanten strafrechtlich die fahrlässige Tötung mit gefährlicher Körperverletzung nicht nachgewiesen werden kann, dass er den Unfall verschuldet beziehungsweise verursacht hat“, so Nollmann.

Zur erneuten Verhandlung vor dem Schifffahrtsgericht Hamburg erklärt der Cloppenburger Anwalt: „Es geht sozusagen von der ersten Sekunde an wieder los – mit allem Pipapo. Das ganze Verfahren wird wieder von vorne aufgerollt. Alle Beteiligten, ob Angeklagter, Zeugen oder Sachverständige müssen nach Hamburg anreisen und vor Gericht erscheinen und aussagen. Allerdings dürfte die Zeugenbefragung wesentlich einfacher ausfallen, da das Gericht nun eine bessere Reihenfolge der Zeugen festlegen kann“. Nach Nollmanns Auffassung könnte der Prozess in der Hansestadt in zwei Tagen durchgezogen werden, da Vieles vorgeregelt sei. „Aber dass muss man abwarten“, sagt Nollmann. Womöglich ziehe das Gericht nach zwei Sachverständigen noch einen weiteren Experten hinzu. Denkbar wäre auch, dass das Schifffahrtsgericht nicht in Hamburg tagt, sondern vor Ort, um den Beteiligten den weiten Weg zu ersparen. „Das habe ich schon alles erlebt. Aber ich bezweifle, dass das Gericht in diesem Prozess davon Gebrauch machen wird “, sagt der Cloppenburger Rechtsanwalt Nollmann.

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