Zwei Männer aus dem Oldenburger Münsterland sind Opfer von Anlagebetrügern geworden und haben ein Vermögen verloren. Das berichtet die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta am Freitag. Insgesamt geht es um 1,5 Millionen Euro, die die Betrüger erbeutet haben. Aus der Region sind bereits weitere Fälle bekannt geworden.
Wie die Polizei berichtet, hatte ein Mann aus dem Landkreis Cloppenburg einen hohen sechsstelligen Betrag in eine Kryptowährung investiert. Laut eigenen Angaben sei er durch eine Talkshow auf die Möglichkeit der Geldanlage aufmerksam geworden. Als der Cloppenburger allerdings eine Auszahlung beantragte, sei er weiterhin aufgefordert worden, Steuern, Gebühren und Provisionen zu zahlen. Eine Auszahlung sei nie geschehen – deshalb ging der Cloppenburger zur Polizei.
Im zweiten Fall hat ein Mann aus Vechta eine noch höhere Geldsumme verloren. Hier spricht die Polizei von einem siebenstelligen Betrag. Der Vechtaer habe ausgesagt, über einen Messengerdienst in den sozialen Medien kontaktiert worden. Auf diesem Wege sei ihm ein angeblicher Broker empfohlen worden. Dieser Broker wiederum gab dem Vechtaer den Tipp, auf einer Tradingplattform in Bitcoins zu investieren. Das tat er auch – zunächst mit einer sechsstelligen Summe.
Chattete der Vechtaer in Wahrheit mit einer KI?
Der Broker habe ihm auch den Kontakt zu einer Gruppe weiterer Anleger vermittelt, sagte der Vechtaer. Über einen Messenger-Dienst habe man sich ausgetauscht. Diese Gruppenmitglieder hätten ihm versichert, dass der Broker und die Geschäfte sauber wären. Weil er das Gefühl hatte, alles sei seriös, habe er mehrere Monate lang über die Tradingplattform investiert.
Doch dann verlangte der Vechtaer die Auszahlung der angeblich erzielten Gewinne, schreibt die Polizei. Auch in diesem Fall kam es nie zu einer Auszahlung. Stattdessen wurden Steuern und Gebühren verlangt, sodass sich der Verlust auf einen siebenstelligen Betrag summierte. Der Vechtaer wandte sich daraufhin an die Polizei.
Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der Vechtaer nicht mit weiteren Anlegern gechattet hat, sondern mit den Betrügern selbst. Antworten auf die Fragen des Mannes könnte auch eine Künstliche Intelligenz gegeben haben.
Aktuell steigt die Zahl gleichgelagerter Fälle bundesweit rasant an. Das hart ersparte Geld ist nach Angaben der Beamten in den meisten Fällen weg. Statt einer lohnenden Investition stünden Betroffene vor dem finanziellen Ruin – und haben es mit unbekannten Tätern ohne greifbaren Firmensitz zu tun.
Das sind die Tipps der Polizei:
- Seien Sie misstrauisch bei hohen Gewinnversprechen und vermeintlich sicheren Anlagen.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, schnell zu investieren.
- Recherchieren Sie Anbieter, zum Beispiel über die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).
- Tätigen Sie keine Überweisungen ins Ausland oder an unbekannte Dritte.
- Geben Sie keine sensiblen Daten für Kontoeröffnungen heraus.
- Sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrer Hausbank oder der Polizei.
- Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel nachfragen, als einem Betrüger auf den Leim gehen.