Beamte mehrerer Polizeidienststellen haben am Dienstagabend die halsbrecherische Flucht einer 45-Jährigen aus Bremen auf der A1 bei Cappeln beendet. Sie saß offenkundig betrunken am Steuer und wurde am Ende vorläufig festgenommen.
Der Großeinsatz der Polizei begann mit einer Routinekontrolle: Die Besetzung eines Streifenwagens wollte den SUV im Bremer Stadtgebiet gegen 21.30 Uhr stoppen. Grund: Die 45-Jährige hatte zuvor gegen mehrere Verkehrsregeln verstoßen. Dementsprechend wurden durch den Streifenwagen mehrere Haltesingale abgegeben. Doch die Bremerin dachte nicht daran, anzuhalten. Stattdessen trat sie aufs Gaspedal.
Wie die Autobahnpolizei Ahlhorn am Mittwoch berichtet, führte die Flucht zunächst über die Bundesstraße 75 von Bremen nach Delmenhorst und dann auf die Autobahn 28 in Richtung Oldenburg. An der Anschlussstelle Adelheide verließ sie die Autobahn, um in Richtung Groß Ippener zu rasen. Dort bog sie auf die Autobahn 1 in Richtung Osnabrück ab. Zwischenzeitlich beteiligten sich mehrere Streifenwagen unterschiedlicher Polizeidienststellen an der Verfolgung. Das Ziel: Der SUV sollte gestoppt werden.
Nach gefährlichen Bremsmanövern wollte die Frau mehrere Streifenwagen rammen
Doch die Bremerin verschärfte die Lage immer weiter. Wie die Autobahnpolizei berichtet, setzte die Frau ihren Wagen auch gezielt als Waffe ein, um ihre Verfolger abzuschütteln. Es sei nicht nur dabei geblieben, die Einsatzfahrzeuge fast bis zum Stillstand auszubremsen. Unter anderem habe sie mehrmals versucht, die Streifenwagen zu rammen. Die Lage sei am Ende so gefährlich geworden, dass unbeteiligte Verkehrsteilnehmer „frühzeitig auf die Gefahrensituation aufmerksam“ gemacht wurden, teilt die Polizei mit.
Im Bereich der Gemeinde Cappeln sei der SUV letztlich doch noch komplett zum Stillstand gebracht worden. Die Bremerin sei zunächst im verriegelten SUV sitzengeblieben. Unter Einsatz körperlicher Gewalt sei der Wagen durch die Polizei geöffnet worden. Die Frau wurde vorläufig festgenommen.
Die Bremerin ist laut Polizeiangaben bei der Flucht nicht verletzt worden. Schon während der Festnahme bemerkten die Beamten einen deutlichen Alkoholgeruch. Ein Atemalkoholtest brachte das Ergebnis von 1,86 Promille. Es wurde eine Blutprobe entnommen.
Der Führerschein ist beschlagnahmt worden. Nach Abschluss der ersten Ermittlungen wurde die Bremerin in die Obhut von Angehörigen übergeben. Die Frau muss jetzt unter anderem mit einem Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr rechnen.