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Barßeler Touristikverband sucht erfahrene Seebären

Der Barßeler Touristikverband braucht neue Kapitäne und Servicepersonal für die MS "Spitzhörn". Im vergangenen Jahr waren 8416 Gäste an Bord des Musikdampfers.

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Neue Kapitäne gesucht: Egon Buß aus Elisabethfehn hat das Steuer der MS „Spitzhörn“ fest in der Hand. Doch der 74-Jährige möchte kürzer treten. Foto: Passmann

Neue Kapitäne gesucht: Egon Buß aus Elisabethfehn hat das Steuer der MS „Spitzhörn“ fest in der Hand. Doch der 74-Jährige möchte kürzer treten. Foto: Passmann

Der Touristikverein „Erholungsgebiet Barßel-Saterland“ funkt SOS. Nein, es fehlt nicht am nötigen Wasser. „Es fehlen uns einfach nur Kapitäne, die so einen Musikdampfer durch die Fluten bugsieren dürfen sowie das Servicepersonal an Bord“, sagt der Geschäftsführer der Touristik, Jens Lindstädt.

Seit nunmehr 33 Jahren steuert Herwig Grüssing aus Barßelermoor als Kapitän den Ausflugsdampfer „Spitzhörn“ sicher durch die Gewässer. Doch der möchte in Zukunft mit seinen 78 Jahren ein wenig kürzertreten. „Ich denke ans Aufhören“, sagt Grüssing. Der zweite Mann auf der Kommandobrücke ist Käpt'n Karl-Heinz Meyer aus Rhauderfehn. Doch auch er möchte mehr Zeit für sich und seine Familie haben.

„Vertretungskapitäne, wenn Herwig oder Karl-Heinz krank sind oder Urlaub machen, bekommen wir kaum. Derzeit hilft uns Egon Buß aus Elisabethfehn aus. Doch auch der möchte es jetzt ruhiger angehen lassen. „Ich bin mit 74 Jahren auch nicht mehr der Jüngste. Es ist Zeit, etwas kürzerzutreten“, so Buß, der das Binnenschifferpatent "Kanal und Rhein‘“ besitzt. So einen Musikdampfer zu fahren, mache Spaß und Freude. Ganz nebenbei könne man sich an der Natur erfreuen, findet der Bootsfreund aus Elisabethfehn.

Saison für die Fahrten geht von Ostern bis Oktober

Die Macher der „Weißen Industrie“ in Barßel haben jedoch nicht nur Sorge um die Kapitäne. Beim Servicepersonal wird es ebenfalls eng. Schließlich sollen die Fahrgäste an Bord mit Getränken, Kaffee, Tee und Kuchen versorgt werden. Auch beim An- und Ablegen ist Hilfe gefragt. „Aber auch hier ist es schwierig, Kräfte zu finden“, berichtet Jens Lindstädt.

Eine, die schon seit Jahren für das Wohl der Bordgäste sorgt, ist Helga Zimmermann. „Wir brauchen dringend Hilfe sowohl bei den Fahrten in der Woche als auch am Wochenende. Die neuen Kräfte brauchen nicht immer fahren. Es brauchen auch keine gelernten Kräfte sein, ob Mann oder Frau, ist auch egal. Wir geben den neuen Kräften eine Einweisung“, sagt Zimmermann. Allerdings sollten die Personen schon ein wenig flexibel und natürlich sehr zuverlässig sein. In Frage kämen auch Ferienjobs von Schülerinnen und Schülern.

Die Saison geht von O bis O, also Ostern bis Oktober. So werde es nun eng, wenn die „Spitzhörn“ zu den beliebten Ausflugsfahrten weiter ablegen solle. Seeleute gebe es in Barßel und Umgebung genügend – sogar mit dem Kapitänspatent A 6 „Große Fahrt“. Doch um auf der „Spitzhörn“ als Schiffsführer hinter dem Steuerrad zu stehen, benötige man das Binnenschifferpatent, so Lindstädt. Das sei das Dilemma.

MS "Spitzhörn" bietet Platz für 140 Fahrgäste

So geht der Hilferuf von Lindstädt an alle Seeleute mit dem nötigen Patent. Außerdem ist auch ein entsprechendes Gesundheitszeugnis erforderlich. „Der Job wird entsprechend bezahlt. Die Familie kann stets kostenlos mitfahren und an Bord Kaffee, Tee und Kuchen genießen“, erklärt Lindstädt.

Auch die Skipper der Wassersportvereine hoffen, dass die „Spitzhörn“ weiterfährt, denn dadurch bleibt die Fahrrinne auch weiterhin von Verschlammung verschont. Auf der 1990 gebauten MS „Spitzhörn“ haben insgesamt 140 Personen Platz. Ihren Namen verdankt sie einer Landzunge im Barßeler Tief. Im vergangenen Jahr wurden 170 Fahrten durchgeführt und dabei 8416 Besucher vom Bootshafen aus befördert.

  • Info: Wer Lust hat, Kapitän auf der MS „Spitzhörn“ zu sein, kann sich bei der Touristik in Barßel unter Telefon 04499/938080 melden.

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